Arbeitsschutz auf Baustellen
Partikelfilter für Baumaschinen
Die Diskussion um Feinstaubfilter für Baumaschinen wird seit mehreren Jahren kontrovers geführt. Die IG BAU und die DUH fordern eine flächendeckende Filterpflicht für dieselbetriebene Baugeräte.
Mehr Schutz auf der Baustelle: Partikelfilter für dieselbetriebene Baumaschinen
„Für Arbeits- und Gesundheitsschutz ungeeignet“, sagen die Einen. „Mehr Gesundheitsschutz für Bauarbeiter“, sagen die Anderen. Die Diskussion um Feinstaubfilter für Baumaschinen wird seit mehreren Jahren kontrovers geführt. Jetzt haben die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) ihre Forderung nach einer flächendeckenden Filterpflicht für dieselbetriebene Baugeräte bekräftigt.
Partikelfilter: Schutz vor Dieselabgasen
Dieselabgase auf deutschen Baustellen gefährden täglich tausende Beschäftigte und Anwohner, so die IG BAU und die DUH. Im Rahmen der Woche der Umwelt forderten sie deshalb die Filterpflicht für dieselbetriebene Baugeräte. Für die auf Baustellen eingesetzten Maschinen läge bislang keine bundesweit geltende Abgasreinigung vor. Lediglich beim Einsatz in ganz oder teilweise geschlossenen Räumen, wie Tunneln und Hallen, gelte die Filterpflicht.
Baumaschinen sind oft lange im Einsatz
Die IG Bau weist darauf hin, dass Baumaschinen - im Gegensatz zu Straßenfahrzeugen - häufig über einen längeren Zeitraum, an einem Ort und den ganzen Tag im Einsatz sind. Dies führe zu einer hohen Konzentration von Schadstoffen, denen die Arbeiter auf der Baustelle ausgesetzt seien. Daran ändere auch der Betrieb im Freien nichts. In der Folge steige das Krebsrisiko innerhalb der Berufsgruppe gegenüber der Durchschnittsbevölkerung um das Doppelte.
Partikelfilter - Nachteile für Arbeitsschutz?
Bereits 2010 hatte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. mehrere Argumente veröffentlicht, die gegen eine generelle Filterpflicht für Baumaschinen sprechen sollen:
- Partikelfilter würden Sekundäremissionen verursachen,
- der Einbau sei auf Grund ihrer Größe mit erheblichen Sichtfeldreduktionen verbunden, die die Arbeitssicherheit gefährde,
- die Kosten für die Nachrüstung würden bei kleineren Baumaschinen bis zu 20 Prozent des Neupreises ausmachen.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie forderte die Maschinenhersteller unter anderem auf, im Gerätedesign von Neumaschinen stärker auf die Vermeidung von Dieselrußemissionen zu achten.
Erste Städte machen Partikelfilter zum Vergabekriterium
Städte wie Frankfurt oder Berlin machen jedoch bereits eine Auftragsvergabe der öffentlichen Hand vom Einsatz von Partikelfiltern für Baumaschinen abhängig. Berlin zum Beispiel hat die Partikelfilter für Baumaschinen als Maßnahme des Luftreinhalteplans 2011 – 2017 aufgenommen und sieht dadurch ein Minderungspotenzial von 141 Tonnen Dieselruß pro Jahr.
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Eigene Baumaschinen und Baustellen in den Blick nehmen
Auch wenn Ihr Unternehmen nicht mit Baumaschinen für die Städte Frankfurt oder Berlin tätig ist, sollten Sie mit Ihrer Geschäftsleitung über die Forderung nach Partikelfilter für Baumaschinen sprechen.
Informationen zu den Vorteilen und Möglichkeiten einer Nachrüstung finden Sie unter anderem bei www.russfrei-bauen.de, einem Online-Angebot der DUH. Dort steht insbesondere eine Datenbank zu den erhältlichen bzw. bereits verbauten Nachrüstfiltersystemen für Baumaschinen zur Verfügung. Unterstützung bietet auch unsere aktuelle Checkliste Partikelfilter für Baumaschinen.
Autor: Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist






