Flurförderzeuge
Staplerfahrer: Jedes Jahr schlimme Arbeitsunfälle
Die Fahrt mit dem flinken Flitzer ist nicht ohne. Jedes Jahr ereignen sich schwere Arbeitsunfälle mit Flurförderzeugen. Schuld ist meist der Mensch, seltener die Technik. Der sichere Umgang mit Gabelstapler und Co. will gelernt sein. Doch das Wissen alleine reicht nicht. Hier ist absolute Konzentration gefragt. Nur wer mitdenkt, ist geschützt.
Staplerfahrer: Jedes Jahr schlimme Arbeitsunfälle (Foto: Pixelio)
Die Unfallberichte der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltung (BGF) zeigen ein trauriges Bild. Immer wieder kommt es beim Führen von Flurförderzeugen zu lebensgefährlichen Verletzungen. Die Ursache ist laut BGF meist beim Staplerfahrer, aber auch in der betrieblichen Organisation zu suchen.
Anforderungen an Staplerfahrer: Nicht jeder darf stapeln
Wer ein Auto fahren kann, kommt mit einem Gabelstapler alle Mal zurecht. Falsch! So einfach geht das nicht. Das Fahren, Arbeiten und Rangieren mit einem Gabelstapler ist ein schwieriges Unterfangen, das gelernt sein will.
Der Staplerfahrer muss mindestens 18 Jahre alt sein und eine entsprechende Ausbildung haben. Aber auch dann darf er sich nicht ohne weiteres hinters Steuer setzen. Er benötigt zusätzlich eine schriftliche Erlaubnis des Betriebs, die bestätigt, dass er berechtigt ist, ein Flurförderzeug zu bedienen.
Erst checken, dann fahren
Die Zeit müssen Sie sich nehmen: Bevor Sie losfahren, sollten Sie sich davon überzeugen, dass Ihr Vehikel in einem einwandfreien Zustand ist - soweit Sie das von außen erkennen können.
Greifen die Bremsen? Lassen sich Hubmast und Hubschlitten problemlos aus- und einfahren? Sind die Reifen in Ordnung? Funktionieren alle Warneinrichtungen? Prima, dann kann es losgehen. Natürlich erst, wenn Sie alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen haben.
Seit Dezember 2002 sind Rückhaltesysteme in Gabelstaplern unter 10 t Tragkraft Pflicht. Das heißt, der Stapler muss entweder mit einem Gurt, einer Bügeltür oder geschlossenen Kabine ausgestattet sein. Die Vorschrift macht Sinn. Es gab und gibt zu viele schwere Unfälle mit umgekippten Gabelstaplern. In den meisten Fällen wurde der Staplerfahrer herausgeschleudert und unter dem Fahrzeug begraben oder zerquetscht.
Auf den Verkehr achten
Fahren Sie auch auf Betriebsgelände immer vorausschauend. Stellen Sie sich vor, Sie fahren durch eine belebte Wohngegend. Hier würden Sie ja auch nicht unüberlegt durchrasen. Schließlich könnte jederzeit ein Fußgänger vors Fahrzeug laufen.
Das Gleiche gilt für Ihren Arbeitsplatz. Sie müssen immer damit rechnen, dass ein unvorsichtiger Kollege Ihren Weg kreuzt. Alle müssen sich an vorhandene Verkehrsregeln halten. Aber auch dann ist Umsicht und Konzentration gefragt:
- Bleiben Sie auf den vorgeschriebenen Wegen.
- Fahren Sie an unübersichtlichen Stellen sowie in Kurven, Steigungen und auf Rampen besonders vorsichtig.
- Schauen Sie immer in Fahrtrichtung.
- Fahren Sie rückwärts, wenn der Gabelstapler so hoch beladen ist, dass Sie nach vorne nichts mehr sehen können.
- Halten Sie Kopf und Gliedmaßen innerhalb des Fahrschutzbügelbereichs.
- Tragen Sie Schutzbekleidung, z. B. einen Helm, wenn Ihr Flurförderzeug keinen Kopfschutz bietet.
- Nehmen Sie keine „Anhalter“ mit. Auf der Ladefläche wird nur die Last transportiert, sonst nichts. Ausnahme: Sie fahren einen Gabelstapler, der mit einer gesicherten Arbeitsbühne ausgerüstet ist.
Vorsicht Rutschgefahr
Rutschende oder kippende Last steht in der Unfallhitliste ganz weit oben. Leidtragende sind meist Kollegen. Sie haben darauf zu achten, dass die Last so verteilt bzw. gesichert ist, dass sie nicht wegrutschen kann. Zusätzlich müssen Sie besondere Vorsicht beim Verladevorgang walten lassen.
Solange Sie mit dem Verladen beschäftigt sind, dürfen sich Unbeteiligte nicht in der Nähe aufhalten. Notfalls müssen Sie sie bitten, sich aus dem Gefahrenbereich zu entfernen. Erst wenn Sie freie Bahn haben, dürfen Sie Ihre Ladetätigkeit fortführen.
Sicher parken
Die Fahrt ist beendet, Ihre Pflichten sind es nicht. Parken Sie Ihr Flurförderzeug so, dass es niemanden behindert oder sogar verletzt (Hubgabel senken). Ziehen Sie die Feststellbremse an, oder benutzen Sie Vorlegeklötze, damit das Fahrzeug nicht weggrollen kann. Zu guter Letzt: Ziehen Sie den Schlüssel ab. So kommt keiner auf die dumme Idee, sich den Gabelstapler mal kurz auszuborgen.
Fazit:
Gehen Sie auf Nummer sicher: Wenn Sie ein Flurförderzeug bedienen, sind Sie darauf angewiesen, dass es einwandfrei funktioniert. Erkennen Sie Mängel, müssen Sie diese Ihrem Vorgesetzten sofort melden. Das Fahrzeug darf erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn es technisch in Ordnung ist. Aber vergessen Sie Ihre persönlichen Sicherheitsmaßnahmen nicht.
Ist Ihr Gabelstapler mit einem Gurt ausgestattet, dann benutzen Sie ihn auch. Ja, es ist aufwendig, sich immer wieder ab- und anzuschnallen. Aber diesen minimalen Zeitaufwand sollten Sie in Kauf nehmen - er kann Ihr Leben retten. Fahren Sie konzentriert, und rechnen Sie immer mit der Unachtsamkeit Ihrer Kollegen. Nur wer lenkt und denkt, schützt sich und andere.
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Links:
- Informationen rund um das Thema „Flurförderzeuge“ finden Sie auf aplusa-online.de.
- BGI 545: Sicherheitslehrbrief für Staplerfahrer
Petra Dietz, Fachjournalistin






