Vorsicht Blickkontakt
LED-Leuchten nicht unterschätzen
Sie bringen Licht ins Dunkel. Aus Alltag und Job sind LED-Lichtquellen nicht mehr wegzudenken. Vor allem Hochleistungs-LED arbeiten präzise und effektiv. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn die starke Leuchtkraft ist nicht ohne. Sie kann Blendungen und Netzhautschäden verursachen.
LED-Leuchten; Foto: pixelio.de
Licht Emittierende Dioden, besser bekannt als LED, liegen in ihrem Helligkeitsgrad irgendwo zwischen Laser und herkömmlichen Lampen. Mit dem Laser verbindet LED das Spektrum und die Quellengröße. Ihre räumliche Abstrahlung hingegen ähnelt oft mehr den konventionellen Lichtquellen.
Das geht ins Auge
Die LED-Strahlung ist nicht stark genug, um die Haut zu verletzen, wie es beispielsweise bei Laser der Fall ist. Aber die Strahlung reicht aus, um Netzhautschäden zu verursachen. Die Gefährdung kann photothermischer oder thermischer Art sein und ist abhängig von der Lichtfarbe (Emissionswellenlänge).
Wobei ein thermischer Schaden, also eine Verbrennung, nur bei den Leuchtfarben Grün, Gelb, Orange und Rot/Infrarot möglich ist. Allerdings sind hier die Grenzwerte sehr hoch und eine Schädigung ist (noch) unwahrscheinlich.
Anders sieht das bei den weißen und blauen LED aus. Sie können zu Schädigungen am Auge führen, wenn die Strahlungsenergie zu groß ist. Diese ergibt sich aus Strahlungsleistung mal Zeit.
Heißt: Egal, ob Sie kurz einer heftigen Strahlungsleistung ausgesetzt sind oder lange einer niedrigen, das Ergebnis ist das Gleiche. Sie setzen sich in beiden Fällen der sogenannten Blaulichtgefahr aus. Das ist sozusagen ein Sonnenbrand auf der Netzhaut.
Doch Sie müssen jetzt keine Angst haben, weil Sie tagtäglich stundenlang auf einen LED-Monitor schauen. Diese Strahlung ist ungefährlich. Bei einer LED-Taschenlampe kann das schon anders sein.
Es ist ratsam, nicht länger als einen kurzen Augenblick (4-5 Sekunden) in den Strahl einer Taschenlampe zu blicken. Wesentlich mehr ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädigend.
Alles Blender
Eigentlich ist unser Auge in der Lage, sich auf Helligkeitsunterschiede einzustellen. Es zieht die Pupille zusammen, um den Lichteinfall zu reduzieren. Doch wird die Bestrahlung zu groß, ist das Auge überfordert. Es wird geblendet. Auslöser können beispielsweise Autoscheinwerfer, Blitzlicht - oder LED-Leuchten sein. Hier spielt die LED-Lichtfarbe übrigens keine Rolle.
Werden Sie geblendet, können Sie zeitweise unter einem eingeschränkten Sehvermögen und Nachbildern leiden. Das ist nicht nur irritierend und unangenehm, es kann im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz auch verheerende Folgen haben.
Die Blendung ist immer abhängig vom Helligkeitsunterschied von Lichtquelle und Umgebung. Die Blendung wird stärker, je dunkler das Umfeld ist. Als Vorsichtsmaßnahme können Sie eine spezielle Schutzbrille tragen.
Doch
leider schützt solch eine Brille nur effektiv gegen die LED-Blendung, wenn die
Gläser recht dunkel sind. Das hat wiederum hat zur Folge, dass man sich mit der
Brille in normal heller Umgebung nur schwer orientieren kann.
Leucht-Intensität
LED-Leuchten werden gemäß dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) einer Gefährdungsanalyse unterzogen. Der Hersteller ist dazu verpflichtet. Nach der europäischen Norm DIN EN 60825-1 werden LED-Taschenlampen einer bestimmten Klasse zugeordnet. Es gibt bisher Leuchten der Klasse 1, 1M, 2 oder 2M. Sie alle stellen keine Gefährdung dar, solange das Auge nicht länger als etwa vier bis fünf Sekunden bestrahlt wird.
Fazit
LED-Leuchten sind in Ihrer Gefährlichkeit nicht mit Lasern zu vergleichen, aber dennoch sollten Sie bewusst mit ihnen umgehen. Dazu gehört, dass Sie andere Menschen nicht direkt beleuchten. Selbstverständlich dürfen auch Sie selbst nur so kurz wie möglich in den LED-Strahl blicken. Wenn Sie mit oder in direkter Nähe von LED-Leuchten arbeiten, sollten Sie dabei eine Schutzbrille mit Neutralfiltern tragen.
Sind Sie öfter oder länger der direkten Bestrahlung von weißen oder blauen LED ausgesetzt, ist es ratsam, eine Schutzbrille mit orangefarbenen Filtergläsern zu tragen. Da diese aber die Umgebungsfarben verändern können, müssen Sie sich vorher mit Ihrer Arbeitsumgebung vertraut machen. Sonst kann es passieren, dass Sie Signal- und Warnzeichen nicht als solche erkennen.
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Informationen zum Downloaden:
Schädigungen der Augen durch optische Strahlung
Petra Dietz, Fachjournalistin






