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Hebewerkzeuge

Mini-Kran entlastet den Rücken

Profectis hat ein innovatives Hebewerkzeug zur Entlastung seiner Mitarbeiter entwickelt und damit den Förderpreis der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (bghw) im Bereich "Innovationen in der Prävention" gewonnen.

Der Mini-Kran entlastet den Rücken

Der Mini-Kran entlastet den Rücken

Reparaturen an Waschmaschinen gehören für die Servicetechniker der Profectis GmbH Technischer Kundendienst mit über 100.000 entsprechenden Aufträgen in 2007 zu den häufigsten Tätigkeiten. Wird ein Wechsel der Wäschetrommel, auch Bottich genannt, notwendig, müssen jeweils zwei Techniker bis zu 50 Kilogramm aus dem teils scharfkantigen Inneren der Maschine heben.

Damit die Wäsche wieder sauber wird

Nach vielen Jahren treuen Dienstes versagt eines Morgens die Waschmaschine. Für den modernen Menschen ist dies eine halbe Katastrophe, denn mit der Hand zu waschen, ist selbst für den Notfall kaum noch üblich. Schnell informiert man also den technischen Kundendienst. Im Fall von Geräten aus den Häusern Quelle, Neckermann oder Karstadt ist dies die Profectis GmbH Technischer Kundendienst in Nürnberg. Dieser Dienstleister verfügt über ein bundesweites Netzwerk von mehr als 500 Außendiensttechnikern. Zu dem angekündigten Servicetermin klingelt es an der Tür und zwei Techniker treten ein.

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Bottichwechsel ist nicht ohne

Mit geschultem Blick betrachten die Techniker die streikende Waschmaschine und stellen fest, dass sie den Bottich, also die Wäschetrommel, reparieren oder austauschen müssen. Dazu müssen sie jedoch zuerst an den Bottich gelangen.

Nach Öffnung der Waschmaschine greifen die beiden Servicetechniker in das Innere der Maschine. Dabei sind ihre Hände und Arme geschützt, denn es besteht die Gefahr von Schnittverletzungen durch so manche scharfe Kante oder Ecke. Nun gilt es, den Bottich aus der Waschmaschine zu wuchten. Der Bottich ist unter anderem durch die dort eingesetzten Gewichte recht schwer, bis zu 50 Kilogramm sind keine Seltenheit.

Körperfernes Heben schwerer Lasten

Die Ausgangsposition bei dem Herausheben dieser schweren Last ist nicht immer ideal. Das Heben findet eher körperfern statt. Eine Belastung des Rückens ist nicht auszuschließen. Und bei der Vielzahl an Bottichwechsel-Einsätzen pro Jahr ist diese mögliche Belastung ohne Frage ein Bereich, an dem Präventionsmaßnahmen ansetzen sollten.

Gleichzeitig gilt es, die möglichen Quetsch- und Schnittverletzungen an den Händen und Armen bei der Arbeit im Inneren der Waschmaschine zu vermeiden. Profectis hat dies erkannt und eine eigene Lösung entwickelt, wie Nico Pirner, Technische Leitung bei Profectis, in dem Interview mit SIFATipp beschreibt: Den Mini-Kran.

Mini-Kran mit großer Wirkung

Aus verschiedenen Lösungsansätzen bei Profectis ist letztlich eine Art Mini-Kran hervorgegangen. Dieser Mini-Kran ist selbst ein Leichtgewicht, kann aber schwere Lasten heben.

Das bei Profectis selbst entwickelte Hebewerkzeug besteht aus steckbaren und leichten Aluminiumteilen. Der Aufbau des Mini-Krans ist nicht nur einfach, sondern benötigt nur wenige Minuten. Zeit, die der Servicetechniker vor Ort sicher gerne investieren wird. Im Gegenzug steigt nicht nur die Arbeitssicherheit, sondern es werden sogar noch Kosten eingespart. Durch den Mini-Kran als Hebewerkzeug kann auf den zweiten Servicemitarbeiter verzichtet werden, der bei Waschmaschinen-Reparaturen eigentlich immer nur dabei sein musste, um bei dem Bottichwechsel zu helfen.

Kranbau im Kleinen

Das spezielle Hebewerkzeug ist schnell montiert. Zuerst werden zwei Seitenteile mit einem Spannband auf der Waschmaschine befestigt. Zwei Seitenträger ergänzen die Konstruktion, die durch eine Querstrebe stabilisiert wird. Nun fehlen nur noch die Umlenkrollen für den Seilzug und eine Kurbel. Die Wäschetrommel wird danach mit dem Spannband an den Mini-Kran gehängt, und schon kann der Bottich herausgezogen werden. Dazu kurbelt der Techniker langsam die Trommel in die Höhe, ohne große Anstrengung für den Rücken und ohne mögliche Schnittverletzung oder Quetschung.

Gitter als Arbeitsplattform

Eine Art Gitter wird dann auf die Waschmaschine und unterhalb der hochgekurbelten Wäschetrommel abgelegt und dient als Arbeitsplattform. Hier kann der Techniker dann die notwendigen Reparaturen durchführen, die Trommel zerlegen und Stück für Stück auf den Boden oder einen kleinen Transportwagen legen. Der Einbau des Bottichs erfolgt dann wieder über den Mini-Kran. Wenn die Trommel angehoben und das Gitter wieder entfernt wurde, kann der Bottich dann in das Innere der Maschine gelassen werden. Dabei achtet der Techniker auf die richtige Positionierung und schützt sich mit Handschuhen vor dem Kontakt mit den Ecken und Kanten.

Umlegen ist keine Alternative

Nun könnte man auf die Idee kommen, dass der Wechsel des Bottichs ja einfacher wäre, wenn man die Waschmaschine dazu auf die Seite legt. Dieser Lösungsversuch ist aber keine wirkliche Alternative, denn dabei kann man eine ungewollte Beschädigung der Waschmaschine und des Bodens bei dem Kunden nicht ausschließen.

Das Hebewerkzeug dagegen kann die Zahl der Schnitt- und Quetschverletzungen verringern und den Rücken der Techniker entlasten. Gute Gründe dafür, dass die Jury der BGHW (Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution) diese Präventionslösung mit dem 1. Preis des Förderpreises 2008 in der Kategorie "Innovationen in der Prävention" (Unternehmen) ausgezeichnet hat.

Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist


 

Veröffentlicht:
2008-12-11

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