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Audit erfolgreich

Arbeitsschutz macht auch vor Arktis und Antarktis nicht halt

Als landesweit erste Forschungseinrichtung wurde das Alfred-Wegener-Institut für seine Arbeitsschutzorganisation ausgezeichnet. Das Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten und koordiniert die Polarforschung in Deutschland. Dazu verfügt es nicht nur über eine Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis, sondern auch über ein Arbeitsschutz-Management-System.

Peter Marold, Stabstelle Arbeitsschutz am Alfred-Wegener-Institut

Peter Marold, Stabstelle Arbeitsschutz am Alfred-Wegener-Institut

Audit erfolgreich absolviert

Wie in einem kürzlich stattgefundenen Audit nachgewiesen, entspricht das Arbeitsschutz-Management-System des „Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft“ den Kriterien der gesetzlichen Unfallversicherung VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft) und den Anforderungen des nationalen Leitfadens für Arbeitsschutz-Managementsysteme (NFL/ILO-OSH 2001).

Gefahrstoffe im Blick behalten

Im Rahmen der Veranstaltung zur Überreichung des Zertifikats stellte das Alfred-Wegener-Institut auch die im Haus entwickelte Arbeitsschutz-Software vor.

Das entsprechende Software-Modul für die Gefahrstoffverwaltung verfügt über eine Schnittstelle zu der gemeinsamen Stoffdatenbank des Bundes und der Länder (GSBL), die vom Umweltbundesamt koordiniert wird.

 

Genutzt wird bereits ein Softwaremodul für das Raummanagement, so dass sich mit der vom AWI entwickelten Arbeitsmanagement-Software unter anderem Gefahrstoffstandorte, Raumverantwortlichkeiten sowie Raumeigenschaften abbilden lassen. Peter Marold, Stabstelle Arbeitsschutz des Alfred-Wegener-Institutes in Bremerhaven, stellte sich den Fragen von SIFATipp.de.

SIFATipp: Warum haben Sie sich als Forschungsinstitut dazu entschieden, ein Arbeitsschutz-Management zu etablieren und zertifizieren zu lassen?

Peter Marold: Im Alfred-Wegener-Institut ist eines der Unternehmensziele "Sicherheit und Gesundheit". Das Direktorium legt Wert auf die Umsetzung dieses Unternehmenszieles.

Wie haben Sie das Arbeitsschutz-Management-System denn eingeführt?

Peter Marold: Die Stabsstelle Arbeitsschutz hat eine Matrix für die vorhandene Arbeitsschutzorganisation erstellt und in die Matrix des "AMS-Dienstleister" der VBG überführt.

Zusätzlich hat Ihr Institut ja die Arbeitsschutz-Managementsoftware selbst entwickelt. Gab es keine geeigneten Systeme auf dem Markt oder waren Ihre Anforderungen zu speziell?

Peter Marold: Die sich auf dem Markt befindlichen Lösungen konnten unsere Anforderungen nur in Teilbereichen erfüllen.

Welche besonderen Möglichkeiten bietet die Software?

Peter Marold: Die Software ist modular aufgebaut und an die jeweiligen Bedürfnisse anpassbar. Zudem wurde eine Schnittstelle zur Nutzung der Daten des GSBL (Gemeinsamer Stoffdatenpool des Bundes und der Länder) vom Umweltbundesamt entwickelt.

Hier wurde zum ersten Mal seit Bestehen dieser Datenbank eine Schnittstelle für Eigenentwicklungen etabliert. Die Software hat dadurch Zugang zu einer der größten Stoffdatenbanken Deutschlands.

Wie hilft die Software dabei, den Unfallgefahren und Belastungen für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu begegnen?

Peter Marold: Durch die integrierten Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungsvordrucke und Betriebsanweisungen werden mögliche Unfallgefahren bereits im Vorfeld erkannt und frühzeitig minimiert.

Sind denn in der Vergangenheit bereits Arbeitsunfälle aufgetreten?

Peter Marold: In der Vergangenheit waren nur geringfügige Unfälle zu verzeichnen.

Wie ist der Arbeitsschutz bei Ihnen personell organisiert? Kommt Ihre Software auch in der Arktis und Antarktis zum Einsatz oder gibt es dafür andere Lösungen?

Peter Marold: Der Arbeitsschutz ist als Stabsstelle dem Direktorium unterstellt. Expeditionsteilnehmer werden bei uns vor Antritt der Expedition speziell geschult. Für die Außenstellen brauchen wir keine zusätzliche Lösung. Das gesamte Alfred-Wegener-Institut inklusive der Außenstellen wird in der Software abgebildet.

Welche Tipps können Sie anderen Forschungseinrichtungen und generell anderen Organisationen geben, die ein Arbeitsschutz-Management-System einführen wollen?

Peter Marold: Mein Tipp für die Leser ist: Erstellen Sie zuerst eine Matrix der vorhandenen Arbeitsschutzorganisation. Durch interne Audits können Sie die Schwachstellen aufdecken.

SIFATipp: Vielen Dank, Herr Marold!

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Die Fragen stellte Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist

Veröffentlicht:
2008-02-25

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