Sachsen-Anhalt
Gesundheitsmanagement bei der Polizei
Die Polizei in Sachsen-Anhalt untersucht systematisch die Arbeitsbedingungen ihrer 10.000 Beschäftigten. Zu den gesundheitlichen Gefahren des Polizeidienstes gehört nicht nur das Risiko, im Einsatz verletzt zu werden. Auch der "ganz normale" Polizeialltag ist nicht immer förderlich für die Gesundheit.
Gesundheitsmanagement bei der Polizei
Ein Projekt zum Gesundheitsmanagement "fahndet" deshalb seit einiger Zeit systematisch nach vermeidbaren Belastungen und Möglichkeiten, gesundheitliche Ressourcen gezielt zu fördern. Inzwischen ist ein beachtlicher Katalog von Verbesserungsvorschlägen und Umsetzungsideen entstanden.
Der Ausgangsbefund war eindeutig. Mit 6,7 % hatte der Krankenstand der Landespolizei Sachsen-Anhalt im Jahr 2003 ein alarmierendes Maß erreicht. Für die Ursachenforschung im Bereich der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten nutzte die Behörde den Gesundheitsbericht, Mitarbeiterbefragungen und Arbeitssituationsanalysen. Dabei baute man auf das Wissen der Beschäftigten selbst, die als Experten in eigener Sache ihre Arbeitssituation meist am besten beschreiben können.
Bereits diese Form der Beteiligung schaffte Vertrauen, förderte die Kommunikation und trug zu einer Verbesserung der Motivation und des Betriebsklimas bei und weckte nicht zuletzt die Bereitschaft zu Veränderungen. Innerhalb von eineinhalb Jahren wurden mehr als 1300 Beschäftigte der Landespolizei in Gruppendiskussionen befragt. Eigens geschulte Moderatoren der Landespolizei befragten dabei jeweils 15 Teilnehmer eines Bereichs und einer Hierarchieebene.
Die Interviews ermittelten sehr konkret den Verbesserungsbedarf in den Bereichen Arbeitsorganisation, Tätigkeit, Vorgesetztenverhalten, Gruppenklima und Tätigkeit, brachten aber auch Veränderungswünsche und Vorschläge hervor. Die Ergebnisse der Interviews wurden anschließend mit den Leitungsebenen und den Beschäftigten diskutiert.
Ein Beratungsteam entwickelte daraus einen Maßnahmenkatalog mit Vorschlägen zu folgenden Bereichen:
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Führungskräfteentwicklung
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Seminarmodule zur Erhöhung persönlicher Ressourcen (z. B. Zeit-, Stress-, Selbst- und Besprechungsmanagement, Führen schwieriger Gespräche, Mitarbeitermotivation...)
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Gesundheitscoaching für Führungskräfte
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Überprüfung des bestehenden Schichtdienstmodells hinsichtlich einer verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie
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Einführung eines Eingliederungsmanagements
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Verbesserung des Nichtraucherschutzes
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Einrichtung von Kriseninterventionsteams zur psychosozialen Notfallversorgung von Polizeivollzugsbeamten bei/ nach traumatischen oder belastenden beruflichen oder privaten Ereignissen sowie in Konflikt- und Krisensituationen
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Informationsveranstaltungen zu gesundheitsfördernden Themen durch Polizeiärzte im Rahmen von Schulungstagen
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Betreuungskonzepte für die Präventionsfelder Ernährung, Bewegung, Psyche und Stress sowie Sucht
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Programm zur Reduzierung von Adipositas
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Einrichtung dienststelleninterner Rückenschulen
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Beratungsangebote zur besseren Bewältigung des Übergangs in den Ruhestand
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Dienstvereinbarung zum partnerschaftlichen Verhalten und gegen "Mobbing"
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Verbesserung der Suchtkrankenhilfe
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Angebot landesweiter Präventionsprogramme für Polizeivollzugsbeamte in Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern, wie Gesundheits-, Sport- und Rehazentren, Fitnessstudios u.a. zur Erhöhung persönlicher Ressourcen
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Thematische Gesundheitstage in allen Behörden und Einrichtungen
Zur Umsetzung dieses Maßnahmenkatalogs wurden in den einzelnen Behörden und Dienststellen Arbeitskreise für Gesundheit eingerichtet, die konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeiteten. Neben vielen konkreten Verbesserungen wurde durch das Projekt Gesundheitsmanagement auch ein neues Denken für die Beschäftigten erfahrbar: Es ist den Dienstvorgesetzten nicht egal, wie und unter welchen Voraussetzungen sie ihre Arbeit verrichten. Ihre Probleme, Ideen und Anregungen werden ernst genommen und haben konkrete Veränderungen zur Folge. Im Jahre 2008 werden die durchgeführten Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit hin evaluier
Ergebnisse
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Kommunikation des Themas Gesundheit, d.h. bei allen Vorhaben wird an mögliche Über- und Fehlbeanspruchungen der Beschäftigten gedacht
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Verringerung bzw. besserer Umgang mit den Arbeitsbelastungen/ Aufbau von Ressourcen
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Verbesserung der Arbeitszufriedenheit
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Verbesserung des Betriebsklimas und der "Unternehmenskultur"
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Familie und Beruf werden besser vereinbar
Quelle: www.inqa.de






