Gesundheit
Betriebliche Gesundheitsförderung: Sechs Schritte zum Erfolg
Die Gesundheit der Mitarbeiter ist eine der wichtigsten Säulen einer erfolgreichen Firma. Sie zu schützen und zu fördern wird belohnt durch ein gutes Betriebsklima, motivierte Mitarbeiter, geringere Ausfallzeiten, weniger Lohnfortzahlungen. Immer mehr Unternehmen entwickeln deshalb Programme zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Als Arbeitsschutzbeauftragter sind Sie dabei ein wichtiger Ansprechpartner. Hier die wichtigsten Infos.
Betriebliche Gesundheitsförderung: mehr als Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung allein
Wenn es um betriebliche Gesundheitsförderung geht, sind Sie der Experte, denn Sie sind am besten mit den gesundheitlichen Risiken und Gegenmaßnahmen im Unternehmen vertraut. Ein betriebliches Gesundheitsförderungsprogramm betrifft jedoch mehr als Arbeitsschutz und Mitarbeitergesundheit. Es greift tief in die Unternehmensstruktur ein und muss deshalb vom gesamten Unternehmen getragen werden.
Von der Geschäftsführung, weil der gesamte Führungsstil gründlich unter die Lupe genommen und gegebenenfalls verbessert wird, bis zu jedem einzelnen Mitarbeiter, der sich aktiv an der Umsetzung beteiligen muss. Programme zur betrieblichen Gesundheitsförderung sind langwierig, kompliziert und erfordern viel Vorbereitung und Unterstützung. Doch wenn sie greifen, profitieren alle davon.
Vorteile der betrieblichen Gesundheitsförderung für Mitarbeiter
Bei einem Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung wird nicht nur darauf geachtet, dass der Arbeitsplatz gesund gestaltet ist. Ein Ziel jeden erfolgreichen Programms ist, dass die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter reduziert wird, ohne dass die Produktivität leidet. Das funktioniert zum Beispiel durch geänderte Schichtpläne, direkte Kommunikationswege und klare Kompetenzverteilung.
Die Folgen für den einzelnen Mitarbeiter:
- die Arbeitsbelastung wird reduziert
- ein besseres Betriebsklima
- mehr Arbeitsfreude und Motivation
- gesünderer Lebensstil auch außerhalb der Firma
Vorteile der betrieblichen Gesundheitsförderung für das Unternehmen
Nur gesunde, motivierte und zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. Weil das Programm auch in das Räderwerk des Unternehmens eingreift, bringt es zusätzlich Abläufe und Prozesse auf Vordermann
- Kosten durch Fehlzeiten, Fluktuation und Lohnfortzahlungen sinken
- Produktivität steigt
- Produkt- und Dienstleistungsqualität steigen
- Image und Kundenzufriedenheit werden verbessert
- Flexibilität und Innovationsfähigkeit werden gestärkt
Hilfe von außen
Krankenkassen haben nicht nur ein aktives Interesse an der Gesundheit ihrer Mitglieder, sie sind auch gesetzlich dazu verpflichtet, Unternehmen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung zu unterstützen.
Auszug aus dem Sozialgesetzbuch V, Kapitel 3 § 20a Betriebliche Gesundheitsförderung
"(1) Die Krankenkassen erbringen Leistungen zur Gesundheitsförderung in Betrieben (betriebliche Gesundheitsförderung), um unter Beteiligung der Versicherten und der Verantwortlichen für den Betrieb die gesundheitliche Situation einschließlich ihrer Risiken und Potenziale zu erheben und Vorschläge zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation sowie zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen und Fähigkeiten zu entwickeln und deren Umsetzung zu unterstützen."
Es lohnt sich also auf jeden Fall, diese Unterstützung anzunehmen und einen Experten von der Krankenkasse mit ins Boot zu holen. Allerdings beinhaltet das Programm auch eine Überarbeitung der gesamten Firmenstruktur. Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein eigener betriebswirtschaftlicher Fachbereich, deshalb sollte eine spezialisierte Unternehmensberatung den Prozess von Anfang an bis zum Ende, also der Erfolgskontrolle begleiten.
Sechs Schritte zum Erfolg
Verantwortlichkeiten festlegen: Lassen Sie auf keinen Fall zu, dass Ihnen die alleinige Verantwortung für das Projekt übertragen wird. Gesundheitsmanagement ist eine Führungsaufgabe, deswegen muss die Verantwortung auch in der Geschäftsführung bleiben. Sie können unterstützen, koordinieren, beraten und umsetzen.
- Bestandsaufnahme: Bei der Ist-Analyse können Sie wertvolle Informationen liefern und Antworten auf Fragen geben wie: Welche Einflüsse auf die Gesundheit der Mitarbeiter sind im Unternehmen vorhanden? Liegen irgendwo Missstände vor? Fühlen sich die Mitarbeiter körperlich und seelisch wohl? Welche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung existieren bereits?
- Projektziele festlegen: Zur Festlegung der Ziele gehört neben dem „was“ ein „wann“ und ein „wie“. Auch Sie sollten darauf achten, dass die Ziele realistisch sind, im Interesse aller Mitarbeiter liegen und nachprüfbar sind.
- Planung und Umsetzung von Maßnahmen: Als Arbeitsschutzexperte werden Sie für die Planung und Umsetzung einiger Maßnahmen, die in Ihren Bereich fallen, verantwortlich sein. Wichtige Fragen für Sie: Wo sind welche Maßnahmen sinnvoll? Wer ist davon betroffen? Wer muss mit einbezogen werden? Mit welchen Maßnahmen wird begonnen?
- Überprüfung der Maßnahmen: Nach dem im dritten Schritt festgelegten Zeitraum werden die Ziele anhand der Qualität und Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen überprüft. Jetzt lässt sich auch abschätzen, ob Verbesserungen oder Änderungen an den einzelnen Maßnahmen nötig sind, welche Maßnahmen nichts gebracht haben und welche man an ihrer Stelle einführen kann.
- Implementierung: Die besten Maßnahmen haben Bestand und werden fest in das Unternehmen übernommen. Jeder hat dazu beigetragen, Erfahrungen gesammelt und profitiert bereits von den Veränderungen. Nach einiger Zeit kann der Prozess wieder von neuem beginnen, um die betriebliche Gesundheitsförderung kontinuierlicher und nachhaltiger zu gestalten.
Fazit
Machen Sie sich bewusst, dass Sie einen wichtigen Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung leisten. Aber Sie müssen auch andere mit ins Boot holen. Wie wichtig Ihr Schulterschluss mit der Geschäftsführung ist, veranschaulicht die Broschüre „Gesunde Mitarbeiter in gesunden Unternehmen“ der „WHP In Europe“, dem europäischen Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung.
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Lisa Reisch, Freie Journalistin






