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Arbeitsschutzmanagement

Kennzahlen: Weniger ist mehr!

Kennzahlen zum Arbeitsschutz zeigen Problemstellen auf und erleichtern Entscheidungen. Sie sind aber nur dann ein hilfreiches Instrument im Arbeitsschutzmanagement, wenn sie sinnvoll ausgewählt und genau bestimmt werden.

Kennzahlen sind auch im Arbeitsschutz ein sinnvolles Instrument

Kennzahlen sind auch im Arbeitsschutz ein sinnvolles Instrument

Kennzahlen sind wichtig, daran besteht kein Zweifel. Ohne Kennzahlen fehlt der Überblick über die Entwicklung in der Vergangenheit, die genaue Kenntnis über den Ist-Zustand und die Möglichkeit, eine sinnvolle Prognose zum weiteren Verlauf zu erstellen.

Vorsicht im Kennzahlen-Dschungel

Kennzahlen sind ein zentrales Steuerungsinstrument. Das gilt für das komplette Unternehmen genauso wie für den Arbeitsschutz und die Gesundheitsförderung im Betrieb. Leider führt die große Bedeutung von Kennzahlen dazu, dass entweder zu viele Kennzahlen definiert werden oder dass man sich erst gar nicht an das wichtige Thema herantraut.

 

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Kein Arbeitsschutzmanagement ohne Kennzahlen

Wie sieht es in Ihrem Arbeitsschutzmanagement-System (AMS) aus? Haben Sie noch keine Kennzahlen? Oder haben Sie bereits zu viele Kennzahlen? Beides wäre für den Arbeitsschutz in Ihrem Unternehmen nicht gut. Wenn Sie noch keine Kennzahlen haben, sollten Sie umgehend mit der gezielten Suche passender Kennzahlen beginnen. Haben Sie mehr Kennzahlen, als Sie in der verfügbaren Zeit sinnvoll bestimmen und auswerten können, ist es Zeit für eine Kennzahlen-Diät.

Kennzahlen brauchen Inhalt und Auswertung

Kennzahlen bringen nur dann etwas für Ihr AMS und eine positive Entwicklung im betrieblichen Arbeitsschutz, wenn die Berechnungen und Messungen für die Kennzahlen tatsächlich durchgeführt werden. Ebenso sind Kennzahlen nur dann eine realistische Entscheidungsgrundlage, wenn man sie regelmäßig auswertet und den Verlauf betrachtet.

 

 Kennzahlen im Arbeitsschutz
  • müssen wirklich messbar sein,
  • ihre Ermittlung darf nicht zu aufwändig sein,
  • müssen eine Aussagekraft besitzen.


Typische Fehler bei Kennzahlen vermeiden

Werden Fehler bei der Wahl und im Umgang mit Kennzahlen gemacht, können die zentralen Vorteile eines Kennzahlensystems im Arbeitsschutz nicht genutzt werden. Die gewünschte Optimierung im Arbeitsschutz stellt sich nicht ein. Häufige Fehler in Verbindung mit Kennzahlen sind zum Beispiel:

  • Es werden ausschließlich weiche Kennzahlen genutzt, die sich nicht direkt messen lassen, sondern durch aufwändige Befragungen ermittelt werden müssen.
    Der große Befragungsaufwand führt dazu, dass die Kennzahlen zu selten ermittelt werden.
  • Die Kennzahlen sind zu allgemein, es lassen sich keine direkten Schritte daraus ableiten (z.B. Beurteilung des AMS durch die Beschäftigten in Schulnoten).
  • Es werden Kennzahlen definiert, aber keine Zielwerte dafür.
    Die Messungen zeigen zwar eine Entwicklung, können aber nicht richtig bewertet werden.
  • Die Kennzahlen werden nur für Teilbereiche erstellt und liefern so ein falsches Gesamtbild.

Ein gutes Kennzahlensystem ist also gar nicht so einfach zu definieren und zu betreiben.

Grundlegende Kennzahlen in den Fokus

Nehmen Sie deshalb die Basis-Kennzahlen im Arbeitsschutz zuerst in den Fokus. Wenn Sie weiteren Aufwand in Ihr Kennzahlensystem stecken können, nehmen Sie weitere sinnvolle Kennzahlen hinzu.

Weniger ist mehr

Streng nach dem Motto „Weniger ist mehr“ sollten Sie sich zuerst auf folgende Kennzahlen konzentrieren:

  • Anzahl der Arbeitsunfälle pro Zeiteinheit und Mitarbeiterzahl (Unfallquote)
  • Anzahl unfallbedingter Ausfalltage pro Zeiteinheit und Mitarbeiterzahl
  • Anzahl unfallbedingter Ausfalltage pro Unfall
  • Anzahl tödlich verunglückter Mitarbeiter pro Zeiteinheit
  • Anzahl Beinaheunfälle pro Zeiteinheit und Mitarbeiterzahl
  • Anzahl Krankheitstage pro Zeiteinheit und Mitarbeiterzahl

In der aktuellen Arbeitshilfe Kennzahlen im Arbeitsschutz finden Sie weitere Kennzahlen, die Sie ergänzen können.

Fangen Sie lieber klein und dafür richtig an, anstatt ein umfangreiches Kennzahlensystem zu entwickeln, das letztlich nicht richtig genutzt wird.

Autor: Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist

Veröffentlicht:
2012-03-28

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