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Lärmschutz

Lärmexposition am Arbeitsplatz

Lärm am Arbeitsplatz kann zur Gesundheitsbelastung werden. Je nach Tätigkeit und persönlichem Empfinden können Geräusche bei der Arbeit lästig und störend sein. Die geänderte Norm DIN 45645-2 hilft Ihnen, Messwerte richtig zu ermitteln und zu interpretieren.

Die Lärmexposition am Arbeitsplatz ist eine sehr subjektive Empfindun

Die Lärmexposition am Arbeitsplatz ist eine sehr subjektive Empfindun

Die Höhe einer Lärmbelastung wird meist durch den sogenannten Beurteilungspegel oder den Tagesexpositionspegel angegeben. Wie eine Lärmbelastung bestimmt wird, legt u.a. die DIN 45645-2 fest.

Die neue DIN 45645-2: Lärmexposition am Arbeitsplatz

Als Reaktion auf die neue ISO 9612 (Bestimmung der Lärmexposition am Arbeitsplatz) wurde die Norm DIN 45645-2 (Ermittlung des Beurteilungspegels am Arbeitsplatz bei Tätigkeiten unterhalb des Pegelbereichs der Gehörgefährdung) neu herausgegeben. Wie die Bezeichnung der Norm besagt, beschränkt sie sich auf den Lärmpegelbereich unterhalb der Gehörgefährdung. Auch diese Lärmexposition ist relevant, denn dies ist der Bereich der Belästigung und Störung durch Geräusche am Arbeitsplatz.

Geräusche als Störung und Belästigung

Tätigkeiten mit einer erhöhten Anforderung an die Konzentration werden als belastend empfunden, wenn sie nicht in Ruhe erledigt werden können. Was bereits als Störung angesehen wird, hängt zum einen von der Tätigkeit selbst, aber auch von dem einzelnen Beschäftigten ab. Generell werden Tätigkeiten unterhalb des Pegelbereichs der Gehörgefährdung unterschieden in

  • überwiegend geistige Tätigkeiten,
  • einfache oder eingeübte Bürotätigkeiten und
  • sonstige Tätigkeiten.

Lärm: eine sehr subjektive Empfindung

Das persönliche Empfinden von Lärm hängt von der körperlichen und psychischen Verfassung ab. Ebenso bestimmen die Art eines Geräuschs und die persönliche Erfahrung mit diesem bestimmten Geräusch die Einstellung dazu - und  ob das Geräusch als störend empfunden wird oder nicht. So kann zum Beispiel ein Gespräch unter den Kollegen (= Geräusch mit Informationsgehalt) als besonders störend bei der geistigen Tätigkeit empfunden werden.

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Basis der Lärmmessung ist die Arbeitsanalyse

Ohne die Messverfahren im Detail zu beschreiben (hier sei auf die Norm verwiesen), ein Hinweis auf die besondere Bedeutung der Arbeitsanalyse vor der Messung:

  • Die jeweiligen Tätigkeiten an einem Arbeitsplatz müssen genau betrachtet werden, um Unterschiede bei der Lärmexposition feststellen und berücksichtigen zu können.
  • Sinnvoll ist es, Beschäftigte mit gleichen Tätigkeiten in Gruppen zusammenzufassen, um den Analyseaufwand überschaubar zu halten.
  • Die Messung muss alle Arbeitsphasen einer Tätigkeit berücksichtigen.
  • Typische Geräusche in den Arbeitsphasen müssen entsprechend ihrer Häufigkeit in der Messung aufgenommen werden, untypische Geräusche gehören nicht in die Messung.
  • Tätigkeiten, die zum Teil aus überwiegend geistiger Arbeit und zum Teil aus einfachen Bürotätigkeiten bestehen, sollten in Teiltätigkeiten zerlegt werden, die einzeln betrachtet werden.
  • Die Arbeitszeit kann auch in Teilzeiten zerlegt werden, wenn in bestimmten Zeitphasen einheitliche Lärmexpositionen auftreten. Der Beurteilungspegel bestimmt sich dann aus einer zeitlichen Mittelung.
  • Da selbst verursachte Geräusche als weniger störend empfunden werden, sollten Eigengeräusche aus der Messung ausgeschlossen werden.

Was kommt nach der Lärmmessung?

Nach Bestimmung des Beurteilungspegels und dem Abgleich mit den jeweiligen Maximalwerten aus der Norm gilt es, möglichen Lärm und ermittelte Störgeräusche zu minimieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sie für die jeweilige Arbeitsplatzsituation prüfen sollten, z.B.

  • geräuscharme Maschinen und Geräte beschaffen
  • auf geräuscharme Arbeitsverfahren umstellen
  • Schallschutz in den Räumlichkeiten einsetzen

Hilfestellung, um die Lärmexposition am Arbeitsplatz zu bestimmen, finden Sie in der Checkliste Lärmexposition am Arbeitsplatz.

Autor: Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist

Veröffentlicht:
2011-08-18

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