Schweißen
Ohne Angstschweiß bei Schweißarbeiten
Meist hat die verantwortliche Sicherheitsfachkraft nicht viel mit Schweißarbeiten und Schweißgeräten zu tun – es sei denn, sie muss sie prüfen oder Fremdfirmen-Mitarbeiter kommen in den Betrieb zum Schweißen und müssen eingewiesen werden.
Schweißarbeiten
Da Schweißarbeiten aber generell nicht ungefährlich sind, haben wir einige Hinweise zusammengetragen, die beim Umgang mit Schweißgeräten helfen sollen. Sie ersetzen keine vollständige Prüfung und können nur auf einige mögliche Gefahrenherde aufmerksam machen.
Grundsätzlich sind Schweißarbeiten eine gefahrgeneigte Tätigkeit. Zur Erhöhung der Sicherheit gibt es eine so genannte Schweißaufsichtsperson. Diese Person muss als Vorgesetzte in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich durch geeignete Maßnahmen dafür sorgen, dass die Bedingungen für das Arbeiten nach den für sie geltenden Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften gegeben sind.´
Der Unternehmer bzw. über entsprechende Bestellung die Schweißaufsichtsperson ist verpflichtet, die Beschäftigten auf Gefahren an ihrem Arbeitsplatz hinzuweisen und sie über alle Schutzmaßnahmen zu informieren. Eine vollständige Unterweisung umfasst darüber hinaus das Einüben von Verhaltensregeln.
Unterweisungen – auch das ist für Sicherheitsfachkräfte nichts wirklich Neues – sind grundsätzlich Aufgabe des Vorgesetzten. Sie finden vor Aufnahme einer Tätigkeit und dann mindestens einmal im Jahr statt.
Unterweisungen müssen dazu schriftlich festgehalten und von den Beschäftigten mit ihrer Unterschrift bestätigt werden. Hier einige Hinweise für eine erste Kontrolle von Schweißgeräten:
- Sämtliche Kabel und Leitungen müssen fest, unbeschädigt, isoliert und ausreichend dimensioniert sein. Lose Verbindungen, angeschmorte oder beschädigte Kabel und Leitungen müssen sofort erneuert werden. Kabel oder Leitungen dürfen weder um den Körper noch um Körperteile geschlungen werden.
- Das Schweißgerät darf nur an einem Netz mit Schutzleiter und einer Steckdose mit Schutzleiter-Kontakt betrieben werden. Wird das Gerät an einem Netz ohne Schutzleiter und an einer Steckdose ohne Schutzleiterkontakt betrieben, gilt dies als grob fahrlässig. Für hieraus entstandene Schäden haftet der Unternehmer bzw. die Schweißaufsichtsperson.
- In den Wicklungen des Trafos sollte sich kein Staub ablagern – er scheuert beim Ein- und Ausschalten die Isolation ab. Staubfilter vor dem Lufteinlass bringen Abhilfe. Auf dem Boden liegende Zwischenschlauchpakete werden vom Schleifstaub bis auf die Kupferleitungen durchgescheuert.
- Das CE-Zeichen auf der Schweißmaschine dokumentiert die Erklärung des Herstellers, dass sein Produkt die Sicherheitsanforderungen der europäischen Richtlinien erfüllt.
- Zwischen den Schweißelektroden zweier Schweißgeräte kann die doppelte Leerlaufspannung eines Schweißgerätes auftreten. Bei gleichzeitiger Berührung der Potentiale beider Elektroden besteht Lebensgefahr. Auch die Elektrode des nicht verwendeten Schweißbrenners/Elektrodenhalters ist potentialführend. Sorgen Sie für eine ausreichend isolierende Ablage des nicht verwendeten Schweißbrenners/Elektrodenhalters.
- Netz- und Gerätezuleitung müssen regelmäßig von einer Elektrofachkraft auf Funktionstüchtigkeit des Schutzleiters überprüft werden. Alle elektrischen Geräte, Verteiler, Leitungen, Kabel, Stecker müssen in einem einwandfreien Zustand sein. Vor der Benutzung muss der Schweißer eine Sichtkontrolle durchführen. Kabelschäden infolge hoher Temperaturen beim Schweißen müssen vermieden werden.
Beim Einsatz von Schweißgeräten kann es zu folgenden Problemen mit elektrotechnischem Hintergrund kommen:
- Beim MIG/MAG-Schweißen sind der Schweißdraht, die Drahtspule, die Antriebsrollen sowie alle mit dem Schweißdraht in Verbindung stehenden Metallteile spannungsführend. Den Drahtvorschubkoffer immer auf einem ausreichend isolierten Untergrund aufstellen und darauf achten, dass sich innerhalb keine Drahtreste oder Schleifstaub befinden.
- Für geeigneten Selbst- und Personenschutz durch gegenüber dem Erd- bzw. Massepotential ausreichend isolierende, trockene Unterlage oder Abdeckung sorgen. Der Schweißer darf nicht auf löchrigen Sohlen in einer Wasserlache stehen.
- Bei Schlosserarbeiten mit Winkelschleifer in engem Behälter mit leitender Oberfläche besteht eine erhöhte elektrische Gefährdung, weil die leitfähige Umgebung bei dieser Arbeit großflächig mit dem Körper berührt werden kann. Beim Auftreten eines Isolationsfehlers im Arbeitsmittel oder an der Leitung kann es wegen des geringen Körperwiderstandes zu einem so hohen Strom durch den menschlichen Körper kommen, dass auch trotz kurzer Einwirkungsdauer Lebensgefahr besteht. Grundsätzlich sind Werkstückklemmen möglichst nahe an der zu schweißenden Stelle zu befestigen. Für eine feste Verbindung der Werkstückklemme mit dem Werkstück sorgen.
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Dipl.-Ing. Reinhard Örtl
ist Schweißfachingenieur IWE und arbeitet für die Liebherr GmbH






