Gesundheitsmanagement
Gesunde Mitarbeiter durch betriebliches Gesundheitsmanagement
Vorbeugen ist besser als heilen ‒ nach diesem medizinischen Grundsatz hat sich ein Konzept etabliert, dass immer mehr Unternehmen umsetzen. Die Rede ist von Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF), oder einfach: „Gesundheitsmanagement“. Die Metabo GmbH bietet es parallel zu ihrem Betriebseingliederungsmanagement an. Denn beides ist unverzichtbar für die Firma und ihre Mitarbeiter.
Foto: metabo
Der Werkzeughersteller aus Nürtingen zählt bereits zu den Vorreitern im Disability Management: Ist ein Mitarbeiter durch längere Krankheit ausgefallen, wird er behutsam wieder eingegliedert. Idealerweise sollte es aber gar nicht erst so weit kommen. Deshalb hat sich das Integrationsteam des Unternehmens noch ein weiteres Ziel gesteckt: Die Gesundheit der Mitarbeiter stärker zu fördern und betriebliche Maßnahmen einzuleiten, die mögliche Erkrankungen verhindern sollen.
Dazu zählen:
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Präventionsmaßnahmen an den Arbeitsplätzen
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Ernährungsberatung
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Rückenschule
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Stressmanagement
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Gedächtnistraining
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Vorträge zum Thema Gesundheit
So will es das Gesetz
Nach dem neuen Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist ein Unternehmen ohnehin dazu verpflichtet, Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten zu erhalten und arbeitsbedingten Krankheiten vorzubeugen. Sprich, Arbeitsschutz und -sicherheit müssen durch präventive Maßnahmen ergänzt werden. Das lohnt sich für beide Seiten: Die Beschäftigten fühlen sich wohler und werden seltener krank, die Unternehmer können mit leistungsfähigem Personal im Wettbewerb bestehen.
Als Sicherheitsfachkraft können Sie erheblich zu einer betrieblichen Gesundheitsförderung beitragen. Nehmen Sie ruhig die Unterstützung der Berufsgenossenschaften und Krankenkassen an: Das Sozialgesetzbuch V (§20) gestattet den Kassen, ergänzende BGF-Maßnahmen durchzuführen. Das Beispiel Metabo zeigt, wie so etwas aussehen kann.
Motivation der Mitarbeiter
„Was können wir konkret für unsere jüngeren Mitarbeiter tun, damit sie mit Mitte 60 noch fit sind?“ – diese Frage stellten sich Eugen Markucik, Disability Manager bei Metabo, und sein Integrationsteam. Schnell war klar, dass die Beschäftigten zunächst für das Thema sensibilisiert werden müssen. Spätestens wenn jemand seinen eingefahrenen Lebenstil ändern soll, müssen schon besondere Anreize her.
Also rief das Team eine Reihe von Aktionen ins Leben, die Gesundheitsförderung unmittelbar erlebbar machen, verbunden mit attraktiven Angeboten. So fand im Oktober 2007 in der Kantine der Metabowerke GmbH ein „Gesundheitstag“ statt. Dabei hatten die Mitarbeiter die Gelegenheit, spontan an einer Körperfett- oder Blutzuckermessung teilzunehmen. Als Bonus erhielten sie nach der Messung eine kostenlose Essensmarke, die sie an diesem Tag einlösen können ‒ für eine besonders gesunde Mahlzeit. Zusätzlich gab es Vorträge zum Thema „Grundlagen der gesunden Ernährung in Beruf und in der Freizeit“ und eine Beratung der AOK.
Technische Maßnahmen
Die häufigsten Erkrankungen der Metabo-Mitarbeiter betreffen Muskeln, Skelett und Bindegewebe (Sehnenscheiden). Das geht aus dem Gesundheitsbericht hervor, den die AOK- Nürtingen jährlich für das Unternehmen anfertigt.
Da ist es wichtig zu erkennen, welche Bewegungen und Belastungen zu diesen Erkrankungen führen und wie sie verhindert werden können. Deshalb führt das Integrationsteam zahlreiche Begehungen der Arbeitsplätze und Mitarbeitergespräche durch. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden dann in die Praxis umgesetzt, zum Beispiel durch höhenverstellbare Packtische.
Regelmäßige Workshops
Zusätzlich veranstaltet das Team regelmäßig Workshops zu verschiedenen Schwerpunkten. Zehn im Jahr sind es zur Zeit, zwei davon dürfen während der Arbeitszeit stattfinden. Da gibt es den Workshop „Gewichte heben“, der allgemein über Hebetechniken informiert. Oder einen Kurs zum Umgang mit speziellen Arbeitsgeräten: Betriebsarzt Dr. Menzel erklärt, wie beispielsweise ein Druckluftschrauber aus arbeitsmedizinischer Sicht gehandhabt werden sollte und zeigt an einem menschlichen Skelett auf, welche Folgen Fehler haben können.
Bei anderen Themen hat eine Koordinatorin betriebliches Gesundheitsmanagement der AOK das Wort. Sie empfiehlt den Teilnehmern Maßnahmen, die sie in Pausen und in der Freizeit durchführen können, um Muskeln, Skelett und Bindegewebe zu entlasten und den Erkrankungen so langfristig vorzubeugen.
Fazit
Das Gesundheitsmanagement steht noch vor der Wiedereingliederung, auch wenn beides gleichermaßen wichtig ist. Denn es ist immer besser, gar nicht erst krank zu werden, als sich wieder Regenerieren zu müssen. Für die Umsetzung gibt es viele Möglichkeiten. Mit ein wenig Kreativität schaffen Sie dabei sogar noch attraktive Zusatzangebote für Ihre Mitarbeiter.






