Document Actions

Personen-Notsignal-Anlagen

Schnelle Hilfe für einsame Arbeiter

Oft lässt es sich nicht vermeiden: Weit und breit kein Kollege in Sicht, ein Mitarbeiter ist völlig auf sich selbst gestellt. Und wenn ihm etwas zustößt? Personen-Notsignal-Anlagen können Rettung und Erste Hilfe gewährleisten.

Personen-Notsignal-Anlagen holen Hilfe, wenn kein Kollege in der Nähe ist

Personen-Notsignal-Anlagen holen Hilfe, wenn kein Kollege in der Nähe ist

Ein Schlosser hat den Auftrag, eine Schutzeinrichtung für eine verkettete Anlage zu fertigen. Um sich ein genaues Bild zu machen, schaut er sich die Sache an Ort und Stelle an. Dabei rutscht er aus, stürzt und schlägt mit dem Kopf so unglücklich eine Maschine, dass er bewusstlos liegen bleibt. Die Halle ist menschenleer, wer kann ihm jetzt noch helfen?

So funktionieren Personen-Notsignal-Anlagen

Antwort: Die Personen-Notsignal-Anlage, die hoffentlich installiert wurde. Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Der Mitarbeiter trägt ein Personen-Notfall-Gerät (PNG) bei sich, einen mit Sensoren ausgestatteten Signalgeber. Damit kann er im Notfall die Empfangszentrale alarmieren. In auffälligen Situationen wird der Alarm automatisch ausgelöst. Man spricht auch von „willensabhängigem“ und „willensunabhängigem“ Alarm.

Die Notsignale werden in der Regel drahtlos übertragen. In der Personen-Notsignal-Empfangszentrale (PNEZ) wird der Alarm optisch und akustisch angezeigt. Es gibt auch Systeme mit Sprachkommunikation.

Willensabhängiger Alarm

Das PNG muss bewusst ausgelöst werden können, eine spezielle Einrichtung dafür vorhanden sein. Als Auslöser ist eine rote Taste an Personen-Notsignal-Anlagen Pflicht, die gegen zufällige Aktivierung gesichert sein muss. Zum Beispiel, indem sie etwas versenkt angebracht ist.

Die Bestätigungszeit bis zur Auslösung des Notsignals darf nicht mehr als zwei Sekunden betragen. Ist das Gerät mit Sprechfunkeinrichtungen verbunden, muss der Alarm auch bei Funkverkehr in der Empfangszentrale registriert werden, und zwar nach mindestens 30 Sekunden. Das kann sichergestellt werden, wenn die eingesetzten Funkgeräte mit einer Sprechzeitbegrenzung von 25 Sekunden belegt werden.

Willensunabhängiger Alarm

Personen-Notsignal-Anlagen müssen aber auch mit mindestens einer Einrichtung ausgerüstet sein, mit der Alarm ausgelöst wird, wenn der Betroffene bewusst nicht mehr dazu in der Lage ist ‒ weil er bewegungslos am Boden liegt oder in Panik vor dem Feuer flieht. Dafür gibt es folgende Auslösemechanismen:

  • Lagealarm: Wenn ein bestimmter Neigungswinkel des PNG überschritten wird (in der Regel 30-45 Grad
  • Ruhealarm: Bei Bewegungslosigkeit des PNG
  • Verlustalarm: Bei Verlust des PNG
  • Fluchtalarm: Bei hektischen Bewegungen des Trägers ausgelöst
  • Zeitalarm: Nach Ausbleiben einer angeforderten Quittung durch den Träger

Was nicht bedeutet, dass nach jeder Handbewegung gleich ein Martinshorn ertönt: Der Alarm wird erst etwas zeitverzögert ausgelöst. Die Reaktionszeiten können in der Regel am PNG eingestellt werden. Üblich sind zwischen 30 und 45 Sekunden, sie hängen aber auch vom Grad der Gefährdung ab. Um Fehlalarme zu verhindern, muss außerdem ein Voralarm ausgelöst werden, bevor das Notsignale gesendet wird.

Im Notfall schnell gefunden

Damit ein verunfallter PNG-Träger auch bei der Nachtschicht in einer 700-Quadratmeter-Halle schnell gefunden wird, registrieren Sendeeinrichtungen (Ortsbaken) das Gerät, sobald der Mitarbeiter daran vorbeigeht. Sie sind mit einer Ortskennung programmiert, die dann zum PNG übertragen wird.

Vor der Anschaffung von Personen-Notsignal-Anlagen bedenken

Stellen Sie immer zunächst sicher, ob eine Personen-Notsignal-Anlage überhaupt in dem jeweiligen Fall verwendet werden darf. Denn sie ist zur Überwachung von Einzelarbeitsplätzen nicht zulässig, wenn

  • Alleinarbeit nach den Arbeitsschutzvorschriften untersagt ist
  • andere Überwachungsmaßnahmen Pflicht sind
  • die Gefährdungsanalyse ergibt, dass der Einsatz von PNA ungeeignet ist (z.B. bei Funkschatten)

Sie müssen also vor der Beschaffung auch eine Funkausleuchtung durchführen. Bei ortsungebundenen Tätigkeiten ist jeder einzelne Arbeitsplatz zu überprüfen, und die Wege dazwischen. Überhaupt ist die Frage „ortsgebunden oder ungebunden?“ von Bedeutung: Denken Sie beim Einsatz von Ortsbaken auch an den Installationsaufwand und die damit verbundenen Kosten.

Schließlich sind bei Auswahl des Geräts viele Kriterien zu beachten, unter anderem: In welcher Umgebung findet die Alleinarbeit statt? Muss das Gerät rauen Betrieb verkraften oder wird es mit Samthandschuhen angefasst? Die Anforderungen an die Robustheit variieren entsprechend. Auch Größe und Gewicht sind zu beachten, sonst ist das PNG am Ende mehr eine Behinderung als Hilfe.

Fazit

Ein kleines Gerät, eine große Wirkung. Im Ernstfall kann sich die Investition in eine Personen-Notfall-Anlage mehr als bezahlt machen. Prüfen Sie aber erst die Umstände genau und erwägen Sie dann in Ruhe, welches PNG in Frage kommt. Und vergessen Sie nicht: Es darf erst die letzte Konsequenz sein. Besser ist immer, gar nicht erst alleine zu arbeiten.

Veröffentlicht:
2008-04-17

Diesen Artikel bookmarken bei...
Mister Wong del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena oneview Yahoo MyWeb BlinkList YiGG Webnews

Related content
Vorteile für registrierte Nutzer
Als registrierter Benutzer von SIFATipp profitieren Sie von vielen Vorteilen:
  • Vorlagen, Checklisten, Arbeitsmitteldatenblätter zum Download
  • uneingeschränkte Nutzung des Bilderpools
  • Teilnahmemöglichkeit an Gewinnspielen
  • Vollen Zugriff auf die Rechtsvorschriften

Die Registrierung dauert nur einen Moment und Sie können im Anschluss sofort alle Vorteile nutzen.

jetzt registrieren…