Risiko Tonerstäube
Tonerstaub: Wie gefährlich sind Laserdrucker wirklich?
Arbeitnehmer, die neben einem Laserdrucker sitzen, können ähnlichen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sein wie jene, die einen durchschnittlichen Raucher als Nachbarn haben – so das Ergebnis einer australischen Studie. Auch eine Studie der Universität Gießen belegt zum Teil hohe Feinstaubbelastungen durch Drucker in deutschen Büros. Worauf Arbeitnehmer im Umgang mit den Geräten achten sollten…
Wie gefährlich sind Laserdrucker wirklich?
Australische Wissenschaftler der Queensland University of Technology nahmen die Emissionen von 62 Laserdruckern unter die Lupe. 27 Geräte emittierten so viele Kleinstpartikel (PM2,5), dass dies im schlimmsten Fall einer gesundheitlichen Gefährdung durch Passivrauch entspricht. Ergebnisse veröffentlichte „Environmental Science & Technology”.
Ziel der australischen Studie war eigentlich, die Beeinflussung des Raumklimas in Büros durch die Außenluft zu untersuchen. Dabei stellten die Forscher jedoch fest, dass die Innenluft tagsüber während der Arbeitszeit zum Teil wesentlich schlechter war als die Außenluft. Als Ursache konnten verschiedene Laserdrucker identifiziert werden. Untersuchungen in der nächsten Umgebung der Drucker und in abgeschlossenen Kammern ergaben zum Teil bedenklich hohe Emissionen kleinster Partikel.
Das Ergebnis der australischen Untersuchung war allerdings sehr unterschiedlich. Die meisten Drucker setzten keinen Feinstaub frei. Acht der untersuchten Geräte setzten niedrige bis mittlere Mengen an Feinstaub frei, 13 hohe Konzentrationen.
Hinweise liefert auch deutsche Studie
Auf die Gefahren, die von Druckern und Kopieren ausgehen können, weist auch eine aktuelle Studie der Universität Gießen hin. Ergebnisse stellte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor. Zugrunde liegen Untersuchungen in 63 Büroräumen und einer gleichen Anzahl an Geräten. Demnach überschreiten in deutschen Büros viele Drucker die Höchstgrenze für Feinstaubemissionen. Mit Inbetriebnahme von Druckern oder Kopierern stieg die Innenluftbelastung an feinen und ultrafeinen Staubpartikeln sowie an flüchtigen organischen Verbindungen an. Die gesundheitliche Bewertung der Feinstäube steht noch aus.
Auch das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) gibt an, dass das Risiko einer Gesundheitsgefährdung durch Tonerstäube weiter erforscht werden sollte.
Was sind die gesundheitlichen Folgen?
Feinstaub mit kleinster Partikelgröße gilt als gesundheitsgefährdend, da er in kleinste Lungenverästelungen dringen und dort zu Entzündungsreaktionen führen kann. Chronische Atemwegserkrankungen und Asthma können folgen sowie Herz-Kreislauferkrankungen.
Die Interessengemeinschaft Tonergeschädigte (ITG) hat bundesweit 1.500 Fälle von Personen gesammelt, die angeben tonergeschädigt zu sein. Im Vordergrund stehen bei ihnen Symptome wie Husten, Atemnot, Kopfschmerzen und allergische Symptome.
Tipps gegen gefährlichen Büromief
- Die ITG rät davon ab, Kopierer oder Drucker mit Tonern zu verwenden und gibt Tintenstahldruckern den Vorzug
- Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt Laserdrucker zu verwenden, die mit dem „Blauen Engel“ gekennzeichnet sind. Solche Geräte sind emissionsarm.
- Halten Sie sich an die Nutzungs- und Wartungsvorschriften des Herstellers für das entsprechende Gerät.
- Lüften Sie regelmäßig, um die Konzentrationen an schädlichen Stoffen klein zu halten.
- Achten Sie beim Aufstellen des Gerätes darauf, dass das Gebläse von Nutzern und Mitarbeitern abgewandt ist.
- Geräte mit hoher Nutzung sollten möglichst nicht in der Nähe von Arbeitsplätzen stehen. Vielleicht findet sich sogar ein eigener Raum für den Betrieb von Kopierern und Druckern.
Quellen:
- Environmental Science & Technology 2007, DOI: 10.1021/es063049z
- Aktualisierte Information „Gesundheitliche Beschwerden durch Toner“ des BfR vom 03.08.2007






