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Arbeitsfähigkeit

Wie sich die körperliche Fitness messen lässt

Arbeitsfähigkeit ist weit mehr als körperliche Fitness. Trotzdem sind Verfahren und Methoden wichtig, mit denen sich die körperliche Arbeitsfähigkeit bestimmen lässt. Wir stellen Ihnen moderne Verfahren vor, die für Sie interessant sein könnten.

Körperlich Fite Arbeitnehmer sind belastbarer

Körperlich Fite Arbeitnehmer sind belastbarer

Arbeitsfähigkeit ist entscheidend

Für die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft ist der Erhalt der Arbeitsfähigkeit bei den Erwerbstätigen maßgebend, nicht nur wegen des demografischen Wandels. Um die Arbeitsfähigkeit auch tatsächlich erhalten zu können, muss diese zuerst zuverlässig bestimmt werden. Dabei gilt es, alle relevanten Einflussfaktoren zu beachten.

Befragungen und Messungen zur Arbeitsfähigkeit

Bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit können zum Beispiel Befragungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hilfreich sein. Hier ist insbesondere der Work Ability Index (WAI) zu nennen. Doch auch Messungen sind wichtig, gerade wenn es um die Prüfung der körperlichen Fitness geht.

Auswirkungen von Belastungen

Belastungen durch die berufliche Tätigkeit können sich psychisch, sozial und körperlich auswirken, wenn sie die Arbeitsfähigkeit übersteigen. Körperlich kann es zum Beispiel zu Veränderungen bei der Herzfrequenz, dem Blutdruck, der Leitfähigkeit der Haut, der Schweißproduktion, der Muskelaktivität, der Lidschlagfrequenz, den Augenbewegungen, der Körperkern- und Hauttemperatur und der Konzentrationen von Stresshormonen im Speichel und im Blut kommen. Hier bieten sich also zahlreiche Ansatzpunkte für direkte Messungen, um einen Rückschluss auf die körperliche Fitness ziehen zu können.

Erprobte Verfahren zur körperlichen Messung

Ein interessantes Beispiel für körperliche Messungen, die auch Aussagen zur Arbeitsfähigkeit ermöglichen, ist die Vitalitätsdiagnostik am Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der TU Dresden. Dort untersucht man das vitale, biologische Funktionsalter als Einheit der körperlichen, psychischen, emotionalen und sozialen Leistungsfähigkeit. Bei den körperlichen Messungen werden insbesondere die Herz-Kreislauf-Funktionen, die Lungenfunktion, die Sinnesfunktionen, die Reaktion, aber auch die Körperzusammensetzung untersucht.

Körperzusammensetzung als ein möglicher Indikator

Dabei wird die Körperzusammensetzung mittels sogenannter Bio-Impedanz-Messung betrachtet, also über Wechselstromwiderstände am Körper, die mit dem Wassergehalt des Körpers ab und mit dem Fettgehalt des Körpers zunehmen. Aus den Gesamtmessungen, die neben den körperlichen Bereichen auch soziale und psychische Faktoren berücksichtigen, wird ein Funktionsalter ermittelt, das nach Ansicht der Wissenschaftler bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit einfließen sollte und nicht etwa das kalendarische Alter.

Messung der Atemgase

Ein anderer interessanter Ansatz kommt aus dem Bereich der Spiroergometrie, also der Messung der Atemgase während einer Belastungsphase, zum Beispiel auf einem Ergometer. Dabei können mögliche Einschränkungen im Bereich Herz-Kreislauf, Lunge und Stoffwechsel untersucht werden. Um Aussagen über die Arbeitsfähigkeit machen zu können, werden unter anderem das Atemvolumen pro Minute, die Sauerstoffaufnahme, die Kohlendioxidabgabe, der Blutdruck, die Herzfrequenz und bei Bedarf der Laktat-Gehalt gemessen.

Anzeichen für Burn-Out messen

Die Anpassungsfähigkeit des Körpers und speziell der Herzfrequenz spielt eine wichtige Rolle sowohl bei der Reaktion auf Belastungen und als auch bei der Erholung. Ist die Anpassungsfähigkeit eingeschränkt, kann dies zu einer geringeren Belastbarkeit und Erholungsmöglichkeit führen und damit auch die Arbeitsfähigkeit einschränken. Deshalb sind Messungen der Herzfrequenz und ihrer Anpassung (Herzfrequenz-Variabilität, HRV) hilfreich, um zum Beispiel dem Risiko für einen Burn-Out auf die Spur zu kommen. So ist eine eingeschränkte Variabilität bei der Herzfrequenz ein Zeichen für eine verminderte Leistungsfähigkeit.

Solche körperlichen Messungen und die körperliche Fitness alleine sind zwar kein Maßstab für die Arbeitsfähigkeit, jedoch eine wichtige Ergänzung zu den verbreiteten Befragungen der Mitarbeiter. Nutzen Sie am besten unsere Checkliste "Prüfung der Arbeitsfähigkeit", um einen umfassenden Blick auf die Einflussfaktoren zu haben, die die Arbeitsfähigkeit eines Menschen bestimmen können.

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Oliver Schonschek, Fachjournalist


Veröffentlicht:
2011-02-03

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