Gesundheit im Büro
Die optimale Temperatur am Arbeitsplatz
Überhöhte Temperaturen am Arbeitsplatz, Konzentrationsmangel und körperliche Beschwerden: Vor allem in den Sommermonaten sind viele Mitarbeiter davon beeinträchtigt.
Überhöhte Temperatur am Arbeitsplatz führt zu Produktivitätsverlusten
Das tückische an einem schlechten Raumklima ist, dass Beschäftigte es oft gar nicht bewusst wahrnehmen. Kaum einem fällt auf, dass Konzentration und Wohlbefinden beeinträchtigt sind, und wenn, dann wird es selten darauf zurückgeführt, dass zum Beispiel die Lufttemperatur einige Grad über dem optimalen Wert liegt. Hier können schon feine Unterschiede entscheidend sein.
Schlechtes Klima verursacht Beschwerden
Auch der Zusammenhang von Gesundheitsbeschwerden und schlechtem Raumklima wird oft übersehen. Dabei handelt es sich meist um folgende Krankheiten oder Symptome:
- Kopfschmerzen
- Erkältungen
- Bindehautentzündung
- trockenes Auge
- Allergien
- Übelkeit und Schwindelgefühle
- Ermüdungserscheinungen
In Verbindung mit anderen Umgebungsfaktoren wie ungünstiger Beleuchtung kann schlechtes Raumklima sogar ein eigenes Krankheitsbild verursachen: Wenn der Aufenthalt in einem Gebäude regelrecht krank macht, spricht man vom „Sick-Building-Syndrom“.
Wenn Klimaanlagen krank machen
Ausgerechnet eine Einrichtung, die das Klima verbessern soll, ist auch als Krankmacher bekannt: Klimaanlagen verschaffen in den warmen Monaten zweifellos Entlastung, wer aber nicht aufpasst, erkältet sich in ihrem Umfeld schnell: Der Wechsel von der glühenden Sommerhitze in einen kühlen Raum belastet den Organismus - zumal die Kleidung meist mehr dem Sommer entspricht. Indem Sie beispielsweise eine Strickjacke überziehen, bevor sie das klimatisierte Büro betreten, können Sie vorbeugen.
Hinzu kommt, dass Klimaanlagen oft nicht fachgerecht betrieben werden: Beschwerden können auftreten, wenn Luftzufuhr und Temperatur zu hoch eingestellt sind und die Wasserbehälter nicht gereinigt wurden. Außerdem müssen die Geräte mindestens zweimal jährlich gewartet werden.
Sonnenschutz im Büro
Vor allem in den Sommermonaten sind Lichtschutzeinrichtungen ein Thema. An der Fensteraußenseite angebracht, verhindern sie eine zu starke Aufheizung der Räume. In Frage kommen spezielle mechanische Einrichtungen oder Lichtschutzfolien, aber auch einfache Jalousien können viel bewirken. Ein angenehmer Nebeneffekt ist der Blendschutz, vor allem bei Bildschirmarbeiten.
Was zum Raumklima beiträgt
Die Arbeitsstättenverordnung fordert „eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“. Richtwerte für das Raumklima im Büro finden sich in der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 6 zu Raumtemperaturen und der Berufsgenossenschaftlichen Information BGI 650 „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze“.
Das Klima in einem Raum wird von mehreren Faktoren bestimmt: Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung (Zugluft) und Luftqualität.
Eine angenehme Temperatur am Arbeitsplatz
Die Richtwerte für Temperatur am Arbeitsplatz hängen auch von der jeweiligen Tätigkeit ab, denn wer sich bewegt, friert nicht so schnell. Für Büroarbeit, also eine leichte Tätigkeit im Sitzen, werden 20 Grad Celsius als optimal angegeben. Bereits bei 28 Grad Celsius sinkt die Leistungsfähigkeit um fast ein Drittel, bei 33 Grad Celsius auf 50 Prozent. In Büroräumen kommt hinzu: EDV-Geräten steigern die Wärmebelastung. Deshalb müssen für einen Bildschirmarbeitsplatz höhere Flächenbedarfswerte berücksichtigt werden.
Die optimale Luftfeuchtigkeit
Mit der Jahreszeit verändert sich auch die Luftfeuchtigkeit: Während die Luft in beheizten Räumen trockener ist, nimmt die Feuchtigkeit in den schwül-warmen Sommermonaten zu. Der Wert sollte mindestens 30 Prozent betragen, als Maximum nennen die Berufsgenossenschaften 50 Prozent. Nachmessen können Sie selbst: Das dafür erforderliche Hygrometer ist schon für wenige Euro im Fachhandel erhältlich.
Bestimmte Geräte wie Rechner, Bildschirme und Drucker können die Luftfeuchtigkeit in Büroräumen zusätzlich verringern. Gegensteuern können Sie zum Beispiel mit Grünpflanzen, den natürlichen Feuchtigkeitsspendern. Beim Einsatz mechanischer Luftbefeuchter sollten Sie sich gut beraten lassen: Die Wahl des richtigen Geräts hängt unter anderem von der Personenanzahl, Raumgröße und gewünschten Laufzeit ab.
Sitzen Sie im Zug?
Zum Raumklima trägt auch die Luftbewegung bei: Falsch eingestellte Klimaanlagen, undichte Fenster und die Kühlgebläse von Arbeitsgeräten verursachen Zugluft. Das wiederum kann Verspannungen im Nacken und trockene Augen verursachen.
Aber auch eine zu geringe Luftbewegung wird als unangenehm empfunden: Die Luft ist stickig und steht förmlich im Raum. Als optimaler Richtwert gilt eine Luftgeschwindigkeit von 0,1 bis 0,15 Meter pro Sekunde. Das lässt sich mit einem Anemometer messen, speziellen Geräten, die allerdings ihren Preis haben.
Bei undichten oder schlecht isolierten Fenstern und Türen können Zugluftstopper Abhilfe schaffen. Außerdem sollte kein Mitarbeiter im Zug sitzen, also zum Beispiel in der Linie zwischen Tür und Fenster.
Ist die Luft wirklich rein?
Drucker und Kopierer, Lösemittel in Büromaterialien, schlecht gewartete Klimaanlagen: Es gibt viele mögliche Ursachen für schlechte Luftqualität. Sind noch dazu die Fenster geschlossen, sinkt der Sauerstoffanteil im Raum. Das kann die Konzentration beeinträchtigen. Regelmäßiges Lüften sollte also zum Arbeitsalltag gehören. Dabei gilt: Besser mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten Stoßlüften (also alle Fenster weit öffnen) als die Fenster den ganzen Tag nur leicht gekippt lassen.
Fazit
Was im Urlaub offensichtlich ist, wird an Arbeitsplätzen oft vergessen: Das Klima einer Umgebung wirkt sich maßgeblich auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Gerade in Büroräumen können sich EDV-Geräte, Ausrichtung der Schreibtische und andere Faktoren negativ auswirken. Achten Sie darauf, dass alle Bedingungen stimmen. Es wird sich auch in anderer Hinsicht positiv auf das Betriebsklima auswirken.
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Christine Lendt, freie Fachjournalistin







