Ein sicherer Job?
Arbeitssicherheit im Büro
Die Unfallzone Büro wird unterschätzt, wie Statistiken belegen: Der Verband der Unfallkassen verzeichnete im Jahr 2005 rund 20 000 meldepflichtige Arbeitsunfälle in Bürobetrieben, Wegeunfälle nicht mitgerechnet. Meist handelt es sich nicht um Bagatellverletzungen.
Kaum zu glauben: 20 000 Unfälle im Jahr passieren im Büro
Frau Huber hatte sich über die Arbeitssicherheit an ihrem Büro-Arbeitsplatz noch nie Gedanken gemacht. Telefonieren und Unterlagen sortieren, konnte es - aus der Sicht des Unfallschutzes - einen sichereren Arbeitsplatz geben?
Behaglich lehnte sich die Verwaltungsangestellte in ihrem Drehstuhl zurück… nicht ahnend, dass dieser noch am Nachmittag ihren Beinbruch verursachen würde.
Arbeitssicherheit im Büro - Keine unfallfreie Zone
Der wackelige Bürostuhl als Aufstiegshilfe zu höher liegenden Regalfächern ist wohl der Klassiker, aber Sie werden es nicht glauben: Er sorgt immer noch für Knochenbrüche. Andere Risiken im Büro sind weniger offensichtlich.
Nicht immer enden solche Arbeitsunfälle glimpflich. Oft passiert es gerade da, wo man am wenigsten damit rechnet. Und meistens handelt es sich dabei nicht um Bagatellverletzungen.
Kantige Möbel + bergeweise Unterlagen + Hektik = erhöhte Unfallgefahr.
Im Eifer des Arbeitsalltags stößt man sich schnell an Tischkanten und offenen Schubladen. Da helfen einfache Regeln:
- Platzieren Sie keine Regale in Kopfhöhe.
- Runden Sie scharfe Ecken und Kanten ab.
- Lassen Sie Schubladen und Türen nicht offen stehen.
- Legen Sie keine schweren Gegenstände auf Schränke.
- Benutzen Sie Stühle und Schreibtische nicht als Leiter-Ersatz.
- Sortieren Sie Ihre Unterlagen in Ruhe ein
- Sorgen Sie für einen übersichtlichen Arbeitsplatz.
Im Sturzflug zur Tür
Zwei der häufigsten Unfallursachen im Büro sind Ausrutschen und Stolpern. Achten Sie zur Verbesserung der Arbeitssicherheit also auf sicher begehbare Böden, ohne „Stolperfallen“ wie Risse oder hochstehende Ränder.
Verlegen Sie Computer-, Telefon- oder Verlängerungskabel nicht quer über die Gänge ‒ wenn es unbedingt sein muss, verwenden Sie Kabelbrücken oder -matten als Schutz.
Und briefen Sie Frauen, die gerne hohe Schuhe tragen: Bitte Schuhe mit ausreichendem Halt tragen! Keine Unterlagen während des Gehens lesen!
Denken Sie auch an die Fluchtwege: Sie dürfen niemals als Abstell- oder Lagerflächen dienen; Fluchttüren müssen immer freigehalten werden.
Arbeitssicherheits-Risiko Strom
Wo so viele elektrische Geräte zusammenkommen, ist Strom ein besonderer Risikofaktor. Vergessen Sie also die grundsätzlichen Regeln nicht:
- Alle elektrischen Betriebsmittel müssen regelmäßig durch eine Elektrofachkraft geprüft werden.
- Alle Geräte müssen ein GS-, VDE- oder gleichwertiges Prüfsiegel tragen.
- Mangelhafte elektrische Betriebsmittel und Anlagen dürfen niemals weiter benutzt werden. Sie sind umgehend Ihnen als Sicherheitsfachkraft oder einer Elektrofachkraft zu melden.
- Bei Störungen: Sofort den Strom abschalten und Stecker ziehen.
- Für alle Elektrogeräte müssen Bedienungsanleitungen vorhanden sein (und auch beachtet werden!).
- Mitgebrachte Kaffeemaschinen, Radios und Heizlüfter könnten defekt sein oder die elektrische Anlage überlasten. Private Geräte sollten also grundsätzlich beim Chef angemeldet werden: Er muss prüfen (lassen), ob das Gerät am Arbeitsplatz erlaubt werden kann.
- Vorsicht bei der Verwendung von nicht fest verlegten Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungskabeln: Die zulässigen Nennbelastungen dürfen nicht überschritten werden (Kennzeichnung am Gerät und Verlängerungskabel beachten!).
- Vor dem Feierabend müssen alle elektrischen Geräte, die nicht mehr gebraucht werden, abgeschaltet werden.
- Elektrische Betriebsmittel dürfen nur von Fachpersonal repariert werden.
Gefährliche Gegenstände
Stecknadeln, Klingen, Reißzwecken… Scharfkantige und spitze Gegenstände finden sich rund um den Schreibtisch zuhauf. Und auch ein Tacker will richtig gehalten werden, damit die Klammer nicht im Handballen landet…
Scherben sollte man niemals im Papierkorb entsorgen: Manch einer stopfte schon nach und blieb dann in einem abgebrochenen Glas stecken. Legen Sie derartigen „Sondermüll“ gut sichtbar für das Reinigungspersonal ab ‒ an einem geeigneten Platz.
Mehr zum Thema Arbeitssicherheit im Büro
Es muss nicht gleich ein Unfall sein: Zum Thema Gesundheitsförderung und Arbeitssicherheit im Büro gibt es eine Menge zu beachten; Grundlage ist die BGI 5018 „Gesundheit im Büro ‒ Fragen und Antworten“. Eine Handlungshilfe ist auch die BDI 5001 „Büroarbeit ‒ sicher, gesund und erfolgreich“.
Fazit
Ein Büro ist zwar (meist) keine Baustelle, doch eben darum wird gerne vergessen, wie viele Unfallquellen auch hier liegen. Kontrollieren Sie also durch gelegentliche Begehungen die Räume und erinnern Sie Ihre Mitarbeiter bei den Sicherheitsunterweisungen regelmäßig daran, wie sie selbst helfen können, Unfälle zu vermeiden.
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Christine Lendt






