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Arbeiten am Schreibtisch

Der Bildschirmarbeitsplatz - Fluch und Segen der modernen Technik

Was ist ein Bildschirmarbeitsplatz? Wer hat sich schon über seinen eigenen Arbeitsplatz Gedanken gemacht und schon Optimierungen vorgenommen? Reichen diese aus, um von einem ergonomischen Arbeitsplatz zu sprechen? Wissen Sie, welche Möglichkeiten es gibt?

Besonders die Maus sorgt am Bildschirmarbeitsplatz für ergonomische Probleme

Besonders die Maus sorgt am Bildschirmarbeitsplatz für ergonomische Probleme

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Bildschirmarbeitsplatz um einen Ort/Platz oder eine Einrichtung, in der ein PC aufgestellt ist. Vor nicht allzu langer Zeit war das im optimalen Fall ein ordentlicher Schreibtisch, der einen Desktop (Rechner unter oder auf dem Schreibtisch) mit vom Bildschirm getrennter Rechnereinheit beinhaltete.

Heute findet man vielfach auch Laptops am Bildschirmarbeitsplatz, bei denen im besten Falle mit einer Dockingstation die Trennung von der Tastatur möglich gemacht wird. Bei der Einrichtung und Schaffung der technischen Voraussetzung hilft eine umfangreiche Broschüre (BGI 650) der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG).

Hardwarevarianten und deren ergonomische Gesichtspunkte

Röhrenmonitore

Der sinnvolle Abstand zum Auge, wie er in der BG-Information beschrieben ist, sollte eingehalten werden. Bildschirme wurden in den vergangenen Jahren immer größer und die Schreibtische wuchsen leider nicht immer mit: Zu kleine Schreibtische, zu geringer Abstand.

Mit zunehmendem Alter fangen diese Bildschirme an zu flimmern und ermüden dann das Auge. Für Farbe, Schärfe, Kontrast hat jeder Bildschirm Verstellmöglichkeiten, die man von Zeit zu Zeit anpassen sollte. Auch die Bildgeometrie gehört dazu.

Viele Mitarbeiter wundern sich, warum sie bei zunehmenden Alter des Bildschirmes fast in den Monitor kriechen, da das Bild unschärfer wird. Es verändert sich tatsächlich in einigen Fällen schleichend. Mit ein bisschen Tuning kann man aber viele Fehldarstellungen beheben. Nur müsste man diese Einstellmöglichkeiten auch nutzen. In einigen Firmen sind diese Funktionen sogar unterbunden!


Flachbildmonitore

Gleiches gilt auch für die neuere Generation von Flachbildschirmen, die erst einmal eine erhebliche Umstellung bedeuten. Viele Mitarbeiter kommen nicht damit zurecht, weil sie auch nicht wissen, dass man Schriftgrößen, Beleuchtung und vieles mehr anpassen kann.

Auch hier muss der Abstand zum Auge kontrolliert werden. Je nach Größe des Bildschirmes sollte der Sehabstand variieren. Durch die meist werkseitige Einstellung „hohe Auflösung“ kommt einem die Darstellung erheblich kleiner vor als bei der „alten Röhre“. Hier kann über die Einstellung der Monitorauflösung aber einiges geändert werden, so dass man nicht gleich eine (neue) Brille braucht. (in den Windowseigenschaften und dem meist über die Treibersoftware möglichen Einstellungen)

Auch für Farbe, Schärfe, Kontrast hat jeder Bildschirm Verstellmöglichkeiten, die man sich von zeit zu Zeit anpassen sollte. Gegebenenfalls ist dies auch für einzelne ständig genutzte Programme sinnvoll. Auch die Bildgeometrie gehört dazu. Diese Einstellungen sind meist am Gerät vorzunehmen (Bitte in die Bedienungsanleitung schauen).

Bei Pixelfehlern im Hauptblickfeld muss geprüft werden, ob diese nicht reklamiert werden können. (Eine gewisse Rate ist erlaubt, stört aber trotzdem!)

Die Bildaufbauzeit ist hauptsächlich wichtig bei Grafik- und CAD-Programmen. Bei Office-Software ist diese Variable meist unerheblich. Auch sind über Geräte-, Software- und Arbeitsspeichereinstellungen Verbesserungen möglich.

Bei der Beleuchtung des Bildschirmes kommt es auch darauf an, dass die Umgebungsbeleuchtung nicht zu unterschiedlich ist, weil das Auge durch die ständige Anpassung zu sehr ermüdet.

Tastatur

Nur weil eine Tastatur kleine Beinchen zum Aufstellen hat, muss man diese nicht zwangsläufig nutzen. Schonen Sie den Karpaltunnel (Nervendurchführung) in ihrem Handgelenk, indem sie möglichst flache Tastaturen ohne diese Beinchen nutzen.

Wenn Sie nun sagen, dass Schreibmaschinen anno dazumal auch so steil waren, dann beachten Sie, dass diese deshalb auch auf einem extra niedrigen Tisch standen!

Auch die Farbe der Tastatur ist wichtig. Grundsätzlich sollten helle Tastaturen genutzt werden, zumindest auf einem normalen Schreibtisch in Bürograu oder hellen Tönen. Haben Sie einen schwarzen Schreibtisch, geht auch eine schwarze Tastatur. Dann sollten Sie sich aber den Gefallen tun, zum einen viel Licht auf Ihrem Schreibtisch zu schaffen und zum anderen die Helligkeit Ihres Bildschirmes etwas zu dimmen. Die Unterschiede der Flächen sind sonst zu groß und der größte Teil der PC-Nutzer schreibt nicht vollständig blind im 10 Fingersystem, denn dann würden die Unterschiede nicht so auffallen.

Wenn die Tastatur zu groß oder zu klein ist, ermüdet die Hand, ebenso wenn der Anschlagswiderstand zu groß ist. Auch sollte die Geräuschentwicklung betrachtet werden, wenn mehrere in einem Raum sitzen. Es gibt durchaus laute und leise Tastauren. Hier geht Probieren über Studieren.

Maus oder andere Eingabehilfen

Computermäuse gibt es wie Sand am Meer. Große kleine, mittlere, bunte, mit Ball, mit LED-Licht, mit Laser (auch Licht, aber in diesem Fall nicht zu sehen)……… Welche ist nun die richtige für mich?

Eines vorweg: Auch die Größe der Fläche, die man braucht, um mit einer Maus den Schreibtisch „zu bewandern“, kann man einstellen. Um nicht den kompletten Schreibtisch nutzen zu müssen, sollten Sie die üblicherweise voreingestellte Arbeitsfläche der Maus verkleinern. Optimal ist, wenn Sie beim Bewegen der Maus auf dem zur Verfügung stehenden Platz einmal die Bildschirmdiagonale schaffen. Wo geht das? Zum Beispiel bei Windows (alle Versionen) unter Systemsteuerung/ Maus/ Zeiger/ Zeigergeschwindigkeit, je schneller, desto kleiner die Fläche. Aber Achtung! Sie brauchen nun präzisere Bewegungen und ein wenig Übung. Also eventuell in mehren Schritten etwas schneller werden!

Ergonomische Probleme bekommen all diejenigen, die alles mit der Maus machen außer Schreiben. Dabei gibt es viele andere Möglichkeiten, wie Tastaturbefehle der gängigen Programme und Tasten wie Bild rauf/runter.

Wenn man nun, weil entsprechend geprägt zu den „Maushörigen“ gehört, sollte man eine gute Maus haben. Am besten eine, die kein Mousepad (z.B. optisch) braucht, denn dann muss man nicht immer wieder auf diese Fläche zurück, wenn man mal abstürzt. Dieses geht aber leider nicht auf Glas und anderen sehr einheitlichen glatten Flächen

Die Größe sollte der Handinnenseite entsprechen. Zu kleine Mäuse lassen die Finger krampfen, bei zu großen rutscht man auf der Maus zum Bedienen noch zusätzlich hin- und her.

Ob nun Funkmaus (auch Tastatur) oder nicht ist keine Frage der Ergonomie, sondern eher eine Frage der Dauer der Arbeitszeit (irgendwann ist der Akku/die Batterie alle). Bei geschickter Aufstellung stört selten das Kabel.

Um nicht alle Möglichkeiten hier beschreiben zu müssen, möchte ich aber eine Alternative zur herkömmlichen Maus aufzeigen:

Der so genannte Trackball ist eine Maus (mit Ball) die eigentlich auf dem Rücken oder der Seite liegt und den man entweder mit dem Daumen oder einem selbstgewählten Finger benutzt. Der Begriff findet sich in jeder Suchmaschine wieder.

Wichtig ist allein die Eigenschaft, die darin liegt, dass die Wanderjahre auf dem Schreibtisch damit vorbei sind. Die Hand liegt ruhig am oder auf dem Gerät und der Unterarm muss nicht bewegt werden. Leider ist die Auswahl hier nicht sehr groß und daher auch nicht immer an die Größe der Hand des Benutzers anzupassen.

PC-Benutzer, die Probleme mit Tennis- oder Golfarm (Mausarm) haben, sind oft an der Unterseite des Armes sehr kälteempfindlich. Wenn bei der Bewegung einer normalen Maus ständig andere Schreibtischflächen berührt werden, kann es hier zu Nervenirritationen kommen. Liegt der Arm aber auf der gleichen Stelle über längere Zeit, so gleichen sich die Temperaturen an. Auch ein zeitweiliges Arbeiten im zurückgelehnten Zustand mit dem Trackball auf dem Oberschenkel bei Ansicht von Internet oder Präsentationen (Sehabstand beachten) ist denkbar.

Damit sind wir beim dynamischen Sitzen (das ist aber ein anderes Thema)

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass es mittlerweile eine Vielzahl von weiteren Eingabemöglichkeiten gibt. So sind auch Kombinationen verschiedener Möglichkeiten auf dem Markt. Z.B. Tastatur mit Touchpad oder Trackball, Grafiktabletts die auch zum eingeben taugen und die neusten Möglichkeiten des Touchscreens.

Es können auch heute vielfach mehrere Eingabehilfen gleichzeitig angeschlossen werden, die parallel oder wahlweise funktionieren. Daher sollte man überlegen, für welche Anwendungen, welches Hilfsmittel sinnvoll zu nutzen ist.

Was ist aber mit den ganzen Arbeitsnomaden in Bahnen, Bussen, Autos und im Außendienst? Die haben ihren Rechner immer und überall dabeit. Hier treten ganz andere Probleme auf, obwohl die Unterteilung der Hardware ganz ähnlich ist, nur versucht man hier Platz und Gewicht zu sparen.

Verrenkungen sind erforderlich, wenn man bei dem wenigen Platz, der einem beispielsweise im Zug bleibt, eine Maus benutzen möchte, anstatt des obligatorischen Touchpads. Die Leute rutschen damit teilweise in völlig verkrampfte Arbeitspositionen. Man sieht daher sehr häufig das Reiben und Drehen des Handgelenkes, also eine Überreizung des Arms.

Die Unart, ein Touchpad mittig zu positionieren, hilft zwar Links- sowie Rechtshänder die Benutzung des selben Gerätes zu ermöglichen, ist aber ergonomisch gesehen großer Blödsinn. Läge es weiter außen (also rechts für Rechtshänder und links für Linkshänder), wäre es weniger krampfend. Da heute viele Schreibtischnomaden unterwegs sind, ein ernst zunehmender Vorschlag!

Statt eines Touchpads wäre auch hier wieder ein kleiner Trackball rechts (oder links) außen und die Tasten sogar seitlich am Rand eine sinnvolle Alternative. Gab es in den Neunzigern schon mal bei Laptops und war richtig klasse!

Ermöglichen Sie ihren Mitarbeitern durch Einweisung und Schulung, sich die Fähigkeiten der individuellen Gestaltung anzueignen. Nicht alle Maßnahmen kosten zusätzliches oder insgesamt mehr Geld!

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Ute Steffenhagen, Diplom-Ingenieurin

Veröffentlicht:
2010-01-01

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