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Prävention

Hitzearbeit ‒ aber sicher

Manche Tätigkeiten bringen sie mit sich, die Sommersonne setzt noch einen drauf: Hohe Temperaturen, die unerträglich werden können ‒ wenn Ihre Mitarbeiter sich nicht darauf einstellen. Schutzmaßnahmen und eine gute Unterweisung haben oberste Priorität. Dazu zählt auch die Kenntnis der Ersten Hilfe bei Hitzenotfällen.

Eine Sauerstofflanze zum Durchdringen von Beton; Foto: Kai Breker/pixelio.de

Eine Sauerstofflanze zum Durchdringen von Beton; Foto: Kai Breker/pixelio.de

Dauerhafte Hitzearbeitsplätze gibt es nur noch selten, ohnehin sind die Anforderungen an Schutzmaßnahmen und PSA hier offensichtlich. Heikel sind vielmehr die zeitlich begrenzten Tätigkeiten mit hoher Wärmebelastung, die leicht unterschätzt werden.

Unterschätzte Risiken

In vielen Industriebetrieben, aber auch in Dienstleistungsbereichen sind Beschäftigte Expositionen ausgesetzt, die zwar nur zeitweise auftreten, das aber mit hoher Belastung. Nach dem Motto „für eine halbe Stunde hält man das doch aus“, bewegt sich manch ein Arbeiter am Rande des Kreislaufkollaps.

Handlungshilfe für die Entwärmungsphase

Auch wer nur kurzfristig ins Schwitzen gerät ‒ etwa bei Wartungsarbeiten an heißen Anlagen ‒ muss sich in klimaneutralen Bereichen erholen können. Man nennt es auch „Entwärmungsphase“. Hinweise für ihre Gestaltung gibt eine Handlungshilfe, die vom Institut ASER e.V. im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erarbeitet wurde.

Dazu wurden physiologische Laboruntersuchungen durchgeführt und ein Simulationsmodell eingesetzt. So konnten zahlreiche Einflussgrößen berücksichtigt werden. Neben den Klimagrundparametern sind das vor allem die Faktoren Arbeitsschwere, Bekleidung und Zeit. Die Ergebnisse wurden in den Forschungsbericht F 1860 übertragen, eine anwendungsorientierte Handlungshilfe.

Verhalten bei hohen Temperaturen

Beachten Sie außerdem die grundsätzlichen Verhaltensweisen bei Hitze:

  • Körperliche Arbeit soweit wie möglich einschränken (durch technische Hilfsmittel usw.)

  • Sich nur kurzzeitig extremer Hitze aussetzen (häufige Schichtwechsel)

  • In den Entwärmungsphasen zu starke Abkühlung vermeiden

  • Viel trinken, um Dehydration zu verhindern

Bei Schwäche sofort reagieren

Nehmen Sie auch die ersten Anzeichen von Schwäche ernst, es könnte sich um eine Hitzeerschöpfung handeln ‒ die sich meist durch blasse, feuchtkalte Haut bemerkbar macht. Bei einem Hitzschlag dagegen ist die Haut gerötet und trocken, später grau und fahl.

Weitere Alarmsignale bei Hitze sind Kopfschmerz, Schwindel und Übelkeit. Leisten Sie bei akuten Beschwerden immer Erste Hilfe und alarmieren Sie den Notarzt.

Arbeitsmedizinische Überwachung

Beschäftigte, die Hitzearbeiten ausführen, müssen arbeitsmedizinisch überwacht werden: Durch eine Erstuntersuchung, bevor sie die Arbeit antreten, und durch regelmäßige Nachuntersuchungen. Dabei gilt der berufsgenossenschaftliche Grundsatz G30 „Hitzearbeiten“.

Fazit

Kann es in Ihrem Betrieb zu heiß werden? Dann berücksichtigen Sie das, auch wenn die Belastung nur kurzzeitig ist. Bedenken Sie auch, dass sommerliche Temperaturen die Risiken erhöhen können. Wird der Körper mit extremer Hitze nicht mehr fertig, kann schnell der Notfall eintreten. Ihre Belegschaft sollte auf dem Laufenden sein, was Erste Hilfe-Maßnahmen betrifft.

Christine Lendt, Fachjournalistin

Veröffentlicht:
2008-05-28

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