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unsichtbare Gefahr

Machen Klimaanlagen krank?

Klimaanlagen erleichtern die Arbeit, wenn es draußen heiß ist, aber sie können auch zur echten Gesundheitsgefahr werden. Über Keime in der Klimaanlage infizierten sich 1976 in Philadelphia 200 Kriegsveteranen an der Legionärskrankheit, 34 starben an der dadurch ausgelösten Lungenentzündung. Vor allem in der warmen Jahreszeit fühlen sich zahllose Krankheitserreger und Schimmelpilze in der warm-feuchten Umgebung innerhalb der Klimaanlage gefährlich wohl.

Klimaanlagen erleichtern die Arbeit, wenn es draußen heiß ist, aber sie können auch zur echten Gesundheitsgefahr werden.

Klimaanlagen erleichtern die Arbeit, wenn es draußen heiß ist, aber sie können auch zur echten Gesundheitsgefahr werden.

Eine zu kalt eingestellte, Zugluft verursachende und noch dazu mit Keimen verunreinigte Klimaanlage geht schon beinahe strategisch vor, um krank zu machen.

Der Schweiß wird stark heruntergekühlt, die Zugluft verstärkt den Effekt und weil das Immunsystem vollauf damit beschäftigt ist, die beginnende Erkältung abzuwehren und die Schleimhäute wegen der geringen Luftfeuchtigkeit ausgetrocknet sind, stehen Tür und Tor für die Erreger offen, die durch das Gebläse unaufhörlich in den Raum dringen.

Mögliche Folgen: Infektionen, Allergien, Vergiftungen, Schleimhaut- und Hautreizungen, Ermüdung, Kopfschmerzen, Konzentrations-, Geruchs- und Geschmacksstörungen. Nur mit der Beseitigung aller gesundheitsschädlichen Faktoren können Sie sicherstellen, dass die Mitarbeiter trotz Klimaanlage gesund bleiben

Temperatur

Vor allem bei sehr hohen Außentemperaturen läuft man leicht Gefahr, die Klimaanlage zu kalt einzustellen. Normalerweise angenehme Raumtemperaturen von rund 20 Grad sind ein Kälteschock, wenn man aufgeheizt von draußen herein kommt.

Wenn es draußen annähernd 30 Grad hat, sollte auch die Klimaanlage hochgestellt werden, damit die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur maximal 6 bis 7 Grad beträgt.

Geschwindigkeit

Die Luftgeschwindigkeit sollte nirgendwo im Raum mehr als 0,1 m/s  betragen. Weil sich Luftströmungen sehr unterschiedlich im Raum auswirken, muss an mehreren Stellen gemessen werden. Um potentielle Zugluftbereiche sichtbar zu machen, hilft eine Rauchprobe.

Zum exakten Messen der Luftgeschwindigkeit sollten Sie einen hochwertigen Anemometer verwenden, der auch geringe Luftgeschwindigkeiten anzeigen kann.

Luftfeuchtigkeit

Falls die Klimaanlage ein System zur Luftbefeuchtung enthält, müssen die Befeuchtungskammern regelmäßig gereinigt und gewartet werden. Es darf nur Wasser in Trinkwasserqualität verwendet werden, keine Desodoradien und Desinfektionsmittel. Damit keine Rückstände von Reinigungsmitteln in den Raum verbreitet werden, müssen die Befeuchtungssysteme nach dem Reinigen gründlich gespült werden.

Unter den unterschiedlichen Systemen zur zusätzlichen Raumluftbefeuchtung empfehlen Klimatechnikexperten den Dampfbefeuchter. Weil für die Erzeugung des Dampfes das Wasser stark erhitzt wird, haben die meisten Keime keine Überlebenschance.

Bei Verdunstungs-Luftbefeuchtern gibt die Verdunstungsfläche einen guten Nährboden ab, bei Zerstäubungs- oder Vernebelungs-Luftbefeuchtern kann das Wasserreservoir verkeimen. 

Hygiene

Wenn eine Klimaanlage schon muffig riecht, ist das ein sehr eindringliches Zeichen, dass eine Gefährdung durch Biostoffe vorliegt. Die Kontaminierung macht sich aber nicht immer so deutlich bemerkbar.

1985 hat der Mikrobiologe Peter Gröling im Rahmen einer Studie Klimaanlagen untersucht und die Ergebnisse in der so genannten „Kröling-Studie“ veröffentlicht. Diese Studie beschied Klimaanlagen ein so hohes gesundheitliches Risiko, dass einige Bundesländer sie schlichtweg verboten. In der Folge haben Klimatechniker viel dazu gelernt.

Die am 1. April 2006 veröffentlichte VDI-Richtlinie 6022 widmet sich ausführlich den „Hygiene-Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und –Geräte“. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Sie die Klimaanlage in regelmäßigen Abständen von einem Klimatechnikexperten einer Hygieneinspektion unterziehen zu lassen. Und den von ihm aufgestellten Reinigungs- und Wartungsplan sorgfältig einhalten und dokumentieren lassen.

Fazit

Keime in Klimaanlagen wurden lange Zeit als Krankheitsursache unterschätzt. Aber sie sind auch kein Grund zur Hysterie. Eine einwandfrei gewartete und richtig eingestellte Klimaanlage erfüllt genau den Zweck, für den sie installiert wurde: Ein angenehmes Raumklima.

Autorin: Lisa Reisch

Veröffentlicht:
2007-07-19

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