Rutschhemmung
So messen Sie die Trittsicherheit
Stürze durch Ausrutschen und Stolpern bilden einen Unfallschwerpunkt am Arbeitsplatz. Rutschhemmende Böden sind deshalb eine wichtige Maßnahme gegen Arbeitsunfälle. Doch wie misst man eigentlich die Trittsicherheit und die Rutschhemmung eines bereits verlegten Bodens? Und wie kann man die Rutschhemmung optimieren?
Ein wichtiger Wert bei der Beurteilung der Rutschhemmung ist der Gleitreibungswert.
Etwa jeder zweite Sturz wird durch Ausrutschen verursacht. Gründe für das Ausrutschen am Arbeitsplatz gibt es viele, zum Beispiel:
• Verschmutzte, fettige, ölige Bodenflächen
• nasse Bodenflächen
• zu glatte, zum Beispiel polierte Böden
• lose Bodenbeläge
• plötzliche Übergänge zwischen glatten und rutschhemmenden Böden
Wird ein neuer Boden in einer Arbeitsstätte verlegt, muss direkt an eine Rutschhemmung gedacht werden (Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), ASR 8/1 (Fußböden) und BGR 181 (Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr)). Was aber machen Sie, um die Rutschhemmung bei einem bereits vorhandenen Boden zuverlässig beurteilen zu können?
Bestimmung des Gleitreibungswertes
Um die Rutschhemmung eines Bodens bestimmen zu können, messen Sie den sogenannten Gleitreibungswert des betreffenden Bodens. Darunter versteht man das Verhältnis zwischen Zugkraft (bzw. Reibungskraft) und Gewichtskraft eines Körpers, der sich über den Boden bewegt. Spezielle Messgeräte fahren über den zu prüfenden Boden und simulieren das Begehen.
Anforderungen an eine solche Messung ergeben sich aus DIN 51131 (Prüfung von Bodenbelägen: Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft: Verfahren zur Messung des Gleitreibungskoeffizienten).
Prinzipiell arbeiten die mobilen Messgeräte in der Regel so, dass mehrere Gleiter mit Hilfe eines Motors langsam und gleichmäßig horizontal über den Boden gezogen werden. Die Reibungskraft wird für alle Gleiter gemessen. Durch die Bildung des Verhältnisses zur Gewichtskraft (Andruckkraft) erhält man den Gleitreibungswert.
Gleitreibungswert beurteilen
Wie das Ergebnis für den Gleitreibungswert zu beurteilen ist, können Sie den sogenannten „Wuppertaler Grenzwerten für Sicheres Gehen“ entnehmen. Bei einem Gleitreibungswert unterhalb von 0,3 besteht akute Rutschgefahr, während ein Gleitreibungswert von mehr als 0,45 für eine ausreichende Rutschhemmung spricht. Allerdings sollte die Rutschhemmung auch nicht übertrieben werden. Böden mit einem Gleitreibungswert von mehr als 0,8 könnten nachteilig für den Bewegungsapparat (Gelenkverschleiß) sein.
Rückschlüsse für Bodenreinigung und Bodensanierung
Wird die Messung des Gleitreibungswertes regelmäßig durchgeführt, können Sie auch eine Entwicklung oder Tendenzen ablesen, zum Beispiel zur Abnutzung des Bodens hinsichtlich der Trittsicherheit und damit den Bedarf für eine Bodensanierung, aber auch zu den möglichen Auswirkungen von Reinigungsmitteln auf die rutschhemmenden Eigenschaften des Bodenbelags.
Trittsicherheit optimieren
Zudem kann Ihnen unter anderem die Messung des Gleitreibungswertes Hinweise darauf geben, ob die Rutschhemmung eines Bodens nachträglich optimiert werden sollte. Möglich ist dies je nach Bodenart unter anderem durch Schleifen, Sandstrahlen, Bürsten, Beflammen oder Anätzung der Bodenoberfläche mittels chemischer Substanzen.
Bei Messung der Rutschhemmung nicht stehen bleiben
Natürlich ist die Messung der Rutschhemmung nur eine wichtige Maßnahme von vielen, um die Trittsicherheit zu erhöhen und die gefährlichen Sturzunfälle zu verhindern. Ebenso sollten Sie deshalb je nach Boden unter anderem denken an
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Vermeidung von Staunässe
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Befestigung von losen Belägen
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Beseitigung von Löchern in Böden
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Haltemöglichkeiten bei trittunsicheren Flächen
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und nicht zuletzt die Bereitstellung des richtigen Schuhwerks für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Weitere Hinweise finden Sie in der Checkliste Trittsicherheit und Rutschhemmung.
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist






