Schweißarbeiten
Schweißschadstoffe nicht unterschätzen
Sie halten alles zusammen. Schweißer sind in vielen Arbeitsbereichen unentbehrlich. Sie haben einen verantwortungsvollen Job - der nicht ungefährlich ist. Das ist den Betroffenen nicht immer bewusst. So wird das Einatmen von Gefahrstoffen häufig unterschätzt. Ein fataler Fehler. Bestenfalls bezahlen Sie solch eine Nachlässigkeit mit Kopfschmerzen. Schlimmstenfalls setzen Sie Ihre Gesundheit aufs Spiel.
Beim Schweißen von Metall bilden sich partikelförmige Gefahrstoffe, die unterschiedliche Beschwerden verursachen können.
Bei Schweißarbeiten bilden sich luftverunreinigende Stoffe. Abhängig von der Konzentration sind diese Substanzen gesundheitsgefährdend. Nicht umsonst zählen sie zu den Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung GefStoffV). Um das Risiko für die Mitarbeiter gering zu halten, müssen alle erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Der Arbeitgeber kann sich hierbei an der Unfallverhütungsvorschrift BGV D1 „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ orientieren.
Klein, aber oho: partikelförmige Schadstoffe
Beim Schweißen von Metall bilden sich partikelförmige Gefahrstoffe, die unterschiedliche Beschwerden verursachen können. Werden beispielsweise Teile aus Zink, Messing oder Bronze geschweißt, bilden sich entsprechend dem Metall Zinkoxid oder Kupferoxid.
Atmen Sie diese Stoffe in hoher Konzentration bzw. über einen längeren Zeitraum ein, können Sie an Metallrauchfieber erkranken. Nach etwa vier bis 12 Stunden zeigen sich Symptome wie Fieber, Übelkeit und Muskelschmerzen. Die Beschwerden halten nicht lange an und verursachen auch keine chronischen Schäden.
Anders sieht das bei der Freisetzung von Chromaten aus. Diese können beim Lichtbogenhandschweißen entstehen, vor allem in Kombination mit hochlegierten umhüllten Stabelektroden. Das Einatmen von Chromaten (Chrom-VI-Verbindungen) kann Lungenkrebs verursachen.
Die Liste der gefährlichen partikelförmigen Schadstoffe ist lang. Sie rufen leichte Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schleimhautreizungen hervor, aber auch schwere Erkrankungen wie Krebs, Nerven-, Lungen- und Nierenschäden.
Gasförmige Gefahr
Besonders umsichtig müssen Sie beim Gasschweißen vorgehen. Hierbei bilden sich giftige Stickstoffoxide. Diese nitrosen Gase können unter anderem ein lebensgefährliches Lungenödem verursachen. Die Symptome machen sich erst nach einigen Stunden bemerkbar. Doch dann tritt eine rapide Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein.
Auch das eigentlich schadstoffarme Inertgas-Schweißverfahren ist nicht ohne. Hier ist auf die Bildung von Ozon zu achten, vor allem wenn Sie ein Werkstück aus Aluminium bearbeiten. Das Reizgas kann neben akuten Vergiftungserscheinungen ebenfalls die Ausbildung eines Lungenödems zur Folge haben.
Eine Frage des Materials
Das zu bearbeitende Werkstück spielt bei der Schadstofffreisetzung eine wichtige Rolle. Und die sollten Sie nicht unterschätzen. Werkstücke, die lackiert, gestrichen, gefettet, verdreckt oder mit Korrosionsschutz behandelt wurden, sind eine potentielle Gefahrenquelle. Zumindest dann, wenn Sie das Material ungeschützt schweißen. Es können sich dabei unter anderem Blausäure oder Formaldehyd bilden.
Rahmenbedingungen
Nicht nur was Sie schweißen ist von Bedeutung, sondern auch wo und wie. So ist die Emission von Schadstoffen natürlich davon abhängig, wie lange Sie schweißen. Auch der Arbeitsbereich ist ein wichtiger Faktor. In einem kleinen, abgeschlossenen Raum ist die Gefahrstoffbelastung natürlich größer als draußen oder in einer gut belüfteten Halle.
Wie bereits erwähnt, beeinflusst auch das Schweißverfahren die Schadstoffbildung. Bestimmte Verfahren sind mit mehr Schadstoffemissionen verbunden als andere. So ist das WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgasschweißen) ein Verfahren mit einer relativ geringen Gefahrstoffbelastung. Vorsicht ist beim Lichtbogenhandschweißen und MIG/MAG-Schweißen geboten. Hier ist die Belastung so hoch, dass ganz besonders auf Schutzmaßnahmen geachtet werden muss, wie beispielsweise der Absaugung im Arbeitsbereich.
Fazit
Schweißschadstoffe sind tückisch. Sie sind meist unsichtbar und werden oft nicht wahr oder zumindest nicht ernst genommen. Krankheitsanzeichen treten in vielen Fällen erst nach Stunden auf.
Risiken bei Schweißarbeiten lassen sich zwar nie ausschließen, aber zumindest minimieren. Auch wenn Sie nur „kurz mal was Schweißen“, müssen Sie auf die erforderlichen Schutzmaßnahmen wie Absaugung und Schutzmaske achten. Prüfen Sie Ihre Werkzeuge regelmäßig, und verwenden Sie nur technisch einwandfreie Geräte. Führen Sie Ihre Schweißarbeiten gewissenhaft durch. Informieren Sie sich über die möglichen Gefahren, die mit Ihrer Tätigkeit verbunden sind.
Autorin: Petra Dietz






