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Tonerstaub

Tonerstaub: Widersprüchliche Studien zu Laserdruckern

Mögliche Gesundheitsrisiken durch Emissionen aus Laserdruckern werden bereits seit Jahren kontrovers diskutiert. Vor kurzem gab die BAuA Entwarnung. Doch weiterhin versuchen immer neue Studien die Entstehung und Folgen der Emission von Tonerpartikeln, Staub und Ozon zu klären. Das führt zu einer Verunsicherung der Anwender.

Tonerstaub: Widersprüchliche Studien zu Laserdruckern

Tonerstaub: Widersprüchliche Studien zu Laserdruckern

Als Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten Sie den Nutzern von Laserdruckern deshalb klare Hinweise für Betrieb und Aufstellung geben.

Tonerstaub: Neue Ergebnisse aus Australien

Im Dezember 2008 stellte die Pressemeldung „Risiko für Erkrankungen durch Tonerstaub geklärt“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) scheinbar ein Ende der Diskussion über die Gefahren durch Tonerpartikel in Aussicht. Nun erregte im Februar 2009 eine neue Studie der Technischen Universität von Queensland (QUT) nicht nur in Australien eine weitere Diskussion über Laserdrucker.

Die Forscherin Professor Lidia Morawska hatte Untersuchungen angestellt über die Zusammensetzung und Entstehung der winzigen Teilchen, die von Laserdruckern emittiert werden können. So erklärte die Wissenschaftlerin, dass der Toner während des Druckprozesses geschmolzen wird und diese Hitze zu einer Verdampfung verschiedener Substanzen führen kann. Diese kondensieren dann in der Luft und formen die ultrafeinen Partikel, die eine gesundheitsschädliche Wirkung haben könnten.

Auf die Temperaturkontrolle kommt es bei Laserdruckern an

Die Tonerpartikel bestehen nach den Untersuchungen von Prof. Morawska nicht alleine aus heißem Tonermaterial, sondern enthalten auch Bestandteile des Papiers. Die Höhe der Temperatur im Laserdrucker während des Druckprozesses ist laut Studie entscheidend für die Wahrscheinlichkeit für winzige Partikel in der Luft.

Aber auch eine starke Temperaturänderung kann die Partikelbildung beeinflussen. Für eine Vermeidung von möglicherweise schädlichen Tonerpartikeln wären somit Laserdrucker mit einer integrierten Temperaturkontrolle zu bevorzugen, so Lidia Morawska von der QUT.

Eine Studie kommt selten allein

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt jedoch, dass sich die Wissenschaft keineswegs einig ist über die Gefahr der Partikel aus Laserdruckern, so dass solche Präventionsmaßnahmen nicht einhellig gefordert werden:

  • Im Februar 2006 erklärte das Umweltbundesamt, dass der Betrieb von Laserdruckern zu einer Freisetzung feiner und ultrafeiner Partikel führen könne. Dabei sei die Partikelfreisetzung von Gerätetyp zu Gerätetyp unterschiedlich. Neuere Laserdrucker würden mitunter eine höhere Emission ultrafeiner Partikel aufweisen als ältere. Aussagen über eine mögliche gesundheitliche Gefährdung durch die Partikelemissionen könnten daraus jedoch nicht abgeleitet werden.
  • Im Oktober 2008 zog die Universität Rostock Parallelen zwischen dem Tonerstaub aus Laserdruckern und den Gefahren durch Asbest, Rauchen und durch das Einatmen von Rußpartikeln aus Dieselabgasen. Prof. Jonas von der Universität Rostock verwies auf die Lungenprobleme bis hin zur Arbeitsunfähigkeit bei Servicetechnikern von Druckerherstellern.
  • Im Dezember 2008 kam das Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut WKI in Braunschweig zu dem Schluss, dass Laserdrucker fast keine Tonerpartikel in die Luft abgeben, sondern Ultrafeinpartikel, wie sie auch beim Kochen, Backen oder Toasten zu beobachten seien.

Gesundheitsgefahren durch Tonerstaub können nicht ausgeschlossen werden

In der Gesundheitlichen Bewertung 014/2008 des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) werden gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Emissionen aus Büromaschinen nicht ausgeschlossen. Untersuchungen des BfR zeigten, dass die Raumluft an Büroarbeitsplätzen weniger als 30 Mikrogramm lungengängigen Tonerstaub pro Kubikmeter enthält.

Bei Servicetechnikern wurden Konzentrationen von rund 50 Mikrogramm, beim Recycling von Kartuschen 60 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Das zurzeit bei einer Belastung von 60 Mikrogramm lungengängiger Tonerstaub pro Kubikmeter Raumluft liegende Akzeptanzrisiko wird allerdings in 2018 abgesenkt auf 6 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft. Es macht also in jedem Fall Sinn, schon heute präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Empfehlung: Geprüfte, schadstoffarme Laserdrucker

Da über die Gesundheitsgefahren trotz aller Studien immer noch keine Klarheit herrscht, sollten Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit empfehlen, nach Möglichkeit nur geprüfte, schadstoffarme Drucker einzusetzen. Prüf- und Umweltzeichen wie das LGA-Label „schadstoffgeprüft“, BG-Prüfzert und der Blaue Engel (RAL-UZ 122) kennzeichnen entsprechend emissionsarme Produkte.

Zudem sollten Sie die Nutzer von Laserdruckern und anderen tonerbasierten Ausgabegeräten ausführlich unterweisen und den Einkauf bei der Auswahl der entsprechenden Bürogeräte beraten:

  • Die Laserdrucker sollten so positioniert werden, dass die Ventilatoröffnung des Druckers nicht direkt auf einen Arbeitsplatz gerichtet ist.
  • Der Sparmodus (Economy) beim Drucken ist zu bevorzugen.
  • Der Wechsel der Tonerkartuschen muss besonders vorsichtig erfolgen, damit die Kartuschen nicht beschädigt werden und kein Toner austreten kann.
  • Ausgetretenes Tonerpulver sollte immer mit einem feuchten Tuch aufgenommen werden.
  • Kleine Störungen wie ein Papierstau sollten nur von speziell unterwiesenen Personen behoben werden.
  • Wartungen an Laserdruckern sind Sache der geschulten Servicetechniker.
  • Ein Abteilungsdrucker gehört in einen separat belüfteten Druckerraum, der nicht als Dauerarbeitsplatz oder Sozialraum dienen sollte.
  • Auch für Druckerpapier und bei Tonern gibt es schadstoffgeprüfte Produkte, nicht nur bei den Laserdruckern selbst.
  • Die Sicherheitsdatenblätter der Tonerkassetten sollten überprüft werden auf Sicherheitshinweise des Herstellers.
  • Ebenso sollte die Bedienungsanweisung des Druckerherstellers Teil einer Unterweisung sein.

Nicht verwirren lassen

Auch wenn also in regelmäßigen Abständen mit neuen Studien rund um Laserdrucker und Tonerstaub zu rechnen ist, sollten die grundsätzlichen Präventionsmaßnahmen im Umgang mit Laserdruckern beibehalten werden, solange es keine tatsächliche Entwarnung zu den möglichen Gesundheitsfolgen gibt und die Entwarnung von den zuständigen Stellen bestätigt wurde. Denn wenn es um die Gesundheit und Sicherheit geht, recht es eben nicht, später klüger zu sein.

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Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist

Veröffentlicht:
2009-04-06

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