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Unfallverhütung

Unfallursache: Falsche Ladungssicherung

Jedes Jahr werden rund 2.300 Verkehrsunfälle von Lkw verursacht, deren Ladungssicherung unzureichend war. Aktuelle Kontrollen des gewerblichen Güterverkehrs belegen die Mängel bei der Absicherung der Ladung. Doch Ladungssicherheit erfordert noch mehr als kraft- und formschlüssige Sicherungsverfahren. Die Unfallverhütung muss bereits an der Laderampe beginnen.

Ladungssicherung bei Lkw (Foto: Rainer Sturm/Pixelio)

Ladungssicherung bei Lkw (Foto: Rainer Sturm/Pixelio)

Rollendes Risiko auf den Straßen

19.11.2009, Beamte der Autobahnpolizei Ahlhorn führen eine Kontrolle des gewerblichen Güterverkehrs mit  Schwerpunkt Ladungssicherung und Überwachung der Lenk- und Ruhezeiten durch.

38 der insgesamt kontrollierten 66 Transporte haben zum Teil erhebliche Mängel, bei elf Transporten ist die Ladungssicherung desolat oder gar nicht vorhanden. 04.11.2009, ein Lkw transportiert auf der A7 rund 25000 kg Stahlmatten, die mit 98 Zurrgurten hätten gesichert werden müssen.

Bei der Kontrolle der Polizei Goslar werden jedoch nur zehn Gurte vorgefunden. Bereits Ende Oktober 2009 hatte die Polizei Goslar einen Sattelzug mit 25 Tonnen Stahl kontrolliert, bei dem die Ladungssicherung unzureichend war, nur zwölf statt der in diesem Fall geforderten 94 Spanngurte.

Die Reihe der Beispiele für mangelhafte Ladungssicherung bei Lkw könnte fast beliebig fortgesetzt werden.

Worauf es bei der Ladungssicherung ankommt

Eine Ladung muss nicht potenziell explosiv oder anderweitig gefährlich sein, um zur rollenden Gefahr auf einem Fahrzeug zu werden. Jede Ladung kann bei einer Vollbremsung oder bei einem Ausweichmanöver ohne entsprechende Ladungssicherung gefährlich werden.

Deshalb sind Fahrzeughalter, Fahrer, Absender und Verlader, also jeder, der mit der Verladung oder dem Transport von Waren und Gütern auf Fahrzeugen betraut ist, für die Sicherheit der Ladung verantwortlich.

Grundsätzlich muss die Ladung form- und kraftschlüssig abgesichert werden. Die Ladung muss also

  • mit geeigneten Fahrzeugen (Größe, Ausstattung, zulässiges Gesamtgewicht) transportiert werden,
  • mit dem Fahrzeugaufbau abschließen, also an den Fahrzeugaufbau heran gerückt werden, oder mit Rungen, Keilen und entsprechenden Einrichtungen auf der Ladefläche fixiert werden,
  • ohne Ladelücken verladen werden,
  • hinsichtlich des Gewichts gleichmäßig auf der Ladefläche verteilt werden,
  • durch einen stabilen Aufbau gesichert werden,
  • durch eine sinnvolle Kombination aus Zurrgurten, Zurrketten oder Zurrdrahtseilen kraftschlüssig abgesichert werden, so dass die möglichen Kräfte (auch bei Vollbremsung) auf die Ladung während des Transports ausgeglichen werden können,
  • die Sicht des Fahrers während des Transports frei lassen,
  • die vorgeschriebenen Abmessungen bei dem Transport einhalten und
  • hinsichtlich ihrer Absicherung in den Fahrpausen geprüft werden.

Ladungssicherheit fängt schon bei Laderampe an

Für die Unfallverhütung bei dem Transport von Waren und Gütern reicht allerdings die Absicherung der Ladung nicht aus.

Die Laderampe ist bereits ein Unfallschwerpunkt. Nicht nur der mögliche Umgang mit Gefahrstoffen, der Lärm, die Kälte und Zugluft und der hohe Termindruck machen Laderampen zu einem risikobehafteten Arbeitsplatz. Viele Unfälle an Laderampen passieren durch

  • eine mangelhafte Abstimmung zwischen Ladepersonal und Transportpersonal
  • fehlende Sicht beim Rückwärtsfahren und beim Rangieren
  • ungesicherte Lücken zwischen Fahrzeug und Laderampe
  • herabfallendes Ladegut
  • Quetschungen durch bewegliche Teile während des Ladevorgangs
  • fehlerhafte Bedienung von Gabelstapler oder Elektroameise
  • rutschige Verkehrswege
  • zu geringe Beleuchtung
  • mangelnder Sicherheitsabstand


Zur Ladungssicherheit gehören deshalb nicht nur kraft- und formschlüssige Sicherungsverfahren für den Transport, sondern bereits an der Laderampe Sicherheitsmaßnahmen wie Unterweisung des Ladepersonals, Einsatz geschulter Fahrzeugführer auch bei Gabelstapler und Ameise, klare Verkehrswege, ausreichende Beleuchtung, mechanische Vorrichtungen zur Erzwingung des Sicherheitsabstandes (wie Rampenvorsprünge), Freigabesysteme zur Vermeidung einer vorzeitigen Abfahrt oder Ampelanlagen, die durch das Ladepersonal gesteuert werden.

Tipp: Checkliste Ladungssicherung

Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist

Veröffentlicht:
2009-12-07

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