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Büroarbeit

Umweltfreundliche Büros sind gesünder

Gerade Büroarbeiter klagen häufig über Symptome des Sick Building Syndroms (SBS) wie Hautallergien und Kopfschmerzen. Aktionen wie der „Wettbewerb Büro & Umwelt“, der noch bis Ende Mai läuft, zeigen: Umweltfreundliche Büroprodukte und der schonende Umgang mit Ressourcen im Büroalltag erhöhen auch das Wohlbefinden am Büroarbeitsplatz.

Büro und Umwelt: Studien beweisen, dass umweltfreundliche Büros auch die gesünderen Büros sind.

Büro und Umwelt: Studien beweisen, dass umweltfreundliche Büros auch die gesünderen Büros sind.

Künstliches Büroklima könnte belasten

Kopfschmerzen, Augenbeschwerden, Hautprobleme, Depressionen, die Liste möglicher Symptome des sogenannten Sick Building Syndroms (SBS) ist lang. Tätigkeiten in geschlossenen Gebäuden mit einem eher künstlichen Klima, umgeben von künstlichen Materialien, könnten die Gesundheit belasten.

Es muss nicht immer der heftig diskutierte Tonerstaub sein, der zu einer Gesundheitsgefährdung im Büro werden könnte. Auch bestimmte Baumaterialien und Bodenbeläge stehen unter Verdacht, das Klima im Büro zu verändern. Ebenso könnten Gefahrstoffe in Büroprodukten oder Reinigungsmitteln zur Belastung werden.

Mehr Natürlichkeit ins Büro

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gibt zahlreiche Ratschläge in ihrer Broschüre „Wohlbefinden im Büro – Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Büroarbeit“.

Dazu gehören auch Zimmerpflanzen für die Büroräume, die einen nachweisbaren Einfluss auf Psyche und Wohlbefinden der Beschäftigten haben können. So zeigen aktuelle Untersuchungen, dass Pflanzen im Büro zu mehr Arbeitszufriedenheit, einem besseren Raumklima, einer Staubreduktion, weniger Lärm und einer Verminderung von Schadstoffen in der Luft beitragen können. In begrünten Büros bemerken die Beschäftigten laut einer Studie aus Norwegen eine geringere Müdigkeit, weniger Husten, ein geringeres Trockenheitsgefühl im Hals und weniger Hautreizungen.

Umweltfreundlichkeit lohnt sich mehrfach

Und nicht nur die Begrünung der Büroräume macht aus Sicht des Arbeitsschutzes Sinn, sondern eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen, die zum einen dem Umweltschutz dienen und gleichzeitig die Gesundheit der Beschäftigten fördern. Aktionen wie der „Wettbewerb Büro & Umwelt“ sollten deshalb auch Sicherheitsfachkräfte einmal näher betrachten. So sucht der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. die umweltfreundlichsten Büros Deutschlands. Der Wettbewerb, der noch bis zum 31.05.09 läuft, richtet sich an Unternehmen aller Größenordnungen sowie an öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen.

Büroarbeit auch als Belastungsfaktor erkennen

Anlässlich der Preisverleihung des Wettbewerbs Büro & Umwelt im letzten Jahr betonte auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, dass viele Menschen gar nicht wüssten, dass die Produktion und Nutzung von Bürogeräten, besonders von Computern, mit hohen Umweltbelastungen verbunden sei. Der Wettbewerb zeige, wie vielfältig die Ansatzpunkte und wie groß die Potenziale für eine umweltfreundliche und Ressourcen schonende Gestaltung des Büroalltags sein könnten.

Umweltschutz und Arbeitsschutz gemeinsam angehen

Unternehmen und Behörden, die sich für umweltfreundliche Büros einsetzen wollen, werden gleichzeitig einen positiven Effekt auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz haben. Wer sich um die im Wettbewerb Büro & Umwelt 2009 behandelten Bereiche wie umweltbezogene Aspekte der Büroorganisation, Bürogeräte (wie Drucker, Kopierer, Bildschirme), Büromaterialien, Büromöbel, Büroreinigung sowie Wertstoffe/Entsorgung kümmert, sollte deshalb gleichzeitig den Blick richten auf die Auswirkungen für die Gesundheitsförderung im Büro.

Schadstoffarme Produkte beeinflussen Herstellung und Nutzung
Werden zum Beispiel schadstoffarme und umweltverträgliche Büroprodukte eingesetzt, werden dabei auch die möglichen Gesundheitsrisiken bei der Herstellung und bei der Nutzung der Produkte reduziert. Energiesparende Bürogeräte zeichnen sich in der Regel auch durch eine geringe Strahlenbelastung aus. Und eine Büroreinigung, die mit weniger Chemie auskommt und weniger Lärm erzeugt, hilft auch der Gesundheit des Reinigungspersonals und der Beschäftigten im Büro.

Wie dieser Wettbewerb beispielhaft zeigt, beinhalten Initiativen für den Umweltschutz meist auch positive Effekte für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, genauso wie moderner Arbeitsschutz auch negative Auswirkungen von Arbeit auf die Umwelt vermindert. Was der Umwelt gut tut, hilft also auch dem Arbeitsschutz.

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Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist

Veröffentlicht:
2009-04-20

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