Chemie
Brandschutz im Labor: Keine Experimente mit der Sicherheit
In Laboratorien ist nicht nur mit explosiven Substanzen, sondern auch mit Krankheitserregern zu rechnen, die den Hochsicherheitsbereich nicht verlassen dürfen. Dies stellt an den Brandschutz im Labor besondere Anforderungen.
Brandschutz im Labor
Prüfen Sie deshalb die potenziellen Gefahren im Laborbereich und sorgen Sie für adäquate Löschmittelanlagen, die zum Beispiel den für die Sicherheit wichtigen Unterdruck im Labor berücksichtigen.
Brandschutz im Labor - eine besondere Gefahrensituation
Die Gefährdungsbeurteilung für ein Labor ist vielschichtig. Wenn Sie sich einen Überblick über die Gefahrensituation in den Laboratorien Ihres Zuständigkeitsbereiches machen, sollten Sie zuerst mit dem Laborleiter sprechen über
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die Art des Labors,
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die regelmäßigen Tätigkeiten,
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mögliche außergewöhnliche Laborarbeiten,
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die genutzten und gelagerten Stoffe und
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die physikalisch-chemischen Anforderungen.
Oftmals werden Ihnen folgende Risiken begegnen
- die Gefahr von unbekannten, heftig verlaufenden chemischen Reaktionen
- ein regelmäßiger Umgang mit feuergefährlichen, brandfördernden und explosionsgefährlichen Stoffen
- die Verwendung von offenem Feuer wie bei dem Bunsenbrenner
Doch leider kann man hier keine feste Regel aufstellen.
Labor ist nicht gleich Labor
Gentechnisch veränderte Biomaterialen, Krankheitserreger, neue chemische Substanzen oder aber radioaktives Material und Laserstrahlen beinhalten jeweils eigene Gefährdungen für das Personal und die Umwelt. Im vorbeugenden Brandschutz muss deshalb nicht nur an die Möglichkeiten einer Brandentstehung gedacht werden, sondern auch an die möglichen Konsequenzen und Begleitumstände eines Brandes durch austretende Gase, frei werdende Mikroorganismen oder radioaktiven Staub.
Brandschutz darf nicht an der Labortür enden
Ohne Zweifel sind Laboratorien für den Brandschutz eine besondere Herausforderung. Das Personal ist naturgemäß experimentierfreudig und arbeitet teilweise zu unregelmäßigen Zeiten. Die Geräte und Anlagen sind hochwertig, teilweise einmalig und unter Umständen noch nicht ausreichend erprobt. Die Substanzen sind selbst ohne Brandfall häufig gefährlich.
Ein längerer Ausfall des Labors kann für einen forschungsintensiven Betrieb zur Existenzbedrohung werden. Deshalb bestehen unterschiedliche Sicherheitsvorschriften und sind verschiedene Sicherheitsmaßnahmen im Einsatz, die mit dem Brandschutz harmonieren müssen.
Wasser und Gas könnten Probleme bereiten
Die in vielen anderen Fällen angebrachten Löschmittel könnten im Laborbereich verheerende Folgen haben. Würde man einfach Wasser zur Brandbekämpfung einsetzen, könnten dadurch Umweltgifte ins Grundwasser gelangen. Setzen Sie hingegen eine Gas-Löschanlage ein, führt dies zu einer Druckveränderung im Labor, die letztlich Keime oder giftige Gase aus dem Laborbereich herausdrängen könnte.
Löschmittelrückstände könnten die Experimente und Aufbauten beeinträchtigen oder gar zerstören. Zusätzlich gilt es, den Brand besonders schnell erkennen zu können. Sie müssen also auf spezielle Brandschutz-Konzepte setzen.
Schnelle Branderkennung ist ein Muss
Um so wenig Zeit wie möglich bis zur Branddetektion verstreichen zu lassen, sollten Sie neben den automatischen Brandmeldern im gesamten Laborbereich für Handmelder sorgen, um dem Personal das Auslösen des Alarms zu ermöglichen. Da in vielen Fällen der Brand von einem der Labortische ausgehen könnte, empfiehlt sich insbesondere der Einsatz von Brandmeldeeinheiten, die am Arbeitsplatz stationiert werden können.
Wenn eine Evakuierung des Labors notwendig ist, kann dadurch vergleichsweise viel Zeit verstreichen, bis die eigentliche Brandbekämpfung einsetzen kann. Diese Zeit könnten Sie reduzieren, indem Sie Brandmelder einsetzen, die nicht nur optische und akustische Alarmmeldungen abgeben, sondern entsprechende, vorbereitete Durchsagen zur Evakuierung abgeben können.
Kombination der Branderkennung ist wichtig
Bei der Vielzahl brennbarer Stoffe in einem Labor sollten Sie nicht nur auf eine Branderkennungsart setzen. Brandmelder mit einer Sensorkombination
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nutzen die optische und thermische Erkennung
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erkennen selbst kleine, durch den Brand freigesetzte Teilchen in der Luft
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verringern die Gefahr eines Fehlalarms
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können einen für das Personal gefährlichen Gasaustritt detektieren.
Brandbekämpfung unter Laborbedingungen
Wenn es die Bedingungen und Apparaturen im Labor erlauben, können Sie zur Brandbekämpfung auf eines der besten Löschmittel setzen, Wasser. In den meisten Fällen wird jedoch nur eine Löschanlage nach dem Wassernebel-Verfahren möglich sein, um die Folgeschäden gering zu halten.
Auch wenn nur verhältnismäßig kleine Mengen an Wasser zum Einsatz kommen würden, müssen Sie an eine Löschwasser-Rückhaltung denken, um eine Umweltbelastung zu vermeiden. Vorteile bei Einsatz von Wassernebel sind unter anderem der Wegfall der Vorwarnzeit für das Personal und die mögliche Auswaschung von Rauch.
Für Druckausgleich sorgen
Wenn Wassernebel nicht in Betracht kommt und eine Gas-Löschanlage eingesetzt wird, so empfiehlt sich ein Inertgas wie Stickstoff und Argon, das im Unterschied zu Kohlendioxid das Restrisiko für die Beschäftigten gering hält. Müssen die Druckverhältnisse im Labor möglichst konstant gehalten werden, so finden Sie am Markt Lösungen, die über eine spezielle Steuerung die Druckverhältnisse während des Ausströmens des Löschgases regulieren können. Ein druckbedingtes Austreten von Schadstoffen oder Mikroben könnte so verhindert werden.
Fazit: Individueller Brandschutz für Labore wichtig
Prüfen Sie die jeweilige Gefahrensituation des Labors, am besten zusammen mit dem Laborleiter.
Stimmen Sie die Brandschutzmaßnahmen mit dem restlichen Sicherheitskonzept für das Labor genau ab.
Sorgen Sie für eine besonders schnelle Branderkennung durch Kombination von Meldertypen.
Setzen Sie auf das richtige Löschmittel (Wassernebel, Inertgas).
Denken Sie an die Folgeschäden, nicht nur durch den Brand und das Löschmittel, sondern durch die Stoffe im Labor selbst.
Ein Brand darf die restlichen Sicherheitssysteme möglichst nicht beeinflussen.
Autor: Oliver Schonschek, Diplom-Physiker






