Flammschutz
Bromierte Flammschutzmittel bergen Risiken für Umwelt und Gesundheit
Flammschutzmittel senken das Brandrisiko bei Hölzern, Kunststoffen, Dämmstoffen und Spezialtextilien. Doch Untersuchungen zeigen, dass insbesondere bromierter Flammschutz Gefahren für Gesundheit und Umwelt mit sich bringen kann. Achten Sie deshalb darauf, welche Flammschutzmittel bei Ihnen zum Einsatz kommen. Das Umweltbundesamt gibt Hinweise zu möglichen Ersatzstoffen und informiert über die denkbaren Risiken.
Bromierte Flammschutzmittel bergen Risiken für Umwelt und Gesundheit
Schutzwirkung und Gefahren von Flammschutz bedenken
Fluch und Segen liegen auch im Brandschutz dicht beieinander. Flammschutzmittel können die Entzündung brennbarer Materialien wie Holz oder Textilien verzögern und die Ausbreitung eines Brandes verlangsamen.
Durch ihren Einsatz lassen sich kleinere Brände teilweise vermeiden, in vielen Fällen sorgen Flammschutzmittel aber für einen Zeitpuffer, der die Flucht und die Rettung Betroffener erleichtert oder gar erst ermöglicht.
Für einen modernen Brandschutz und für die Einsatzkräfte sind Flammschutzmittel also nicht wegzudenken. Dennoch sollten Sie sich als Brandschutzbeauftragter genauer damit befassen, welche Flammschutzmittel jeweils zum Einsatz kommen. Nicht alle der im Flammschutz verwendeten Chemikalien sind wirklich unbedenklich für Mensch und Umwelt.
Prüfen Sie den eingesetzten Flammschutz
Besonders bei Kunststoffen kommen sogenannte bromierte (also bromhaltige, organische Verbindungen) Flammschutzmittel vor, da diese genau wie viele Kunststoffprodukte relativ günstig und gut verarbeitbar sind. Die entsprechenden, chemischen Verbindungen sind allerdings schwer abbaubar (persistent) und reichern sich so mit der Zeit in der Umwelt und in Lebewesen an.
Zudem brennen auch flammgeschützte Materialien bei einem voll entwickelten Brand. Dabei könnten sich aus bestimmten bromierten Flammschutzmitteln giftige Dioxine und Furane bilden. Doch es gibt auch andere Flammschutzmittel, die umweltschädlich sind.
Hier finden Sie oftmals bromierten Flammschutz …
Kunststoffgehäuse, Dämmstoffe, Textilien und Elektrogeräte, dies sind die Hauptanwendungsgebiete für bromierte Flammschutzmittel. Die am häufigsten produzierten Varianten sind
- Decabromdiphenylether (DecaBDE),
- Tetrabrombisphenol A (TBBPA)
- und Hexabromcyclododecan (HBCD).
… und das sind die möglichen Folgen
Auch wenn die genauen Wege der schädlichen Substanzen in die Umwelt und in den menschlichen Körper noch nicht geklärt sind, hat das Umweltbundesamt (UBA) kürzlich darauf hingewiesen, dass es wahrscheinlich durch
- die Verarbeitung von Flammschutzmitteln,
- Auswaschung von Flammschutzmitteln bei Nutzung entsprechend geschützter Produkte
- sowie durch die Entsorgung der mit bromierten Flammschutzmitteln versehenen Materialien
zu einer messbaren Anreicherung in Stäuben, bestimmten Tierarten, aber auch in niedrigen Konzentrationen in der Muttermilch und im menschlichen Blut kommt. Es ist anzunehmen, dass wir Menschen diese Stoffe über die Nahrung und den Staub aufnehmen.
Kein direktes Risiko für Menschen
Die bislang gemessenen Konzentrationen gelten nach den entsprechenden Richtlinien zur Risikobewertung der EU als ungefährlich, wobei aus Vorsorgegründen gerade der Gehalt in der Muttermilch nicht erwünscht ist.
Da nicht auszuschließen ist, dass der Mensch über die Zeit die entsprechenden Substanzen aus bestimmten bromierten Flammschutzmitteln solange ansammelt, bis eine höhere Konzentration und eine Verstärkung der Wirkung vorliegt, rät das Umweltbundesamt trotzdem dazu, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen.
Nicht nur Hersteller sind gefordert
Verarbeiter und Hersteller von bromierten Flammschutzmitteln haben bereits in jüngster Zeit damit begonnen, die entsprechenden Emissionen in der Produktion zu kontrollieren und abzusenken.
Zudem gibt es bereits eine Reihe von alternativen Flammschutzmitteln, die die bromierten Varianten ersetzen können, ohne dass Sie auf die Sicherheitseigenschaften verzichten müssen. Denkbar sind unter anderem
- Spezialtextilien oder Bezugsstoffe aus Glasfasern
- Kunststofftypen, die an sich schwer entflammbar sind
- Weniger schädliche Flammschutzmittel wie Magnesiumhydroxid
- Verschiedene halogenfreie, phosphororganische Flammschutzmittel
Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten
Obwohl in vielen Fällen Ersatzstoffe wirtschaftlich und technisch möglich sind, machen verschiedene Hersteller immer noch keinen Gebrauch davon. Für Sie als Anwender kommt erschwerend hinzu, dass es bislang eine unzureichende Kennzeichnung schlecht abbaubarer (persistenter) Substanzen auf den Produkten gibt.
Denkbare Vorsorgemaßnahmen beim Gebrauch der mit persistenten, bromierten Flammschutzmitteln versehenen Materialien können Sie deshalb kaum ergreifen.
Das Umweltbundesamt spricht sich deshalb für eine entsprechende Einstufungs- und Kennzeichnungspflicht aus. Bis dies tatsächlich umgesetzt ist, sollten Sie aber mit Ihren Lieferanten im Brandschutz- und Ausrüstungsbereich sprechen, welche Flammschutzmittel denn zum Einsatz kommen und ob es unter Umständen unbedenklichere Alternativprodukte gibt. Bestehen Sie darauf, entsprechend informiert zu werden, denn es geht neben dem Brandschutz immer auch um die Gesundheit und die Umwelt.
Fazit: Prüfen Sie die interne Verwendung von Flammschutzmitteln
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Flammschutzmittel haben eine große Bedeutung zur Vermeidung von Bränden und zur Verzögerung der Flammenausbreitung im Brandfall.
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Verschiedene Flammschutzmittel, darunter bestimmte bromierte Substanzen, gelten als schwer abbaubar und reichern sich in Mensch und Umwelt an.
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Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen bei der Produktion sind auch die Anwender gefragt, da die Substanzen zum Beispiel auch ausgewaschen werden könnten.
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Bislang sind entsprechende, schwer abbaubare Flammschutzmittel jedoch nicht ausreichend gekennzeichnet.
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Sprechen Sie deshalb mit Ihren relevanten Lieferanten und fragen Sie nach den bereits verfügbaren Ersatzstoffen.
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Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist






