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Evakuierung

Flucht- und Rettungspläne

Pläne, die für die Evakuierung und Rettung verwendet werden sollen – Flucht- und Rettungspläne – müssen, wenn sie vorliegen, aktuell, vollständig, übersichtlich und ausreichend groß sein. Die verwendeten Zeichen und Symbole sollten mit den Zeichen übereinstimmen, die auf den Flucht- und Rettungswegen verwendet werden.

Flucht- und Rettungspläne sind gemäß DIN 4844-3 in einer Höhe von etwa 1,60 m zu montieren.

Flucht- und Rettungspläne sind gemäß DIN 4844-3 in einer Höhe von etwa 1,60 m zu montieren.

Die Zeichen, insbesondere Sonderzeichen, sind in einer Legende zu erläutern.

Flucht- und Rettungspläne müssen eindeutige Anweisungen für das Verhalten im Gefahren- oder Katastrophenfall und Informationen über den schnellsten und sichersten Weg zum Verlassen des Gefahrenbereichs (möglichst ins Freie) beinhalten. Die Brandschutzordnung sollte, sofern vorhanden, bei der Bearbeitung einbezogen werden.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Flucht- und Rettungspläne nicht allein durch die Erarbeitung und den Aushang im Gebäude wirksam werden. Eine Grundvoraussetzung für die sichere Anwendung ist die Einweisung und Unterweisung der Arbeitnehmer über den Inhalt der Flucht- und Rettungspläne durch den Arbeitgeber oder seines Beauftragten.

Evakuierungsübungen können dazu beitragen, dass die Informationen aus den Plänen verstanden und richtig umgesetzt werden. Insbesondere ist dabei zu berücksichtigen, dass im Brand- oder Gefahrenfall oft keine Zeit zur Verfügung steht und keine Möglichkeit besteht, den Inhalt dieser Pläne zu erfassen.

Sichtbehinderung durch Rauch, ausgefallene Beleuchtung und die allgemeine Situation gestatten es nicht, dass man sich erst dann mit Flucht- und Rettungsplänen befasst, wenn der Notfall eingetreten ist. Diesem Umstand ist insbesondere Rechnung zu tragen, wenn sich fremde Personen in dem Gebäude aufhalten, die sich (noch) nicht mit diesen Informationen vertraut machen konnten. Die ortskundigen Beschäftigten sind dann zur Hilfeleistung angehalten.

Die Häufigkeit der Übungen für den Gefahren- und Katastrophenfall richtet sich insbesondere nach der räumlichen Ausdehnung der Arbeitsstätte, der Zusammensetzung der Beschäftigten und der besonderen Gefahrenlage.

Weitere Infos zum Thema Flucht- und Rettungspläne

 

 

Die Flucht- und Rettungspläne sind an geeigneter Stelle in der Arbeitsstätte (z.B. „Schwarzes Brett“, gefährdete Arbeitsplätze oder -bereiche) auszuhängen. Sie sind gemäß DIN 4844-3 in einer Höhe von etwa 1,60 m, gemessen vom Boden zur Planmitte, zu montieren. Sie sind darüber hinaus so zu hinterlegen, dass sie den Rettungsmannschaften jederzeit zur Verfügung stehen.

Flucht- und Rettungspläne sollen für den Gefahrenfall im Betrieb die Voraussetzungen schaffen für

  •  das Verhalten der Arbeitnehmer (z.B. bei Brand, Gasaustritt und anderen Gefahrensituationen),
  • die Flucht der Arbeitnehmer ins Freie oder in einen gesicherten Bereich,
  • die Rettung gefährdeter Arbeitnehmer durch betriebseigene oder -fremde Hilfskräfte aus der Arbeitsstätte,
  • die schnelle Übersicht über vorhandene Hilfsmittel (z.B. Feuerlöscher, Löschdecken, Tragen).

Die Notwendigkeit für Flucht- und Rettungspläne ergibt sich aus der konkreten Situation in der Arbeitsstätte bzw. dem betreffenden Gebäude. Insbesondere dann, wenn durch die Lage der Arbeitsstätte oder von Teilen der Arbeitsstätte ungünstige Flucht- und Rettungsmöglichkeiten vorliegen. Dies ist z.B. der Fall,

  • wenn sich die Arbeitsstätte in unmittelbarer Nähe explosions- oder brandgefährdeter Anlagen befindet oder wenn Flucht- und Rettungswege zwingend durch derartige Gefahrenbereiche führen,
  • wenn befestigte Zufahrten oder Standplätze für Feuerwehr- oder Rettungsfahrzeuge fehlen oder eine Rettung von außen wegen der baulichen Situation (z.B. enge Hofeinfahrten, ausladende Vorbauten, die ein Anlegen von Leitern verhindern) nicht oder nur eingeschränkt möglich ist,
  • wenn die sogenannte „Anfahrtszeit“ der von außen kommenden Rettungskräfte (Feuerwehr, Sanitäts- und Rettungsdienste, Polizei) von erheblicher Dauer ist und betriebseigene Kräfte nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen,
  • wenn die Ausdehnung der Arbeitsstätte dies erfordert. Das kann bei großflächigen Arbeitsstätten der Fall sein, wenn die Übersichtlichkeit der Geschosse, der Arbeitsräume sowie der Flucht- und Rettungswege stark beeinträchtigt ist (z.B. in Produktionshallen oder Großraumbüros) und eine Gefährdung der Arbeitnehmer im Flucht- und Rettungsfall möglich erscheint. Auch dann, wenn die Arbeitsstätten in mehrgeschossigen Hochbauten oder in Hochhäusern untergebracht sind, sodass lange Flucht- und Rettungswege ohne Räumungsvorbereitung eine zusätzliche Gefährdung darstellen.
  • wenn durch die Art der Nutzung eine erhöhte Gefährdung gegeben ist. Dies ist z.B. der Fall,

        - wenn erhöhte Brand- oder Explosionsgefahren vorliegen,

       -  wenn ein erhebliches Brandpotenzial durch Lagerung

           und Verwendung leicht brennbarer Materialien oder durch die

           Summierung der Stockwerkbrandbelastungen bei Hochbauten

           vorhanden ist,

     - wenn die regelmäßige Anwesenheit betriebsfremder und

        ortsunkundiger Personen (Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr)

        eine zusätzliche Gefährdung der Arbeitnehmer im Gefahrenfall

        darstellen kann.

  • wenn es sich um Arbeitsstätten in Hochbauten mit gemischter Stockwerknutzung (z.B. Lagerung, Produktion, Büro, Archiv) handelt und Flucht- und Rettungswege teilweise von den normalen inneren Verkehrswegen abweichen,
  • wenn die Arbeitnehmer in Arbeitsräumen (z.B. Maschinenhallen, Werkstätten) durch technologische, chemische oder anderen Gegebenheiten einer besonderen Gefährdung ausgesetzt werden können.


Inhalt der Flucht- und Rettungspläne

Grundlegende Forderungen zum Erfordernis und zum Inhalt der Flucht- und Rettungspläne sind der Arbeitsstättenverordnung und den Arbeitsstättenrichtlinien zu entnehmen. Die DIN 4844-3 „Sicherheitskennzeichnung, Flucht- und Rettungspläne“ beinhaltet die Forderung zur Gestaltung der Pläne. Die Gegebenheiten der jeweiligen Arbeitsstätte und die Besonderheiten, die sich durch Beschäftigte und Besucher ergeben, sind zu berücksichtigen.

Die bildliche Darstellung (Bilder, Pläne) ist zu bevorzugen. Eine Ergänzung mit schriftlichen Anweisungen kann erforderlich sein. Schriftliche Anweisungen und Informationen müssen dann, wenn regelmäßig ausländische Arbeitnehmer oder Besucher, die der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig sind, in der Arbeitsstätte oder dem Gebäude anwesend sind, auf die unbedingt erforderlichen Angaben reduziert werden. Es ist dafür zu sorgen, dass die Informationen dann in den erforderlichen Landessprachen abgefasst werden.

Für die Aufstellung von Flucht- und Rettungsplänen ist die Notwendigkeit der nachfolgenden Angaben zu prüfen:

  • Verantwortung/Weisungsbefugnis
  • Vorschriften zur Alarmierung
  • Ablauf der Alarmierung und Evakuierung
  • Angaben zu Warn- und Alarmeinrichtungen, Rufnummern und Adressen
  • Räumungsablauf
  • Verbot zur Benutzung der Aufzüge
  • Angaben zum Sammelplatz und zur Vollzähligkeitskontrolle
  • besondere Maßnahmen zur Rettung (Berücksichtigung von Behinderten und hilfsbedürftigen Personen)
  • Angaben zur Ersten Hilfe
  • Maßnahmen zur Brandbekämpfung
  • Sonderaufgaben (z.B. Ausschalten von Maschinen und Einrichtungen, Absperren von Rohrleitungen; Ausschalten von Transporteinrichtungen, Anlagen abfahren)
  • Hilfe von außen
  • Pläne
  • Verfügbarkeit von Grundstücks- und Gebäudeplänen
  • Angaben zu Ver- und Entsorgungsanlagen einschließlich Notversorgungsanlagen
  • Ausrüstung, Flucht- und Rettungsmittel
     

Bei speziellen Anlagen mit höherem Gefährdungspotenzial können besondere Angaben erforderlich sein, wie Hinweise auf feuer- und explosionsgefährdete Räume, gesundheitsschädliche Stoffe, Hochspannungs- und sonstige Energieversorgungsanlagen mit Schaltstellen oder andere Räume, in denen nicht mit Wasser gelöscht werden darf sowie Standorte von Druckbehältern und Kälteanlagen.

Auch dann, wenn kein besonderes Gefährdungspotenzial vorliegt, sollten jedoch mindestens folgende Informationen vorliegen:

  • Verhalten im Brandfall
  • Ruhe bewahren
  • Brand melden
  • Anweisungen beachten
  • in Sicherheit bringen
  • besondere Verhaltensregeln
     

Bei Arbeitsstätten oder Teilen von Arbeitsstätten, in denen sich Anlagen befinden, die der Störfall-Verordnung unterliegen sowie solchen, die aufgrund des Bauordnungsrechts der Länder (z.B. Geschäftshausverordnungen, Versammlungsstättenverordnungen, Krankenhausverordnungen) Brandschutzordnungen aufzustellen haben, sind die in diesen Vorschriften geforderten Pläne als Flucht- und Rettungspläne nach § 55 ArbStättV anzusehen.

 

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Veröffentlicht:
2009-11-26

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