Vorbeugender Brandschutz
Brandschutzsysteme aus einer Hand
Der vorbeugende Brandschutz verlangt, dass Flucht- sowie Rettungswege im Brandfall funktionsfähig bleiben und die Funktion sicherheitstechnischer Anlagen wie Brandmelde- und Rauch-Wärmeabzugsanlagen (RWA) ausreichend lange gewährleistet ist. Eine Komponente auf dem Weg zu diesem vorgeschriebenen Sicherheitskonzept ist die Elektroinstallation. Und eine Arbeitserleichterung können da Brandschutzsysteme aus einer Hand sein.
Brandschutzsysteme aus einer Hand
Sie vereinfachen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und sie bieten insofern Montage-Sicherheit, als alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Konkret ist der Funktionserhalt von Brandmelde- und Alarmierungsanlagen, Personenaufzügen und Sicherheits- Beleuchtungen für mindestens 30 Minuten sicherzustellen.
Feuerwehraufzüge, Rauchabzugsanlagen, Lüftungsanlagen von Sicherheits- Treppenräumen und Wasserdruckerhöhungsanlagen zur Löschwasserversorgung müssen bei einem Brand mindestens 90 Minuten funktionieren.
MBO und LBO als Maßstab
Die entsprechenden Maßnahmen für den baulichen Brandschutz sind im Wesentlichen in der Muster Bau Ordnung (MBO) und auf dieser Grundlage in den Landes Bau Ordnungen (LBO) geregelt. Diese verweisen auf die Muster-Leitungs-Anlagen-Richtlinie MLAR 3/2000, die als LAR in den Bundesländern eingeführt ist. Sie gibt vor, was bei Planung und Ausführung elektrotechnischer Einrichtungen einschließlich der Leitungsanlagen zu beachten ist. Außerdem legt sie fest, welcher Klassifizierung der Funktionserhalt von elektrischen Einrichtungen im Brandfall entsprechen muss.
Moderne Brandschutzsysteme erfüllen diese Vorschriften. Das Komplettsystem von Hager Tehalit besteht z.B. aus Brandschutzverteilern mit VDEZulassung, feuerwiderstandsfähigen Kabelkanal-Anschlussstücken und einem feuerwiderstandsfähigen Elektro- Installationskanalsystem.
Um den Funktionserhalt elektrischer Anlagen im Brandfall sicherzustellen, schreibt die MLAR 3/2000 die Unterbringung von Verteilern in Brandschutzräumen vor. Alternativ sind auch Brandschutzsysteme als Standoder Wandverteiler zugelassen – vorausgesetzt, sie erfüllen die entsprechenden Normen (DIN 4102 Teil 2 in Anlehnung an Teil 12). Solche Systeme sind eine kostengünstige Alternative zu begehbaren Räumen.
Übergang Brandschutzverteiler
Um die Funktionsfähigkeit modularer Schutzgeräte wie FI- oder LS-Schalter zu garantieren, müssen Brandschutzverteiler Grenztemperaturen und Luftfeuchtigkeit einhalten (Norm VDE 0660 Teil 500 bzw. EN 60439 Teil 1). Dies bezieht sich sowohl auf den Normalbetrieb als auch auf den Brandfall. Zurzeit halten lediglich Hager Brandschutzverteiler sowohl die Forderungen der DIN 4101 Teil 2 und Teil 12 ein als auch die Grenztemperaturwerte entsprechend VDE 0660 Teil 500.
Der Übergang zwischen Brandschutzverteiler und feuerwiderstandsfähigem Installationskanal (FWK) kann einen möglichen Schwachpunkt bei Brandschutzkonzepten darstellen. Für den sicheren Übergang hat Hager Tehalit daher ein spezielles FWK-Anschlussstück entwickelt, das nach DIN 4102 Teil 12 geprüft ist. Damit entspricht es den Anforderungen der MLAR 3/2000 und sorgt für einen einfachen und sicheren Übergang.
Trennung der Installationen
Für die Leitungsverlegung in Flucht- und Rettungswegen fordert die MLAR 3/2000: Alle Leitungen, die nicht dem Betrieb eines Flucht- und Rettungsweges dienen, sind brandschutztechnisch von diesem zu trennen. Dies kann mit Installationskanälen erfolgen, die der DIN 4102 Teil 11 und 12 entsprechen.
Nach Teil 11 wird die Feuerwiderstandsdauer von Installationskanälen bei Innenbeflammung geprüft. I gibt die Feuerwiderstandsklasse an: I 90 z.B. besagt, dass der Kanal mindestens 90 Minuten die Übertragung von Feuer und Rauch von innen nach außen verhindert. Teil 12 regelt den Funktionserhalt elektrischer Leitungsanlagen im Brandfall bei Außenbeflammung. So garantiert die Funktionserhaltklasse E 90, dass der Installationskanal bei Bränden für mindestens 90 Minuten den Funktionserhalt der Leitungsanlage sicherstellt.
Im Brandfall 90 Minuten sicher
Feuerwiderstandsfähige Elektro-Installationskanäle bestehen in der Regel aus einer stoßsicheren, verzinkten Stahlblech-Hülle mit eingeklebten Gipsfaserplatten sowie den erforderlichen Dichtungen. In die FWK-30-Reihe von Tehalit sind 18 Millimeter dicke Gipsfaserplatten eingeklebt. Damit entsprechen diese Kanäle der Feuerwiderstandsklasse I 90 nach DIN 4102, Teil 11. Die FWK-90-Reihe dieses Herstellers ist mit 45 Millimeter dicken Gipsfaserplatten ausgekleidet und erfüllt die Brandschutzanforderungen bis E 90 nach DIN 4102 Teil 12. Damit stellen diese FWK-Produkte den Funktionserhalt von Kabelanlagen für mindestens 90 Minuten im Brandfall sicher. Zudem schützt der robuste Stahlblechmantel die Leitungen vor mechanischen Beschädigungen.
Fazit: Die Vorteile durchgängiger Programme aus Brandschutzverteilern, FWK-Anschlussstücken und feuerwiderstandsfähigen Elektro-Installationskanälen sind offensichtlich: Sie garantieren maximale Sicherheit bei der Errichtung einer Elektroanlage im Sinne der Vorschriften und bieten zugleich Montage-Sicherheit, da alle Komponenten konstruktiv aufeinander abgestimmt sind.
Michael Berg ist Marktmanager der Hager Tehalit Vertriebs GmbH






