Löschsysteme
Minimieren Sie das Risiko bei Maschinenbrand
Wertvolle Anlagen müssen innerhalb von Sekunden gelöscht werden, um einen Produktionsstillstand zu vermeiden. Moderne Löschsysteme können nicht nur die Maschinen retten, sondern senken das Risiko für Personal, Gebäude und Umwelt. Es kann die Arbeit des Brandschutzbeauftragten erleichtern, die automatischen Löschsysteme zu kennen, die ohne Sauerstoff-Reduktion, Rückstände und in Zukunft sogar ohne Energie auskommen.
Minimieren Sie das Risiko bei Maschinenbrand
Nutzen Sie Löschtechnik ohne Folgeschäden
Stellen Sie sich einen Brand in einer Maschinenhalle vor, der durch eine stationäre Wasserlöschanlage wie eine Sprinkleranlage oder eine Wassersprühanlage bekämpft wird. Durch seine gute Wärmeaufnahmekapazität entzieht das Löschwasser dem Brand die notwendige Wärmeenergie. Gleichzeitig werden jedoch empfindliche Maschinen und Bauteile von dem Wasser benetzt und oftmals stark beschädigt. Eine Brandlöschung durch Wasser scheidet also in den meisten Maschinenhallen aus. Doch welches andere Löschverfahren kann einem Brand in Sekundenschnelle begegnen, ohne massive Folgeschäden zu verursachen?
Löschsysteme: Gasförmige Löschmittel hinterlassen keine Rückstände
Um dem Maschinenbrand Sauerstoff oder Wärmeenergie entziehen zu können, bietet sich Ihnen ein gasförmiges Löschmittel an. Dabei werden in der Regel Inertgase wie Stickstoff oder auch Kohlendioxid eingesetzt. Eine Löschung mit Gasen erweist sich als vollständig rückstandsfrei, so dass die Anlagen keinen zusätzlichen Schaden erleiden werden. Zudem sind Inertgase nicht elektrisch leitend, wodurch kein Risiko für die Mitarbeiter oder elektronischen Geräte durch Kurzschlüsse zu befürchten sind.
Sauerstoffverdrängung stoppt MaschinenbrandDurch das in die Maschinenhalle einflutende Gas wird die Sauerstoffkonzentration in der Raumluft so stark herab gesetzt, dass der für das Fortbestehen des Brandes notwendige Sauerstoffgehalt unterschritten wird. Für sogenannte „occupied areas“, also mit Personal besetzte Hallen, eignet sich das Verfahren der Sauerstoffverdrängung eher für begrenzte Bereiche, wie einen Schaltschrank, dessen Innenraum mit dem Inertgas geflutet werden kann. Beachten Sie die mögliche Erstickungsgefahr für die Mitarbeiter in den Maschinenhallen durch umfangreichen Einsatz von Inertgasen!
Wärmeentzug anstelle von Sauerstoffverdrängung
Um die mögliche Erstickungsgefahr durch Inertgase auszuschließen, können Sie Löschsysteme verwenden, die spezielle Gase gegen den Brand einsetzen, die die verfügbare Wärmemenge reduzieren und die Sauerstoffkonzentration der Raumluft nicht verändern. Dieses Löschverfahren hat den weiteren Vorzug, dass die Vorwarnzeit in besetzten Maschinenhallen deutlich verkürzt werden kann. Da in vielen Fällen keine Evakuierung erforderlich wird, kann die Brandbekämpfung deutlich früher beginnen. Dadurch können Sie den möglichen Brandschaden wesentlich reduzieren.
Unterbrechung der Oxidation
Eine weitere Möglichkeit der wasserlosen Brandbekämpfung bei Maschinen besteht in der Unterbrechung der Oxidation auf molekularer Ebene. Dazu wird ein Löschsatz pyrotechnisch gezündet, der Aerosol in die Raumumgebung freigibt. Freie Radikale in der Flamme werden durch das Aerosol gebunden, wodurch die Kettenreaktion bei der Oxidation unterbrochen wird. Ein solches Aerosol kann nach Herstellerangaben eingeamtet werden, eine Evakuierung wird somit meist vermieden.
Achten Sie auf Umweltverträglichkeit
Der Markt für Löschvorrichtungen bietet inzwischen eine Reihe von Alternativen gegenüber Löschmitteln mit Ozonzerstörungspotenzial (ODP) und Treibhauspotenzial (GWP). Entsprechende Anbieter weisen auf die umweltfreundlichen Eigenschaften hin. Doch die verfügbaren Systeme unterscheiden sich auch in ihrer technischen Komplexität.
Komplexe Technik ist oft störanfälliger
Wenn Sie eine neue Löschvorrichtung für die Maschinen in Ihrem Unternehmen suchen, sollten Sie auch auf eine möglichst einfache technische Lösung achten. Generell steigt die Fehleranfälligkeit einer Brandmeldeanlage, wenn zahlreiche, komplexe Komponenten mit vielfältigen Abhängigkeiten zum Einsatz kommen.
Meist besteht ein Maschinen-Löschsystem aus
- einer Brandmelde-Zentrale mit Löschanlagensteuerung,
- unterschiedlichen Brandmeldern,
- Löschmittelbehältern,
- verschiedenen Ventilen
- und Auslöseeinrichtungen.
Sowohl der Ausfall einer Komponente als auch der Energieversorgung kann die Bereitschaft der kompletten Brandschutzeinrichtung gefährden. Achten Sie deshalb auf eine Redundanz bei der eingesetzten Hardware sowie auf Notstrom-Vorrichtungen.
Brandbekämpfung ohne Energie
Siemens Automation and Drives (A&D) stellt auf der EMO 2007 ein energielos arbeitendes Löschsystem für Werkzeugmaschinen vor, das im Brandfall das Feuer automatisch bekämpft. Das Löschsystem basiert auf einem Schlauch, der im Inneren der Maschine verlegt wird. Der so genannte LIFDES-Schlauch (Linear Fire Detection Source) wirkt als linearer Branddetektor. Der Polymer-Schlauch steht unter Druck und platzt bei Hitzeeinwirkung oberhalb einer Temperatur von 110 Grad. Der Druckabfall im Schlauch öffnet ein angeschlossenes Ventil, das den Löschprozess einleitet. Dieses pneumatische Verfahren kommt also ohne zusätzliche Energiequelle aus, kann allerdings nur in Temperaturbereichen zum Einsatz kommen, die den Schlauch im Normalfall nicht belasten.
Betriebsbereitschaft prüfen
Ganz gleich, welches Verfahren als Löschvorrichtung für Ihre Maschinen zum Einsatz kommt, denken Sie an die notwendige, regelmäßige Prüfung der Betriebsbereitschaft. Im Fall des beschriebenen Siemens Produktes „Sinorix al-deco“ überwacht eine Messsonde DIMES die verfügbare Menge an Löschmittel. Wird die notwendige Menge unterschrittet, löst die Anlage einen Alarm aus.
Fazit: Maschinen schützen, Risiken minimieren
Der Markt bietet somit eine Vielzahl an Löschvorrichtungen, um Maschinenbrände zu erkennen und zu bekämpfen, ohne
- hohe Folgeschäden für die Anlage zu verursachen
- die Mitarbeiter in der Maschinenhalle unnötig zu gefährden
- die Produktion langfristig unterbrechen zu müssen
- die Umwelt zu belasten
- störanfällige, komplexe Systeme verwenden zu müssen.






