Texilbrände
Wenn Handtücher plötzlich brandgefährlich werden
Reste ungesättigter Fettsäuren in gereinigten Textilien können zur Selbstentzündung führen. Nicht nur Mitarbeiter gewerblicher Wäschereien sollten über die Risiken informiert sein. Auch in Hotels und Wellness-Einrichtungen drohen Textilbrände, wenn nicht die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.
Reste ungesättigter Fettsäuren in gereinigten Textilien können zur Selbstentzündung führen
Wenn scheinbar aus heiterem Himmel ein Stapel frisch gewaschener Handtücher zu einem gefährlichen Brandherd wird, sind die Mitarbeiter oftmals nicht nur überrascht, sondern auch unvorbereitet. Dabei wird über Textilbrände aus vielen Branchen und Ländern berichtet. So spricht zum Beispiel der Textilverband Schweiz (TVS) von jährlich 200 bis 400 Unfällen im Zusammenhang mit Textilbränden, zwei bis fünf dieser Unfälle enden tödlich.
Nicht nur Wäschereien betroffen
Wer jetzt diese Gefahr nur für gewerbliche Wäschereien sieht, irrt. Tatsächlich drohen Textilbrände überall dort, wo brennbare Textilien gereinigt werden und nicht vorsichtig genug vorgegangen wird. Textilbrände sind durchaus schon in Hotels vorgekommen, aber auch in Wellness-Einrichtungen oder aber Fabriken möglich, die selbst eine Wäscherei betreiben.
Textilien bedeuten Brandgefahr
Wenn es sich nicht um schwer entflammbare Materialien handelt, wie dies zum Beispiel bei Schutzanzügen der Feuerwehren der Fall sein soll, lassen sich Textilien in der Regel entzünden. Dies hängt mit der Brennbarkeit der meisten Textilfasern zusammen und ist kein Problem minderwertiger Kleidung oder Stoffe. Besonders kritisch wird es allerdings, wenn die Textilien mit Fett verschmutzt sind, wie dies in vielen Arbeitsbereichen der Fall ist.
Selbstentzündung durch ungesättigte Fettsäuren
Wird zum Beispiel in einer Kantinenküche Fett mit einem Putzlappen aus Baumwolle aufgenommen, kann es zu Reaktionen zwischen dem Luftsauerstoff und den ungesättigten Fettsäuren kommen. Kommt dann auch noch Wärme hinzu, kann dies unter bestimmten Umständen zu einer Selbstentzündung führen.
Nicht nur trocknen, sondern auch abkühlen
Wird zum Beispiel gereinigte Wäsche, die noch Reste ungesättigter Fettsäuren enthält, gleich nach einem Trocknergang ins Wäschelager geräumt und gestapelt, könnte die verbleibende Wärme aus dem Trocknungsvorgang die Entzündung der ungesättigten Fettsäuren in Verbindung mit dem Luftsauerstoff erleichtern. Auf eine Abkühlungsphase nach dem Trocknungsprozess sollte also nicht verzichtet werden. Dies ist keine Zeitverschwendung, sondern aktiver Brandschutz.
So lässt sich Selbstentzündung bei Textilien vermeiden
Die Verschmutzung von Textilien mit Fetten und Ölen lässt sich in vielen Branchen nicht vermeiden. Deshalb sollte besonders bei dem Reinigungsvorgang mit Vorsicht vorgegangen werden. Dazu gehören die folgenden Maßnahmen:
- Unterweisung für die Bedienung von Waschmaschine, Trockner und Mangel
- Mit Fetten / Ölen verschmutzte Kleidung / Textilien separat und mit einem speziellen Waschprogramm reinigen (Herstelleranleitung zur Waschmaschine beachten)
- Bei Restverschmutzung nicht einfach trocknen, sondern erneut waschen
- Den Trockenvorgang nicht abkürzen, insbesondere nicht auf Abkühlphase verzichten
- Keine noch warme Wäsche stapeln oder verpacken
- Auch beim Wäschewaschen Feuerlöscher zur Hand haben und wirklich bedienen können
- Brandmelder für Wäschereibereich
- Auffällige Gerüche und Textilverfärbungen nach Waschvorgang bei dem Vorgesetzten melden
Wichtig ist es, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das Risiko von Textilbränden aktiv zu informieren, um so diese Gefahr auszuschließen und die bedrohliche Anzahl solcher Arbeitsunfälle zu reduzieren.
Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist






