GBU Online
So vermeiden Sie Lücken in Ihrer Gefährdungsbeurteilung
Die Software GBU online unterstützt Klein- und Kleinstbetriebe beim Erstellen der Gefährdungsbeurteilung in besonderer Weise. Dafür wurde sie von der nationalen Jury für den Europäischen Wettbewerb 2008/09 der OSHA als einer der beiden deutschen Teilnehmer nominiert. SIFATipp zeigt, wobei die prämierte Lösung im Detail helfen kann.
Gefährdungsbeurteilung: Die GBU online wurden für eine Teilnahme beim Europäischen Wettbewerb nominiert
Unvollständige Gefährdungsbeurteilungen führen zu Beanstandungen durch die Aufsichtspersonen und könnten mögliche Gefahren unerkannt lassen. Eine rechnergestützte Gefährdungsbeurteilung hilft dabei, die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen möglichst umfassend zu ermitteln und zu dokumentieren. Die Software GBU online unterstützt Kleinbetriebe dabei in besonderer Weise.
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Kleinst- und Kleinbetriebe vor großer Herausforderung
Die Wichtigkeit von Gefährdungsbeurteilungen für die Sicherheit am Arbeitsplatz liegt auf der Hand, und doch finden die Aufsichtspersonen bei Kleinst- und Kleinbetrieben immer wieder Lücken in der Dokumentation oder müssen sogar das Fehlen jeglicher Gefährdungsbeurteilung feststellen.
Dahinter stecken bei den betroffenen Unternehmen weder böser Wille noch Gleichgültigkeit. Vielmehr sehen sich die Unternehmen oftmals nicht in der Lage, eine Gefährdungsbeurteilung vollständig oder überhaupt zu erstellen.
Gefährdungsbeurteilung als Prozess verstehen
Mit der Leitlinie Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation stehen den Unternehmen seit kurzem einheitliche Regeln für die Bewertung und Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung, doch es ist für Betriebe mit wenigen Mitarbeitern nicht einfach, den richtigen Prozess aufzusetzen.
So gilt es, die Tätigkeiten und Arbeitsbereiche vollständig zu erfassen, die möglichen arbeitsbezogenen Gefahren zu erkennen, die Gefährdungen konkret einzuschätzen und zu bewerten, Schutzmaßnahmen zu definieren und durchzuführen, die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen zu kontrollieren, die Gefährdungsbeurteilungen regelmäßig zu aktualisieren und den gesamten Prozess zu dokumentieren.
Software führt durch den Prozess
Da die meisten Betriebe im Bauhandwerk den Kleinstbetrieben zugerechnet werden und meist keine eigenen Experten für Fragen des Arbeitsschutzes haben, wurde unter der Leitung der Innung Farbe Gestaltung Bautenschutz Köln der Maler und Lackierer das Projekt „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Kleinbetrieben - Rechnergestützte Gefährdungsbeurteilung (GBU online)“ zusammen mit den Maler- und Lackiererinnungen in Berlin und Lindau/Bodensee und der uve GmbH für Managementberatung sowie dem Arbeitsmedizinischen Dienst der BG BAU durchgeführt.
Die Softwarelösung GBU online führt den Handwerksmeister durch den gesamten Prozess der Gefährdungsbeurteilung.
So unterstützt GBU online
Dem Anwender von GBU online steht ein Programm zur Verfügung, das keine besonderen Vorkenntnisse aus dem Bereich Gefährdungsbeurteilung voraussetzt. Die Vollständigkeit der Gefährdungsbeurteilung ist dann gewährleistet, wenn alle von der Software vorgesehenen Schritte abgearbeitet wurden:
- Der Prozess beginnt damit, dass der Handwerksmeister als erstes das zutreffende Gewerk auswählt. GBU online berücksichtigt insbesondere die Maler- und Lackiererarbeiten sowie Dachdecker und Gerüstbauer. Entsprechende Fachbetriebe waren auch als Piloten an der Entwicklung von GBU online beteiligt. Doch auch Büroarbeitsplätze, die man in fast jedem Betrieb findet, können ausgewählt werden. Die Software liefert jeweils die passende einführende Beschreibung zur anstehenden Gefährdungsbeurteilung.
- Im nächsten Schritt grenzt der Anwender den Arbeitsbereich innerhalb des gewählten Gewerkes genauer ein. Dabei lassen sich verschiedene Arbeitsorte passend zur Branche selektieren. Eine besondere Berücksichtigung finden die Arbeits- und Schutzgerüste.
- Die Softwarelösung stellt nun Fragen abhängig von dem zuvor bestimmten Arbeitsort. Zu den Fragen werden hilfreiche Hinweise und Ergänzungen angezeigt sowie Quellen zur weiteren Informationsbeschaffung genannt.
- Der nächste Schritt vertieft die Untersuchung des Gefahrenschwerpunktes der Arbeitsgerüste und stellt dazu dem Anwender verschiedene Auswahlfragen.
- Danach wird die Verwendung von gefahrstoffhaltigen Produkten hinterfragt. Hinterlegt sind 22 verschiedene Produktgruppen wie zum Beispiel Verdünnungs- und Lösemittel. Mit einem Klick sind die Benutzer bei dem Informationssystem GISBAU (SIFATipp berichtete). Dadurch kann die Aktualität der Gefahrstoffinformationen gesichert werden.
- Es folgen Fragen zu der arbeitsmedizinischen Versorgung, also zur betriebsärztlichen Beratung, zum Untersuchungsangebot und zu Maßnahmen des Hautschutzes.
- Anhand der Antworten in den vorhergehenden Schritten erstellt GBU online eine kurze und prägnante Gefährdungsbeurteilung, die der Anwender nochmals genau gegenprüfen kann. Notwendige Ergänzungen sind möglich.
- Auf Basis der ermittelten Gefährdungen wird eine Übersicht der erforderlichen Maßnahmen erzeugt. Dabei erhält der Anwender nicht nur den Hinweis, dass etwas nicht getan wurde, sondern auch, was denn zu tun ist.
- Die Gefährdungsbeurteilung kann zur weiteren Verwendung und zur Dokumentation ausgedruckt und gespeichert werden. Ebenso ist eine spätere Bearbeitung möglich, wenn Aktualisierungsbedarf besteht. Aus Dokumentationsgründen wird die bearbeitete Version mit einer neuen Versionsnummer geführt.
- Damit die regelmäßige Überarbeitung der Gefährdungsbeurteilung nicht doch noch vergessen wird, kann der Benutzer eine Erinnerungsfunktion aktivieren, die zu dem gewünschten Termin eine E-Mail generiert. Wird dies nicht gemacht, meldet sich GBU online automatisch nach einem Jahr.
Vorteile einer Rechnergestützten Gefährdungsbeurteilung
Die genannten Schritte machen deutlich, dass GBU online nicht fertige Gefährdungsbeurteilungen liefert, sondern den Anwender bewusst in die Pflicht nimmt, selbst aktiv zu werden. Und tatsächlich haben von den rund 140 Pilotbetrieben nach anfangs zehn Prozent im Jahr 2006 ganze 91 Prozent Ende Mai 2008 dokumentierte Gefährdungsbeurteilungen. Dies wird zweifellos an den Vorteilen einer solchen rechnergestützten Gefährdungsbeurteilung liegen, die den kleinen Betrieb mit der Anforderung nicht allein lässt, sondern
- eine praxisnahe Umsetzung unterstützt
- die speziellen Gewerke berücksichtigt
- Rechtssicherheit verschafft
- kurze, aber genaue Handlungsanweisungen gibt
- durch eine benutzerfreundliche Bedienung zur Gefährdungsbeurteilung motiviert.
Deutschland hat also einen würdigen Kandidaten für den Europäischen Wettbewerb 2008/09 im Bereich Gefährdungsbeurteilung.





