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Raumluft

Warum eine Raumanalyse zu Ihrer Gefährdungsbeurteilung gehören sollte

Erwachsene verbringen im Sommer durchschnittlich 79 Prozent des Tages in Innenräumen, im Winter sind es sogar 88 Prozent. Dem Raumklima und der Raumluft sollte deshalb weitaus mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden als bisher üblich.

Feinstaub tritt nicht nur in Großstädten auf, sondern auch in Innenräumen

Feinstaub tritt nicht nur in Großstädten auf, sondern auch in Innenräumen

Nicht nur verbrauchte und stickige Luft belastet Büroarbeiter. Auch Feinstaub und Emissionen aus Möbeln, Wänden und Böden sollten als mögliche Gefährdung beachtet werden. Machen Sie deshalb eine Raumanalyse als Teil der Gefährdungsbeurteilung.

Nicht nur in Ballungsräumen und Großstädten ist mit Feinstaub zu rechnen. Auch in Innenräumen tritt Feinstaub auf.

Staub wird über die Kleidung und Schuhe der Mitarbeiter in die Büros getragen. Kopierer und Laserdrucker werden mit Feinstaub in Verbindung gebracht. Bei Reinigungsarbeiten wird Staub aufgewirbelt, der sich über die Raumluft wieder verteilt. Etwa 50 Prozent der Staubkonzentration in Innenräumen kommt zudem schlicht durchs Fenster, stammt also aus Verbrennungsprozessen, Reifenabrieb und bestimmten Industrieanlagen in der Umgebung, aber auch vom Blütenstaub und Pollen.

Aber Bewertung des Feinstaubs in Räumen noch unklar

Wie die Risiken durch den Feinstaub in Innenräumen zu bewerten sind, ist in Expertenkreisen bislang noch ungeklärt. Die sehr unterschiedliche Herkunft des Feinstaubs in Innenräumen macht die Bewertung schwierig. In jedem Fall, so die Information des Bundesumweltamtes, sei Feinstaub in Innenräumen nicht mit dem in Außenbereichen zu vergleichen. Messungen im Innenraum müssten eine Vielzahl von Faktoren beachten, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, zum Beispiel die Nutzungsdauer, den Luftwechsel mit außen und das Raumvolumen.

Trotzdem Feinstaub und Raumklima beachten

Die noch fehlenden Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse sollten jedoch nicht dazu führen, dass Sie das Raumklima bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung außer Acht lassen. Tatsächlich sind noch viele weitere Faktoren in Innenräumen zu berücksichtigen, die Bedeutung für den Gesundheits- und Arbeitsschutz haben können. Nicht umsonst besagt auch die Musterbauordnung (MBO) in Paragraph 13, dass bauliche Anlagen so angeordnet, beschaffen und gebrauchstauglich sein müssen, dass durch Wasser, Feuchtigkeit, pflanzliche und tierische Schädlinge sowie andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. Das gilt natürlich auch für Büros.

Weitere mögliche Risiken in Innenräumen prüfen

Bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung der Arbeit in Innenräumen sollten Sie deshalb an alle Problembereiche moderner, nahezu luftdichter Bauten denken, also an Feuchtigkeitsstellen, Schimmelpilze, Emissionen aus verwendeten Baumaterialien und Inventar, genutzte Farben, Lacke und Klebstoffe, aufgetragene Flammschutzmittel oder auch Holzschutzmittel bei Holzverkleidungen im Büro.

Raumanalysen und Einkaufsvorgaben empfehlen

Wenn Unsicherheit über das Raumklima in den Büroräumen und anderen Innenräumen des Unternehmens besteht, können professionelle Raumanalysen helfen. Da solche Raumanalysen sehr komplex werden können, kann auch die Bestimmung des Kohlendioxid-Gehaltes der Raumluft als erster Indikator für die Raumluftqualität hilfreich sein. Bei einer solchen Messung zeigt sich auch, ob das Lüftungsverhalten in den jeweiligen Büros richtig ist oder verbessert werden sollte.

Doch nicht nur richtiges Lüften entscheidet über die Innenraum-Hygiene. Auch Ihr Einkauf kann dafür eine Menge tun. So sollte auf Bauprodukte und Inventar geachtet werden, die Gütesiegel wie den Blauen Engel tragen. Dann werden schadstoff- und emissionsarme Produkte genutzt, die zu den heutigen Ansprüchen an Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und Umweltschutz passen. Bei Bodenbelägen sollte zudem auf Produkte geachtet werden, die für Allergiker geeignet sind und deshalb Staub eher binden als ihn bei Bewegungen im Innenraum verwirbeln zu lassen.

Oliver Schonschek ist Diplom-Physiker und Fachjournalist

Veröffentlicht:
2010-07-22

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