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Schadstoffe in der Luft

Gefahren durch Schweißrauch

Die Augen tränen, in der Nase brennt es, da hilft nur eins: Zähne zusammenbeißen und wenig atmen. Nicht wenige Profis gehen so mit dem Phänomen Schweißrauch um. Und missachten damit erhebliche Gesundheitsrisiken. Dabei gibt es doch spezielle Absauggeräte.

Das Einatmen von Schweißrauch sollte in jedem Fall vermieden werden

Das Einatmen von Schweißrauch sollte in jedem Fall vermieden werden

Wenn das Metall im Lichtbogen verdampft, werden neben Gasen auch feine Partikel frei gesetzt, die mit dem Einatmen in die Lunge gelangen. Sie sind so winzig, dass weder Nasenhaare noch Flimmerhärchen sie aufhalten können. Sie können also auch nicht abgehustet werden, sondern  lagern sich im Körper ab. So gelangen die Stoffe schließlich ins Blut ‒ mit zum Teil ernsten Konsequenzen. Professor Dr. Thomas Kraus, Arbeitsmediziner an der RWTH Aachen, weist auf die Gefahren hin.

Auf keinen Fall einatmen!

Je nach Werkstoff, reichen die möglichen Gesundheitsschäden von Kopfschmerzen über die Eisenlunge bis hin zur tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung. Manche Dämpfe sind hochgradig krebserregend, andere zeigen akut ihre Wirkung, in Form von Atemnot, Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen oder Irritationen an Augen, Nase und Hals.

Und der Schweißer weiß oft gar nicht genau, was er da gerade in Rauch aufgehen lässt: Beschichtungen sind schwer zu erkennen, die Zusatzstoffe geben Rätsel auf. Daher, so lautet der dringende Rat von Kraus, ist jeglicher Kontakt mit dem Schweißrauch zu vermeiden.

Die Grenzwerte beachten

Schweißschadstoffe sind nicht zu unterschätzen. Um die Belastung Ihrer Mitarbeiter zu minimieren, müssen Sie zunächst die stoffspezifischen Grenzwerte berücksichtigen: Die TRGS 900 „Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz – Luftgrenzwerte“ legt die Maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK) und Technischen Richtkonzentrationen (TRK) für zahlreiche Stoffe fest. Beachten Sie außerdem die BRG 220 „Schweißrauche“.

Ein Restrisiko bleibt

Aber: „Selbst unter Einhaltung aller Grenzwerte atmet ein Schweißer immer noch etwa zehn Gramm Schweißrauch pro Jahr ein“, lautet das Fazit einer Untersuchung des Schweißgeräte-Herstellers Rehm. Und die Umwelt leidet mit: Schweißrauch und Gase können sich im Gebäude ausbreiten und Schäden an Maschinen, Büroausrüstung und Personal verursachen.

Schweißrauchsauger als Lösung

Deshalb empfehlen Hersteller wie Arbeitsmediziner, den Rauch ordnungsgemäß abzusaugen. Man unterscheidet hier zunächst zwischen Niederdruck- und Hochdruckanlagen:

  • Niederdruck-Anlagen arbeiten mit niedrigem Druck, aber hohem Volumendurchsatz Der Schweißrauch wird durch einen Trichter direkt über der Schweißstelle abgesaugt. Die Geräte sind in der Regel recht groß.
  • Hochdruck-Anlagen arbeiten mit hohem Unterdruck und geringem Durchsatz. Sie können Schweißrauch direkt an der Entstehungsstelle absaugen. Diese eher kleinen, tragbaren Geräte sind für Absaugbrenner geeignet.

Fazit

Die Luft muss rein sein: Schweißrauch hat es in sich und gefährdet Ihre Mitarbeiter. Mit dem richtigen Gerät können Sie für Arbeitssicherheit sorgen und zugleich den Komfort erhöhen. Schließlich arbeitet es sich ohne Qualm auch deutlich angenehmer. Welches Gerät angemessen ist, hängt vom Einsatzbereich ab. Vergleichen Sie in Ruhe die verschiedenen Typen.

 

Christine Lendt
Fachjournalistin
www.recherche-text.de

 

Veröffentlicht:
2008-09-18

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