Entsorgung
Die Entsorgung von Kühlschmierstoffen
Kühlschmierstoffe (KSS) sind flüssige Zubereitungen zum Kühlen, Schmieren, Spülen und Korrosionsschutz von Werkzeugen und Werkstücken bei Fertigungsverfahren der trennenden und umformenden Be-und Verarbeitung. Bei der Entsorgung gilt es einiges zu beachten.
Die Entsorgung von Kühlschmierstoffen ist nicht so einfach
Neue und verbrauchte Kühlschmierstoffe sind Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Sie sind problematisch hinsichtlich Wassergefährdung und Arbeitsschutz.
Öl oder Lösung/Emulsion?
Grundsätzlich sind zwei Gruppen von Kühlschmierstoffen zu unterscheiden: KSS-Öle wie Schneid- oder Schleiföle sind nicht wassermischbar. Wassergemischte Kühlschmierstoffe (Bohrwasser, Bohrmilch) sind KSS-Lösungen (Öl in Wasser, Wasser in Öl) und KSS-Emulsionen. Nicht wassermischbare Kühlschmierstoffe werden in der Regel in der vom Hersteller angebotenen Zusammensetzung verwendet. Wassermischbare Kühlschmierstoffe werden dagegen in der Regel als Konzentrat geliefert, das vom Anwender nach Herstellerangaben und betrieblichen Erfordernissen verbrauchsfertig angemischt wird.
Hauptbestandteil der nicht wassermischbaren Kühlschmierstoffe und wesentlicher Teil der wassermischbaren Kühlschmierstoffe sind Kohlenwasserstoffverbindungen auf Mineralölbasis, teil- oder vollsynthetisch, seit einiger Zeit auch pflanzliche Öle. Beim Sägen werden bevorzugt KSS-Emulsionen verwendet, beim Schleifen KSS-Lösungen und beim Hobeln, Honen, Läppen und Räumen KSS-Öle. Beim Bohren, Drehen, Fräsen und Reiben werden überwiegend KSS-Öle oder KSSEmulsionen eingesetzt.
Additive oft problematisch
Um den hohen Anforderungen zu genügen, werden dem Grundöl eigenschaftsverbessernde, aber auch sehr problematische Additive wie beispielsweise Emulgatoren, Korrosionsschutzmittel oder Biozide zugesetzt. Verbrauchte Kühlschmierstoffe enthalten zusätzlich Metallstaub, Späne, Abrieb und Fremdöle. Es ist außerdem zu berücksichtigen, dass bestimmte Problemstoffe erst während des Betriebs im KSS auftreten, sowohl Fremdeinschleppung als auch Produkte aus chemischen oder biochemischen Reaktionen, die im Betrieb ablaufen.
Synthetische Kühlschmierstoffe können wegen ihrer Langlebigkeit und geringeren Werkstückanhaftung wesentlich länger im Kreislauf geführt werden als Kühlschmierstoffe auf Mineralölbasis. Es entstehen dadurch weniger Kühlschmiermittelabfälle. Jedoch können unbrauchbare synthetische KSS nicht mehr aufgearbeitet werden.
Kühlschmierstoffe getrennt sammeln!
Voraussetzung für eine Verwertung ist die getrennte Sammlung verschiedener Kühlschmierstoffgruppen. Ebenso dürfen Kühlschmierstoffe auf Pflanzenölbasis nicht mit solchen auf Mineralölbasis vermischt werden. In vielen Fällen können die KSS an den Lieferanten zur Verwertung zurückgegeben werden. Folgende Verwertungsmöglichkeiten für Kühlschmierstoffe sind möglich:
Für KSS-Öle: Zweitölraffination für Bohr-, Schneid- und Schleiföle, energetische Verwertung.
Für KSS-Emulsionen: Emulsionsspaltung (z.B. mittels Ultrafiltration oder Spaltung mit kationischen Polymeren) und anschließende Verwertung der Ölphase in einer Zweitölraffinerie oder energetisch.
KSS-Lösungen lassen sich nur schwer trennen. Synthetische KSS dürfen auf keinen Fall mit mineralischen Ölen und Ölemulsionen vermischt werden, da sie bei der Ölaufbereitung stören. Zu entsorgende Kühlschmierstoffe sind generell als besonders überwachungsbedürftig einzustufen. Sie fallen im Europäischen Abfallartenkatalog in die Gruppe 12 01 (Abfälle aus der mechanischen Formgebung). Verbrauchte Kühlschmierstoffe unterliegen der Altölverordnung. Das gleiche gilt auch für KSS-Emulsionen und Wasser- Öl-Gemische (KSS-Lösungen). Hinweise und Empfehlungen sind in der VDI-Richtlinie 3397, Blatt 3: „Entsorgung von Kühlschmierstoffen“ zu finden.
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Ralf Steck, Friedrichshafen





