Gesundheitsschutz
Mehr Sicherheit durch moderne Textilien
Flammschutz- und Chemikalien-Schutzanzüge sind bei weitem nicht die einzigen textilen Schutzfaktoren im Arbeitsschutz, denn nicht nur im Sport- und Outdoor-Bereich wird die Bekleidung zunehmend multifunktional. Prüfen Sie auf Basis der Gefährdungsbeurteilung, ob die Schutzfunktion der Arbeitsbekleidung noch verbessert werden kann. Denken Sie aber daran, dass manche Schutzfunktionen unerwünschte Nebenwirkungen haben könnten.
Persönliche Schutzausrüstung: Die Verwendung moderner Textilien verbesst die Sicherheit nicht unbedingt
Alle Jahre wieder fordern Arbeitsschützer einen Kälteschutz für Arbeiten im Freien, wenn es Winter ist, und einen Hitze- und UV-Schutz, wenn es Sommer ist. Und das ist gut so. Doch moderne Arbeitsbekleidung kann mehr als vor Hitze, Kälte oder UV-Strahlung zu schützen. Dabei sollten Sie jetzt nicht nur an Flammschutz- und Chemikalien-Schutzanzüge denken.
Bekleidung im Fokus des Gesundheitsschutzes
Veranstaltungen wie „Textil Innovativ 2010“ oder das Symposium „Textile Oberflächen – funktionell und wirksam“ im Oktober 2010 unterstreichen, dass moderne Textilien einen wichtigen Beitrag leisten können im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Zu den besonderen Eigenschaften moderner Arbeitsbekleidung können eine verbesserte Thermoregulation, die Atmungsaktivität, ein erhöhter Schutz gegen Wind und Wasser, eine optimierte Schmutzabweisung, eine Stich- und Schnittfestigkeit, die Dichtigkeit gegenüber bestimmten Partikeln oder aber eine textile Abschirmung gegenüber elektromagnetischer Strahlung gehören. Aktuelle Studien besagen, dass die Textilproduktion in Deutschland inzwischen zu 50 Prozent solchen speziellen Funktionstextilien gilt.
Bekleidung mit Intelligenz
Moderne Arbeitsbekleidung ist jedoch nicht nur multifunktional, sie ist auch zunehmend intelligent. Die sogenannten Smarten Textilen können zu einem wichtigen Teil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) werden. Dank integrierter Sensoren können sie Umgebungsparameter wie Temperatur, pH-Wert oder Feuchtigkeit direkt in der Nähe des menschlichen Körpers messen und bei Überschreitung von Grenzwerten auch den Träger der Bekleidung alarmieren. Denkbar sind auch Warnungen vor einer Übermüdung am Steuer eines Fahrzeugs durch Messung bestimmter Vitalparameter oder aber vor einer bakteriellen Belastung der Bekleidung.
Bekleidung gegen Bakterien
Allerdings sollte man nicht jede Schutzfunktion einer modernen Arbeitsbekleidung ungeprüft einsetzen. So ist zwar eine Bekleidung mit integrierter Bakterien-Abwehr für den Gesundheitsschutz in verschiedenen Branchen wünschenswert. Doch nicht alle Verfahren können nach bisherigem Forschungsstand für nachweislich sicher erachtet werden. So rät zum Beispiel das Bundesinstitut für Risikobewertung von dem Einsatz von Nano-Silber in Textilien ab. Das Bundesinstitut sieht noch Forschungsbedarf zu den Fragen
- In welchem Maße kommen Verbraucher mit den nanoskaligen Silberteilchen in Kontakt?
- Was bewirkt Nanosilber im Menschen? und
- Wie groß ist die Gefahr der Resistenzentwicklung?
Bis solche Fragen wissenschaftlich sicher geklärt werden können, sollten also Funktionstextilen mit Nano-Silber als Bakterienabwehr besser nicht eingesetzt werden. Wenn somit Arbeitsbekleidung genutzt werden soll, die Silber als Mittel gegen Bakterien verwendet, sollten Sie den Hersteller genau fragen, in welcher Form denn das Silber verwendet wird, und bei Nano-Silber den aktuellen Forschungsstand zum Beispiel über das Informationsangebot des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) klären.
Auch Komfort muss bei Arbeitsbekleidung stimmen
So gut viele der Funktionstextilien auch für den Arbeits- und Gesundheitsschutz bereits sind, gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf. Wie bei jeder PSA muss auch die funktionale Arbeitsbekleidung selbst einen Tragekomfort bieten. So sollte bei manchen Funktionstextilien insbesondere das Gewicht noch reduziert werden, um beim Tragen angenehm empfunden werden. Andernfalls könnten selbst modernste Textilien schnell auf Ablehnung bei ihren Trägern stoßen.
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