Ohrenbetäubend
So benutzen Sie Ihren Gehörschutz richtig!
Krach macht krank. Das ist keine neue Erkenntnis. Aber Lärm kann man nicht immer aus dem Weg gehen, schon gar nicht im Job. Hier gibt es nur eins: Arbeitnehmer müssen sich vor der Lärmquelle schützen. Das Tragen von Gehörschutz am Arbeitsplatz ist eine wichtige Maßnahme, um gesundheitlichen Schäden entgegenzuwirken. Doch der beste Gehörschutz nutzt nichts, wenn Sie ihn nicht richtig benutzen.
So nutzt Gehörschutz eher wenig
Wer zuviel Krach abkommt, leidet darunter – körperlich und seelisch. Dauerlärm schlägt nicht nur aufs Gehör, sondern auch aufs Gemüt. Ein starker, anhaltender Geräuschpegel verursacht Stress, der sich wiederum auf Konzentration, Psyche, Herz-Kreislaufsystem und Immunabwehr negativ auswirken kann.
Das Tragen eines Gehörschutzes verringert die Gefahr, an lärmbedingten Beschwerden zu erkranken. Doch auch mit entsprechender PSA lassen sich „Krachkrankheiten“ nicht ausschließen. Der Grund dafür liegt häufig im fehlerhaften Umgang mit der PSA.
Pflichtschutz
Arbeitnehmer müssen vor Lärm am Arbeitsplatz geschützt werden. Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, technische und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, um die Lärmbelastung zu senken. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, muss Betroffenen einen geeigneter Gehörschutz zur Verfügung gestellt werden.
Aber nicht irgendeinen, sondern einen, der mit der CE-Kennzeichnung versehen und normgeprüft (EN 352-1, EN 352-2, EN 352-3) ist. Ob nun ein Gehörschutzstöpsel, ein Kapselgehörschützer oder eine Gehörschutzotoplastik getragen werden muss, ist abhängig von den jeweiligen Arbeitsplatzbedingungen und den individuellen ergonomischen Ansprüchen. Doch für jeden Gehörschutz gilt: Er bringt nur etwas, wenn er richtig benutzt wird.
Gehörschutz - unbeliebter Schutz
Das Tragen eines Gehörschutzes empfinden Viele als unangenehm. Das hat verschiedene Gründe: Man ist von der Umwelt abgeschnitten und bekommt wichtige akustische Signale nicht oder nur vermindert mit. Die Kommunikation mit Kollegen ist gestört. Der Tragekomfort lässt oft zu wünschen übrig. Letzteres zumindest lässt sich gut in den Griff bekommen. Dabei sollten Sie abhängig vom Gehörschutztyp ein paar Punkte beachten:
Gehörschutzkapsel
Fertige Gehörschutzkapsel, ob mit oder ohne Bügel, müssen dem Durchmesser des Gehörgangs entsprechen. Sonst können unangenehme Druckbeschwerden auftreten.
Alternativ können weiche Ohrstöpsel verwendet werden, die vor dem Einsetzen ins Ohr geformt werden. Diese sind aus polymerem Schaumstoff. Es gibt sie zum einmaligen und mehrfachen Gebrauch. Ist die Umgebungstemperatur niedrig, kann der Schaumstoff verhärten und muss vor dem Tragen angewärmt werden (z. B. in der geschlossenen Hand).
Kapselgehörschützer
Der Gehörschutz ähnelt einem veralteten Musikkopfhörer. Auf den ersten Blick sieht er ganz bequem aus. Er ist gepolstert und großflächig. Doch der Schein kann trügen. Ist der Bügel nicht richtig eingestellt, kann der Schutz nicht nur verrutschen, sondern auch drücken. Brille, Ohrschmuck oder ein Schutzhelm können sich ebenfalls negativ auf den Tragekomfort auswirken.
Otoplastik
Der Gehörschutz wird von einem Hörgeräteakustiker individuell angepasst und kommt ohne Bügel aus. Er ist relativ teuer und muss regelmäßig gewartet werden. Allerdings bietet er einen hohen Tragekomfort. Aber selbst hier können Probleme auftreten, vor allem bei einer Otoplastik aus Acrylat.
Diese ist zwar sehr stabil, aber auch hart. Sie passt sich nicht den Kopfbewegungen und den damit verbundenen Veränderungen des Gehörganges an. Das empfinden einige Benutzer als unangenehm. Alternativ kann eine Otoplastik aus zähplastischem Material verwendet werden. Diese ist flexibler und passt sich dem Gehörgang gut an.
Fehler erkennen und vermeiden
Die richtige Handhabung des Gehörschutzes ist entscheidend für die Gesundheit. Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeitnehmer in den korrekten Gebrauch mit der PSA einzuweisen. Aber: Selbst wenn die Einweisung gewissenhaft durchgeführt wird, werden immer wieder Fehler gemacht.
So ist es richtig
Flexible Gehörschutzstöpsel aus Schaumstoff müssen vor dem Einführen ins Ohr gerollt werden. Die dünne Schaumstoffrolle sollte dann sofort ins Ohr eingesetzt werden. Das Ganze geht leichter, wenn dabei das Ohr ein wenig hochgezogen wird. Ist der Schutz platziert, drücken Sie ihn noch mal kurz an und zwar so lange, bis sich der zusammengedrückte Schaumstoff im Gehörgang wieder ausdehnt.
Kapselgehörschutz funktioniert nur, wenn er intakt ist. Veraltete oder beschädigte Dichtungsringe bzw. Dichtungskissen müssen ausgetauscht werden. Tragen Sie die PSA richtig. Achten Sie auf Seitenhinweise. Die für rechts vorgesehene Kapsel muss auch auf das rechte Ohr.
Gehen Sie nicht zu lässig mit dem Bügel um. Dieser muss korrekt sitzen und darf weder im Nacken noch unterm Kinn baumeln. Wenn Sie zusätzliche PSA tragen (z. B. Atemschutzmaske, Schutzbrille, Schutzhelm) darf diese nicht den Gehörschutz beeinträchtigen.
Fazit
Ist Ihnen die PSA unangenehm, besteht das Risiko, dass Sie sie nicht oder nicht korrekt benutzen. Daher sollten Sie in Ihrem eigenen gesundheitlichen Interesse dafür sorgen, dass Sie einen Gehörschutz tragen, der Ihren Bedürfnissen voll entspricht.
Der ideale Gehörschutz
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ist Ihnen bestens vertraut, da Sie in die richtige Handhabung eingewiesen wurden.
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ist geprüft und mit dem CE-Kennzeichen ausgestattet.
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ist Ihren anatomischen Gegebenheiten angepasst und verursacht keine Beschwerden.
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sitzt korrekt.
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entspricht der Lärmexposition. Die Schalldämmung ist nicht zu schwach, aber auch nicht zu stark.
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wird nicht durch andere PSA (z. B. Schutzbrille) beeinträchtigt.
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behindert oder gefährdet Sie nicht bei der Arbeit.
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wird, solange Sie sich am lärmbelasteten Arbeitsplatz befinden, nicht abgesetzt.
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wird regelmäßig von Ihnen auf Schäden überprüft und sorgfältig gepflegt.
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Petra Dietz, Freie Journalistin






