Brillen Schützen
So geht nichts ins Auge
Schutzbrillen sorgen für einen besseren Durchblick und verhindern schlimme Augenverletzungen. Leider werden die guten Stücke oft boykottiert: weil sie nicht passen, weil sie unbequem sind oder weil das Wissen um die Gefahr fehlt. Hier helfen oft ein bequemer Augenschutz und gezielte Infos weiter.
Mit Schutzbrillen kann nichts ins Auge gehen
Für alles, was mit Augen- und Gesichtsschutz zu tun hat, gilt die BGR 192. Sie unterscheidet verschiedene Arten von Schutzbrillen:
Gestellbrillen haben Ohrbügel, bzw. Vorrichtungen, um am Schutzhelm befestigt zu werden und einen Seitenschutz.
Bei Korbbrillen ist der Tragkörper korbartig ausgebildet. Sie umschließen den Augenraum und schmiegen sich fest an das Gesicht. Nachteil: Unter diesen Schutzbrillen wird stark geschwitzt. Das macht das Tragen nicht nur unangenehm. Dadurch beschlagen auch die Scheiben. Zudem sind sie weitestgehend luftundurchlässig. Wenn möglich, sollten die Mitarbeiter sie nicht während der gesamten Schicht tragen. Am besten wäre es, wenn Aufgaben, bei denen die Korbbrille benötigt wird, mit anderen Arbeiten abwechseln, die keinen Augenschutz erfordern.
Für fehlsichtige Mitarbeiter kann sich die Anschaffung einer Korrektionsschutzbrille rechnen. Das sind Schutzbrillen (meist Gestellbrillen) mit optisch korrigierender Wirkung. Sie sind etwas teurer als ein gewöhnlicher Augenschutz. Je nach Ausführung beziffert die Berufsgenossenschaftliche Zentrale für Sicherheit und Gesundheit (BGZ) die Kosten für Einstärkenbrillen mit etwa 30 Euro und etwa 140 Euro für Gleitsichtgläser. Allerdings können die Angestellten viel besser mit einer solchen Brille arbeiten, was die Kosten wieder wettmachen kann. Außerdem werden sie laut einer finnischen Studie sechsmal häufiger getragen als normale Schutzbrillen.
Die Alternative wäre, die Schutzbrille einfach überzuziehen. Nachteil: bei Brillenträgern können sie besonders schnell beschlagen und außerdem kommt es zu einer gefährlichen Spiegelung.
Dann gibt es noch die Vorstecker. Das sind Tragkörper mit Fassungen, die auf die Korrektionsbrille gesteckt werden. Sie sind aber nicht so wirksam wie normale Schutzbrillen.
Schutzschilde werden mit der Hand gehalten und schützen das Gesicht und Teile des Halses.
Schutzschirme/Visiere bestehen aus einer Tragehilfe und einer Sicherheitsscheibe und werden am Schutzhelm oder mit Tragehilfen direkt am Kopf getragen. Sie schützen Gesicht und je nach Länge und Erweiterungsteilen auch Teile des Halses.
Schutzhauben werden direkt am Kopf oder über dem Schutzhelm getragen und schützen Kopf, Hals und je nach Ausführung die oberen Schulterpartien.
Gefahren erkennen
Leider gibt es keine universelle Schutzbrille für alle Gefahren. Je nach Art der Gefährdung, müssen Sie einen ganz speziellen Schutz auswählen.
Drohen mechanische Verletzungen, also Fremdkörper wie Späne, Splitter, Körner? Dann benötigen Sie Brillen mit Sicherheits-Sichtscheiben. Ob mit der Kennzeichnungen S, F, B oder A, hängt vom Gewicht und der Geschwindigkeit der Teilchen ab.
Bei chemischer Gefährdung durch giftige Dämpfe, Gase oder Nebel brauchen Sie eine Korbbrille der Kennzeichnung 5. Bei gefährlichen Flüssigkeiten muss sie die Kennzeichnung 3 haben. Wenn nicht nur die Augen sondern auch Hals und Gesicht gefährdet sind, benötigen Sie Schutzschirme.
Liegt eine thermische Gefährdung vor, z.B. extreme Hitze, sollten Sie auch bedenken, dass die Filterscheiben durch die Hitze ziemlich erwärmt werden können.
Sollten die Mitarbeiter optischen Gefährdungen ausgesetzt sein, wie z.B. beim Schweißen, dann müssen Sie natürlich auch an die geeigneten optischen Schutzfilter denken. Dabei wird unterschieden zwischen Schweißerschutzfilter, Sonnenschutzfilter sowie Schutzfilter gegen ultraviolette, infrarote und Laserstrahlung.
Bei der Wahl beachten
Die absolut beschlagsfreie Brille gibt es nicht. Nur beschlagsarme Scheiben, die mit einem N gekennzeichnet sind. Das K steht für Kratzfestigkeit bei Beschädigung durch kleine Teilchen.
Und natürlich muss sie der entsprechenden EN-Norm und den Anforderungen der Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen entsprechen sowie eine CE-Kennzeichnung haben.
Fazit: Schutzbrillen müssen bequem sein
Wenn Ihre Leute den Augenschutz nicht tragen wollen, dann könnte es daran liegen, dass er einfach unbequem ist. Reden Sie also mit Ihren Kollegen darüber, wo der Schuh, bzw. die Brille, drückt. Und sprechen Sie vor allem über die Gefahren. Den wenigsten ist bewusst, was alles ins Auge gehen kann.
Sabine Philipp, freie Journalistin






