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Unterweisung

Die Methode „StolperTyp“

Die Vermittlung von Arbeitsschutzthemen muss vom Bemühen geprägt sein, immer wieder neue Zugänge, Kommunikationsimpulse und Vermittlungsmethoden zu finden.

Die Vermittlung von Arbeitsschutzthemen muss vom Bemühen geprägt sein, immer wieder neue Zugänge, Kommunikationsimpulse und Vermittlungsmethoden zu finden. Die Erwachsenenbildung ist mit der Grundsituation konfrontiert, auf mannigfaltige und gefestigte Lebenserfahrungen zu stoßen.

Gehen und Laufen ist ein selbstverständlich ablaufender, automatisierter Vorgang. Obwohl jeder schon mal gestolpert bzw. gefallen ist, wird der Vorgang nicht als Bedrohung oder Gefährdung erlebt.

Wenngleich in einer beliebigen Gruppe von Menschen praktisch immer jemand dabei ist, der sich schon einmal durch Stolpern eine Verletzung zugezogen hat, treffen Versuche, Sturzunfälle zu thematisieren häufig auf Widerstände nach dem Motto: „Sollen wir jetzt das Laufen neu lernen?“

So vielfältig wie die Typen und Individuen, auf denen die Themen treffen, so vielfältig müssen die Zugänge gestaltet werden. Arbeitsabläufe, Marktsituationen oder aktuelle Veränderungen lassen vertiefende Unterweisungen häufig nicht zu.

Einfacher zu realisieren sind von der Führungskraft durchgeführte Risiko-Dialoge (Sicherheitskurzgespräche, 5 bis 10 Minuten), die struktur- und zeitunabhängig zwischendurch durchgeführt werden.

Hilfsmittel wie der „StolperTyp“ bieten bei geringer Vorbereitungszeit dennoch zielführende Impulse.

Um Relevanz zu erzeugen, wird manchmal überdramatisiert. Empfindet die Zielgruppe diese Darstellungen als übertrieben, beinhaltet das die Gefahr, Glaubwürdigkeit in der gesamten fachlichen Autorität zu verlieren. Mit dem „StolperTyp“-Test in Form eines Fragebogens wird der Zielgruppe der Sturzunfall in witziger Form über ein Medien-Vehikel zugeführt, das in anderen Lebensbereichen akzeptiert ist.

Test der Spaß macht
Viele Menschen füllen beim Zahnarzt oder beim Friseur mit Begeisterung derartige Tests aus. Interessant aufbereitete Auflösungen bereiten Spaß und Spannung. Andere Menschen wiederum lehnen solche Formen der „Selbsterkenntnis“ rigoros ab. Solche „Typen“ sollten die Freiheit haben, den Test nicht auszufüllen.

Eine Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Sturzunfällen findet auch statt, wenn der Test nicht ausgefüllt wird. Insofern sind die Ergebnisse nicht wirklich wichtig. Bei gewerblichen Mitarbeitern und Verwaltungskräften sind die Art der Hindernisse, die Häufigkeit und die äußere Symbolik anders geartet, der Vorgang ist überwiegend der gleiche.

Bislang konnten keine relevanten Unterschiede in der Akzeptanz der Methode „StolperTyp“ festgestellt werden. Werden Manager mit der Methode „StolperTyp“ konfrontiert, reagieren sie nicht anders als der „Normalbürger“.

Aufmerksamkeit erregen
Sollen Vorgesetzte mit der Methode „StolperTyp“ arbeiten, muss zuvor die Methode, Zielsetzung und Moderation gründlich besprochen werden. Nur so können Reaktionen der Mitarbeiter aufgefangen und Nachfragen vertieft werden.

Die Zielsetzung der Aktion besteht darin, einen kurzen Impuls zur Auseinandersetzung mit dem Thema Sturzunfälle zu erhalten, einen sympathischen Zugang zu finden und einen Drang zum selbstgesteuerten Austausch unter Kollegen zu verspüren.

Der „StolperTyp“ verhindert keinen Stolperunfall, sorgt aber für die Beschäftigung mit dem Thema. Es sind verschiedene Verwendungszusammenhänge denkbar.

Der „StolperTyp“ kann zu Beginn einer Unterweisung als Appetizer eingesetzt werden, um einen lockeren Zugang zu eröffnen, oder im Nachgang zu einer grundlegenden Unterweisung nach drei bis vier Wochen zur Selbstbeschäftigung nachgereicht werden.

Als RisikoDialog kann das Ausfüllen über die direkten Führungskräfte angeregt werden oder zur Selbstbeschäftigung im Pausenraum ausgelegt werden. Wird kurz anmoderiert, begünstigt es das Anliegen des Arbeitsschutzes, wenn ein ehrliches Führsorgegefühl transportiert wird. Ebenso wichtig ist jedoch die Formulierung klarer Erwartungen.

Innerhalb der Unfallstatistiken sind Sturzunfälle in vielen Branchen relevant. In Arbeitsbereichen mit kontinuierlichen Arbeitsprozessen überwiegen überwachende Tätigkeiten.

Wenn zudem Reparaturen, Neubauten und Revisionen ausgelagert werden, bleibt in der Hauptsache die „Fortbewegung auf eigenen Füßen“ als wesentlicher mechanischer Arbeitsvorgang. Kein Wunder, dass diese Unfallart in der Statistik oben steht.

Mit Schulung abrunden
Die übrigen Texte rund um den „StolperTyp“- Test werden natürlich auch gelesen. Die Einbindung eines Arbeitsschutzthemas in ganz alltägliche Umstände suggeriert die Normalität des behandelten Themas.

Um ein nachhaltigeres Motiv zu liefern, sich mit Stolpern, Rutschen, Stürzen auseinander zu setzen, wird die Durchführung der Kampagne „Stolper- Stopp“ des Instituts für Schulung und Medienentwicklung empfohlen.

Manuela Prein
Institut Input, Dortmund

Veröffentlicht:
2006-11-01
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