Baustrom: Arbeiter verstirbt nach Stromunfall
Mängel an der Baustromversorgung haben oft schlimme Folgen. Das zeigt ein Betriebsunfall, der sich am 8. August 2007 in Schöneberg ereignete. Ein 20-jähriger Arbeiter hatte gegen 18 Uhr im Dachgeschoss eines Mietshauses einen Bauaufzug installiert. Dabei erlitt er einen schweren Stromschlag, an dessen Folgen er kurz darauf verstarb.
Baustrom: Arbeiter verstirbt nach Stromunfall
Das berichtet das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi), Berlin, das von der Feuerwehr zum Unglücksort gerufen worden war.
Der Arbeitgeber des Verunfallten hatte den Auftrag erhalten, das Dachgeschoss des Hauses aus der Gründerzeit auszubauen. Dafür waren vorbereitende Arbeiten erforderlich, unter anderem der Aufbau eines Bau-Schrägaufzugs. Der Strom für den Aufzug wurde aus einer fest installierten Steckdose bezogen, die sich im Hausflur befand. Sie war jedoch falsch angeschlossen, so dass der Schutzkontakt zeitweise Spannung führte. Die fatale Folge: Der Schrägaufzug und das gesamte Baugerüst standen unter Strom.
Das LAGetSi weist ausdrücklich darauf hin, dass elektrisch betriebene Geräte und Maschinen auf Baustellen nur unter Verwendung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen eingesetzt werden dürfen. Geeignete Geräte sind zum Beispiel Baustromverteiler mit FI-Schutzschalter oder aber ortsveränderliche Schutzeinrichtungen. Ihr Einsatz hätte den Unfall verhindern können, stellt die Behörde fest.
Seit mehr als drei Jahren sind Mitarbeiter des LAGetSi speziell für diese Problematik im Einsatz. Trotz Kontrollen und verstärkter Öffentlichkeitsarbeit ist die Sicherheit auf kleinen und Kleinstbaustellen immer noch mangelhaft: In rund der Hälfte der aufgesuchten Baustellen war die Stromversorgung nicht mit FI-Schutzschaltern ausgestattet. Oft aus Unkenntnis darüber, dass diese Schalter Leben retten können.
Um auch außerhalb der Bürodienstzeiten möglichst zeitnah Unfalluntersuchungen durchführen zu können, hat das LAGetSi eine Dienstbereitschaft eingerichtet. So kann das Amt der Kriminalpolizei fachliche Unterstützung bei den Ermittlungen bieten. Die Schutzbehörde hat schon vor Jahren erkannt, dass Mängel an elektrischen Betriebsmitteln auf Baustellen schlimme Folgen haben können. Der aktuelle Unfall belegt dies auf traurige Weise.
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Quelle: www.lagetsi.berlin.de





