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Arbeitsunfälle am Bau: Helmpflicht wird oft vernachlässigt

55 tödliche Arbeitsunfälle haben sich im Jahr 2007 auf deutschen Baustellen ereignet. Das berichtet jetzt die BG BAU. Viele Unfälle wären dabei vermeidbar gewesen, wenn die Beschäftigten Helme getragen hätten. Außerdem bemängelt die Berufsgenossenschaft, dass Helme häufig auch nach Ablauf ihrer Lebenszyklen noch verwendet werden.

Arbeitsunfälle am Bau: Helmpflicht wird oft vernachlässigt

40 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle entstehen durch Kopfverletzungen

"Wer auf der Baustelle auf einen intakten Schutzhelm verzichtet, riskiert schlimme, oft sogar tödliche Verletzungen", erklärt Rainer Prestin, Vorstandsvorsitzender der BG BAU. So kanne ein Beschäftigter ohne Helm schwer verletzt oder sogar tödlich getroffen werden, wenn ihm zum Beispiel ein Ziegelstein von nur 1,5 Kilogramm Gewicht aus 3,5 Metern Höhe auf den Kopf fällt. Denn im Fallen erhöht sich das Gewicht um ein Vielfaches. Mit einem Schutzhelm wäre der Getroffene mit einem Schrecken davon gekommen.

Insgesamt rund 14.000 Kopfverletzungen registrierte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) im Jahr 2007, dabei haben 55 Beschäftigte den Unfall nicht überlebt. Viele Unfälle konnten sich erst deswegen ereignen, weil die Opfer keinen Helm getragen haben.

Helm ist nicht gleich Helm: UV-Licht lässt Material spröde werden

Auch Helme, deren Material spröde geworden ist, bieten nach Aussagen der BG BAU nicht mehr den Schutz, der zur Vermeidung schlimmer Arbeitsunfälle nötig ist. Gängige Kunststoffhelme aus Polyethylen halten etwa vier bis fünf Jahre. Dann müssen sie ausgetauscht werden.

Nach den Erfahrungen der Praktiker werden Helme häufig jedoch noch nach Ablauf ihrer Lebenszyklen getragen. Das Problem: Das Kunststoffmaterial wird bei Arbeiten im Freien von der Sonneneinstrahlung spröde, da dem Kunststoff durch die UV-Strahlen die Weichmacher entzogen werden. Abhilfe schafft ein zeitiger Austausch. Ein neu entwickelter Helmtyp macht es nun möglich, abzulesen, wie weit der Alterungsprozess fortgeschritten ist.

Unfallverhütung am Bau: Auf kleinen Baustellen ist Helmpflicht oft ein Fremdwort

Der Trend bei den Kopfverletzungen in der gewerblichen Wirtschaft insgesamt ist in den letzten Jahren steigend. In der Bauwirtschaft ist die Zahl seit 2005 etwa auf dem gleichen Niveau geblieben. Wie die BG BAU betont, ist Helm tragen bei allen Arbeiten in Kopf gefährdeten Bereichen Pflicht. Doch häufig - besonders auf kleinen Baustellen - wird die Helmpflicht immer noch missachtet.

40 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle durch Kopfverletzungen

Dabei haben über 40 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle am Bau Kopfverletzungen als Ursache. Aber auch Arbeitsunfälle, die nicht tödlich verlaufen, sind zumeist schwer: Knapp 31 Millionen Euro zahlte die BG BAU allein 2007 für Heilbehandlung, Verletztengeld und Rehabilitation an die Unfallopfer mit Kopfverletzungen. In der gewerblichen Wirtschaft insgesamt wurden 2007 über 95.500 Kopfverletzungen am Arbeitsplatz registriert, 165 davon mit tödlichen Folgen.

Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten Schutzhelme zur Verfügung stellen und dafür sorgen, dass sie auch getragen werden. Vorbehalte mancher Beschäftigter sind nicht angebracht: Für kalte Tage bieten die Hersteller Winterhauben mit Ohren- und Nackenschutz an. Bei Hitze schaffen in der Regel Belüftungsöffnungen im Helm Erleichterung. Dank ständiger Forschung und Weiterentwicklung haben die Helme mittlerweile einen so hohen Tragekomfort, dass sie auch keine Kopfschmerzen verursachen können.

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Quelle: BG BAU

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