Brand in Hamburger Krankenhaus deckt Sicherheitsmängel auf
Der Brand in einer Hamburger Klinik, bei dem ein 74-jähriger Mann ums Leben kam und mindestens 17 weitere Patienten Rauchgasvergiftungen erlitten, deckte weit verbreitete Sicherheitsmängel im deutschen Krankenhauswesen auf. So war auch in der betroffenen Klinik keine Sprinkleranlage installiert.
Brandschutz im Krankenhaus
Brandschutz im Krankenhaus -gravierende Sicherheitsmängel
Nur der Besatzung eines Rettungswagens, die den Brand in der Notaufnahme des Krankenhauses zufällig entdeckte und sofort die Feuerwehr alarmierte, ist es zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert werden konnte. Als sich dichter Rauch bereits über die Klimaanlage im gesamten Gebäude verteilte, wurde einer der Krankenhausflügel evakuiert. Hierbei konnten Dutzende Patienten gerettet werden; darunter drei hochschwangere Frauen über Drehleitern aus dem Kreißsaal im ersten Stock.
Kaum war der erste Brand nach mehreren Stunden gelöscht, kam es in einem angrenzenden Raum erneut zu einem Brand, bei dem aber niemand mehr verletzt wurde. Im ersten Fall geht die Polizei von Brandstiftung aus: Als Tatverdächtige gilt eine 26-jährige verwirrte Patientin, die mit ihrem Feuerzeug eine Matratze entzündete und so den Großbrand auslöste. Bei dem zweiten Brandherd wird vermutet, dass sich das Feuer über einen Kabelschacht unbemerkt weiter ausbreiten konnte.
Besondere Gefahren durch mangelnden Brandschutz in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen
Der bvfa weist in diesem Zusammenhang auf die besonderen Gefahren in Krankenhäusern hin, wozu die hohen Brandlasten und die umfangreiche technische Ausstattung zählen. Hinzu kommt die Vielzahl kranker und bettlägeriger Menschen, die sich im Brandfall nicht alleine in Sicherheit bringen können. Eine Situation, die durch den Personalabbau der vergangenen Jahre noch zusätzlich verschärft wird. Gerade deshalb, weil diese Gefahren schon seit langem bekannt sind, ist nach Ansicht des Verbandes der unnötige Tod eines Menschen sowie die Vielzahl der Verletzten ganz besonders zu bedauern.
Offizielle Zahlen bestätigen die verheerenden Folgen von Bränden in deutschen Kliniken und Pflegeeinrichtungen und belegen, dass besonders häufig alte, kranke und hilfsbedürftige Menschen betroffen sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind beispielsweise 40 Prozent aller Brandopfer über 65 Jahre alt, obwohl diese Altersgruppe nur einen Anteil von 17 Prozent der Gesamtbevölkerung stellt.
Als Verband der Hersteller von technischem Brandschutz sieht es der bvfa als seine Pflicht an, auf bestehende Defizite in Krankenhäusern und Seniorenheimen hinzuweisen und auf entsprechende Lösungen aufmerksam zu machen, die die vorhandenen Brandrisiken minimieren können.
Hierzu können vorhandene technische Maßnahmen und Einrichtungen des mobilen, stationären und baulichen Brandschutzes dienen, die in ihrer Kombination – als integrierter „Systembrandschutz“ – dazu in der Lage sind, vergleichbare Brände wirkungsvoll zu verhindern: Angefangen bei der Brandmeldeanlage über Sprinkler- und andere Wasserlöschanlagen bis hin zu modernen Spezial-Löschanlagen; all das basierend auf Maßnahmen des baulichen Brandschutzes, die von Anfang an – im Idealfall schon zu Beginn der Bauplanung – berücksichtigt werden sollten.
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Quelle: www.bfva.de





