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Jugend

Hörschäden durch Lärm

Lärmschwerhörigkeit rangiert bei Berufskrankheiten an erster Stelle, am Bau wie in anderen Branchen. Die Probleme könnten sich künftig verschärfen, denn ein Viertel aller Jugendlichen hat bereits Anzeichen einer Lärmerkrankung.

Hörschäden durch Lärm

Lärm-Messung

Lärmschwerhörigkeit verursacht nach Asbest und Silikose die meisten Kosten. Über 154 Millionen Euro zahlten die gewerblichen Berufsgenossenschaften 2005 für die Behandlung lärmbedingter Berufskrankheiten und Renten an mehr als 26.000 Lärmgeschädigte.

Am Bau treten neben der Metallbranche die meisten Lärmerkrankungen auf. Über die Hälfte aller Fälle anerkannter Berufskrankheiten beruhten 2005 in der Bauwirtschaft auf Hörschäden durch Lärm. Im gleichen Jahr zahlte allein die BG BAU 20 Millionen Euro an fast 7.000 Lärmgeschädigte.

Jeder vierte Jugendliche ist schon vor Eintritt in das Berufsleben hörgeschädigt, das haben Studien und Arbeitsmedizinische Untersuchungen gezeigt. 45 Prozent der Jugendlichen schätzen gefährliche Lautstärken zwischen 100 bis 120 Dezibel als harmlos ein.

Freizeit sollte Ausgleich und Entspannung bringen. Doch gerade Jugendliche setzen sich in ihrer Freizeit lauter Musik aus. Diskosound kommt schnell auf 100 Dezibel und bei Rockkonzerten werden Werte bis 120 Dezibel erreicht. MP3-Player erreichen Schallpegel über 90 Dezibel. Folgen können Gehörschäden oder Tinnitus sein.

Bei dem Aktionstag „Lärm – die unterschätzte Gefahr“ informierten Techniker und Arbeitsmediziner der BG BAU die Auszubildenden praxisnah über Lärmgefahren.

So konnten die Azubis bei Messungen an Maschinen erleben, dass der Lärm von Winkelschleifern, Elektro-Bohrhämmern oder Handkreissägen über 85 Dezibel erreicht und selbst bei kurzer Einsatzzeit solcher Maschinen unbedingt Gehörschutz getragen werden muss.

Bei der Messung des Schallpegels einer Auto-Musikanlage stellte sich heraus, dass auch hier Lärmpegel von mehr als 100 Dezibel auftreten können. Zur Sprache kamen zudem Lärmwirkungen wie Stress, Schlafstörungen sowie abnehmende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Anders als in der Freizeit lässt sich Lärm auf Baustellen oft nicht vermeiden. Eine Kreissäge erreicht zum Beispiel 100 Dezibel. Wer einem Lärmpegel über 85 Dezibel ungeschützt ausgesetzt ist, kann bei entsprechender Dauer unheilbare Schäden am Gehör davontragen. Bei einem höheren Lärmpegel, etwa einem Knall von 140 Dezibel, sind Schäden sofort möglich.

Wie die BG BAU betont, müssen Beschäftigte trotz bisheriger Bemühungen künftig noch besser vor Lärm geschützt werden. Durch eine neue Verordnung wurden EU-weit geltende Obergrenzen zur Lärmbelastung jetzt in Deutschland eingeführt. Danach sind Lärmbereiche ab einer Lärmbelastung von 85 dB (A) zu kennzeichnen.

Für Bereiche, in denen der Lärm diesen Wert übersteigt, muss der Arbeitgeber technische und organisatorische Maßnahmen ergreifen. Gehörschutz müssen die Betriebe nach der neuen Lärm- und Vibrationsverordnung sogar schon bereitstellen, wenn der Lärmpegel den unteren Auslösewert von 80 dB (A) übersteigt.

Beschäftigte müssen den Gehörschutz konsequent tragen. Den Unternehmen rät die BG BAU dringend, lärmarme Bauverfahren, Maschinen und Werkzeuge einzusetzen sowie laute und leise Arbeitsbereiche zu trennen.

Quelle: BG BAU

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