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Passivrauchen

Wenn das Büro zur Kneipe wird

Nichtraucherschutz, ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, ist in aller Munde. Nicht zu Unrecht, denn: Die Belastung durch rauchende Kollegen kann so hoch sein wie bei einem Kneipenbesuch.

Wenn das Büro zur Kneipe wird

Für Passivraucher kann die Belastung so hoch sein wie bei einem Kneipenbesuch

Die öffentliche Diskussion um die Gesundheitsrisiken durch Passivrauchen am Arbeitsplatz konzentriert sich vor allem auf die Beschäftigten in der Gastronomie.

Dass es eine Vielzahl anderer, ähnlich oder ebenso stark belasteter Arbeitsbereiche gibt, die die gleiche Aufmerksamkeit verlangen, belegt ein neuer Report der Unfallversicherungsträger und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Er ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA), Vertretern der Berufsgenossenschaften und des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA).

Bestandsaufnahme zur Belastung durch Passivrauchen

Erstmals liegt damit eine umfassende Bestandsaufnahme zur Belastung durch Passivrauchen an Arbeitsplätzen in Deutschland vor.

Nichtraucherschutz aus Sicht des Arbeitsschutzes

Nichtraucherschutz, ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, ist in aller Munde. Aus Sicht des Arbeitsschutzes fehlten bislang jedoch verlässliche Angaben über Vorkommen und Ausmaß von Tabakrauchexpositionen an Arbeitsplätzen.

Belastete Arbeitsbereiche identifizieren

Mithilfe von Arbeitsplatzmessungen und auf der Basis von Modellrechnungen hat das Projektteam belastete Arbeitsbereiche identifiziert und in vier Klassen eingestuft:

  1. Bereiche ohne Exposition, z.B. unter Tage,
  2. Bereiche, für die eine Exposition weitgehend auszuschließen ist, z.B. in der chemischen Industrie,
  3. Bereiche mit geringer Exposition, z.B. in Werkhallen mit technischer Lüftung und
  4. Bereiche mit Exposition, z.B. Fahrerkabinen im gewerblichen Transportwesen.

Berücksichtigte Faktoren

Die Expositionsberechnungen berücksichtigen neben der Grundfläche des Raumes und seinem Volumen

  • den Luftwechsel im Raum,
  • die Anzahl der rauchenden und nicht rauchenden Mitarbeiter,
  • die Anzahl der Zigaretten pro Raucher und Stunde sowie
  • die Dauer der Tabakrauchbelastung.

Unterschiedliche Belastungen in Sommer und Winter

Die berechneten Szenarien unterscheiden außerdem zwischen der Belastungssituation im Sommer und im Winter, da unterschiedliches Lüftungsverhalten zu erheblich veränderten Belastungswerten führen kann.

Professor Dr. Helmut Blome, Gefahrstoffexperte und Direktor des IFA:
„Alle reden von Gaststätten und Diskotheken. Unsere Untersuchungen zeigen allerdings, dass zum Beispiel auch in einem Zweimannbüro, in dem ein Kollege raucht, vor allem in den Wintermonaten Tabakrauchkonzentrationen erreicht werden, die denen in einer Raucherkneipe in nichts nachstehen.“

In Sachen Passivrauch gälte es folglich, den Blick zu weiten und für einen konsequenten Schutz an allen Arbeitsplätzen einzustehen, wie dies die DGUV fordert.

Direkt zum DGUV-UVT-Report „Passivrauchen am Arbeitsplatz“

Quelle: DGUV

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