Unfallverhütung global betrachtet
Laut IVSS zeigen internationale Beispiele, wie eine gezielte Unfallverhütung der Träger der sozialen Sicherheit die Zahl der Arbeitsunfälle zwischen 25 und 50 Prozent verringern kann. So schätzt die Institution für soziale Vorsorge von Côte d'Ivoire z.B., dass die Zahl der gemeldeten Unfälle im Land seit den achtziger Jahren um 50 Prozent reduziert wurde. Im gleichen Zeitraum erfuhr Niger eine Verringerung von fast 25 Prozent in der Zahl der Arbeitsunfälle durch Präventionsmaßnahmen und Information für die Arbeitnehmer.
Unfallverhütung (Foto: A.Dreher, Pixelio)
Die durch Arbeitsunfälle verursachten Kosten für Entschädigungsleistungen, Gesundheitsversorgung und Invalidität sind erheblich: Sie repräsentieren neueren Studien zufolge 3,8 Prozent des weltweiten BIP in den Ländern der Europäischen Union und in den Entwicklungsländern sogar 10 Prozent.
„Von den Institutionen der sozialen Sicherheit und des Arbeitsschutzes getragene, proaktive und umfassende Präventionsmaßnahmen können Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten erheblich senken, das mit ihnen verbundene menschliche Leid verringern und die sich ergebenden wirtschaftlichen Kosten vermeiden“, meint dazu der Generalsekretär der IVSS, Hans-Horst Konkolewsky.
Er führt Deutschland als Beispiel an, wo Fachleuten für soziale Sicherheit zufolge die Unfallverhütung der Industrie seit den sechziger Jahren Einsparungen von bis zu 10 Milliarden Euros jährlich erlaubte.
Dem Internationalem Arbeitsamt (ILO) zufolge, sterben jährlich mehr als 2 Millionen Menschen an den Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten und bis zu 270 Millionen Menschen erleiden Unfälle mit nicht tödlichem Ausgang.
Eine zunehmende Zahl von Arbeitsplatzrisiken steht in Zusammenhang mit neuen Technologien, psychosozialen Aspekten und der mit der Globalisierung einhergehenden Zunahme der informellen Beschäftigung. IVSS-Fachleute verweisen auf die Notwendigkeit eines globalen Ansatzes angesichts dieser neuen Arbeitsschutzprobleme.
„Wir brauchen eine authentische globale Präventionskultur, um zu verhindern, dass die Globalisierung zu einer Verlagerung der Risiken führt und die größten von ihnen den schwächsten Gesellschaften auferlegt“, sagt Jean-Luc Marié, der Vorsitzende des Besonderen Ausschusses der IVSS für Prävention, der ein weltweites Netzwerk von Arbeitsschutzinstitutionen repräsentiert. Herr Marié verweist auf den kommenden Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, der Gelegenheit zu konzertiertem politischen Handeln im Arbeitsschutz auf globaler Ebene gibt.
Der alle drei Jahre abgehaltene Weltkongress wird gemeinsam von der IVSS, der ILO und der Koreanischen Anstalt für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz organisiert und findet vom 29. Juni bis 2. Juli 2008 in Seoul, Republik Korea statt. An der Veranstaltung nehmen 3 000 Arbeitschutzfachleute, politische Entscheidungsträger, Manager der sozialen Sicherheit und Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern teil.
Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) ist die weltweit führende internationale Organisation, die nationale Verwaltungen und Träger der sozialen Sicherheit zusammenbringt. Die IVSS stellt Information, Forschung und Expertenwissen sowie Foren für die Mitglieder zur Förderung einer dynamischen sozialen Sicherheit auf internationaler Ebene bereit. Die IVSS wurde 1927 gegründet und zählt heute 350 Mitgliedsinstitutionen in mehr als 150 Ländern. Die Präsidentin der IVSS ist Frau Corazon de la Paz-Bernardo aus den Philippinen.
Quelle: www.ilo.org





