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Feuerwerk

Vorsicht bei Feuerwerkskörpern

Silvester steht vor der Tür und da ist der richtige Umgang mit Feuerwerkskörpern nicht nur für Privatleute ein Thema. Auch Mitarbeiter, die in Verkaufsstätten und Lagerräumen mit dem explosiven Material in Kontakt kommen, sind davon betroffen.

Vorsicht bei Feuerwerkskörpern

Handverletzungen durch Feuerwerkskörper sind leider keine Seltenheit (Bild: BG Klinik Tübingen)

Hand- und Gesichtsverletzungen durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern überschatten regelmäßig den Jahreswechsel. Ärzte der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen (BG Klinik) geben Ratschläge zur Vorbeugung und zum richtigen Verhalten im Verletzungsfall.

Universitätsprofessor Hans-Eberhard Schaller, Direktor der Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie an der BG Klinik:
„Rund um den Jahreswechsel sehen wir leider immer wieder Patienten mit schweren Explosionsverletzungen an Fingern und Händen. Ursächlich ist fast immer der fahrlässige Umgang mit Feuerwerkskörpern. Häufig spielt auch der Alkohol eine Rolle, der das Risikobewusstsein und das Reaktionsvermögen der Betroffenen einschränkt.“

Feuerwerkskörper können Finger abreißen

In der Silvester-Nacht herrscht jedes Jahr höchste Alarmstufe für die Ärzte des Zentrums für Handchirurgie der BG Klinik.

Schaller warnt:
„Feuerwerkskörper können bei der Explosion je nach Größe der Ladung einen oder mehrere Finger abreißen. Kinder und auch Erwachsene können unter Umständen die gesamte Hand verlieren.“

Oftmals bleibt den Ärzten der Tübinger Handchirurgie dann nur noch die Amputation des zerstörten Gewebes.

Schaller:
„Wir sind durchaus in der Lage, abgetrennte Körperteile mit mikrochirurgischen Techniken erfolgreich zu replantieren. Leider ist das Gewebe nach Explosionsverletzungen in der Regel so zerstört, dass eine vollständige Wiederherstellung aller zerstörten Strukturen nicht mehr möglich ist.“

Verbrennungen durch Feuerwerkskörper

Lokale Verbrennungen an Händen und Gesicht sind schmerzhaft und müssen chirurgisch behandelt werden.

Schaller:
„Verbrennungen im Gesicht sollten immer in einem Zentrum für Brandverletzungen wie der BG Klinik behandelt werden. Hierdurch verringert sich die Gefahr der überschießenden Narbenbildung, die sonst ein lebenslanges ästhetisches Problem für die Betroffenen sein kann.“

Bei Verletzungen der Augen wird sofort ein Augenarzt hinzugezogen.

Hände schützen

Die Maßnahmen zur Vorbeugung von Handverletzungen durch Feuerwerkskörper sind einfach.

Schaller:
„Keine Feuerwerkskörper verwenden, die in der Hand gezündet werden müssen. Feuerwerkskörper, die nach der Zündung nicht explodiert sind, sollten liegen gelassen werden, da es zu einer Spätzündung in der Hand kommen kann.“

Für Kinder und Jugendliche sollte der Umgang mit Feuerwerkskörpern tabu sein.

Selbstgebastelte oder manipulierte Feuerwerkskörper stellen eine besondere Gefahr dar, weil der Zündzeitpunkt und die Explosionsstärke nicht sicher vorhersehbar sind.

Schaller mahnt:
„Feuerwerkskörper sollten grundsätzlich nur im Fachhandel erworben werden. Die aufgedruckte Gebrauchsanweisung ist strikt zu befolgen.“

Erste Hilfe am Unfallort
 
  • Bei größeren Verletzungen sofort der Rettungsdienst alarmieren.
  • Danach versuchen, die Blutung mit einem Druckverband zu stoppen.
  • Die Wundfläche, wenn möglich, steril abdecken.
  • Abgetrennte Körperteile sicherstellen und für den Transport in die Klinik fachgerecht verpacken:
    - niemals direkt auf Eis gelagern, da sie dann gefrieren und nicht mehr replantiert werden können,
    - nicht ungeschützt in Eiswasser transportieren, weil das Gewebe aufquillt und unbrauchbar wird.


Professor Schaller zum richtigen Vorgehen:
„Abgetrennte Gliedmaßen sollen in ein trockenes, steriles Tuch eingeschlagen und dann in einen Plastikbeutel verpackt werden. Dieser Beutel wird dicht verschlossen und in Eiswasser bei plus vier Grad Celsius gelagert.“

Quelle: BG Klinik Tübingen

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