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Vorträge

Bei der Unterweisung Stimme und Gestik gezielt einsetzen

Sie haben Ihre Unterweisung bestens vorbereitet, sich Ziele gesetzt, Lernhilfen und Anschauungsmaterial bereitgestellt, den Videobeamer angeschlossen. Nun sitzen die Mitarbeiter vor Ihnen. Sie können Ihrer Unterweisung das Sähnehäubchen aufsetzen - durch den gezielten Einsatz von Stimme und Gestik.

Das Sahnehäubchen für Ihre Unterweisung: Der gezielte Einsatz von Gestik und Stimme

Das Sahnehäubchen für Ihre Unterweisung: Der gezielte Einsatz von Gestik und Stimme

Das Sahnehäubchen für die Unterweisung

Wenn Sie Ihre Inhalte einfach ablesen oder Texte zwar frei, aber durchgängig mit hängenden Armen und in derselben Tonlage herunterleiern, verliert ihre ganze Vorarbeit an Wert. Jeder Mensch bringt sein eigenes Sprechtempo, seine eigene Stimme und Lautstärke mit. Der eine ist ein rhetorisches Naturtalent, der andere wird gerne überhört - oder es ist anstrengend, jemandem zuzuhören, weil sein Organ einer Trompete gleicht. Prüfen Sie schon vor einer Unterweisung, welche Wirkung Ihre Stimme auf Andere hat. Es kann helfen, eine vertraute Personen um ihre ehrliche Meinung zu bitten.

Wer dazu neigt, zu leise, zu laut oder zu schnell zu sprechen, sollte bei seinem Vortrag besonderes darauf achten. Eine zu langsame, eintönige Ausdrucksweise wiederum kann in ihrer Wirkung einer Schlaftablette gleichen. Achten Sie auf eine angenehme Lautstärke, ein gutes Sprechtempo und passen Sie den Klang der Stimme den zu vermittelnden Inhalten an.

Tonlage, Klang und Lautstärke anpassen

Wenn der Grundton sitzt, können Sie mit Ihrer Stimme spielen, um den Vortrag besonders interessant und spannend zu gestalten: Eine betont langsame und deutliche Aussprache unterstreicht das Gesagte, eine dynamische Stimme hält die Zuhörer wach. Bewährte rhetorische Mittel sind vor allem:

  • wirkungsvolle Pausen einlegen
  • das Sprechtempo von Zeit zu Zeit verändern
  • die Stimme anheben und senken
  • die Lautstärke variieren

Derlei Methoden sind jedoch nur sinnvoll, wenn sie zu den Inhalten passen. Ein Beispiel (Großbuchstaben stehen für etwas lauter oder betont ausgesprochene Worte):

„Was meinen SIE? (kurze Pause, um die Spannung zu steigern) Bieten DIESE Handschuhe AUCH Schutz vor schädlichen Chemikalien?"

Mit entsprechenden Markierungen in Ihrem Vortragsmanuskript können Sie sich kleine Erinnerungshilfen schaffen.

Auf Verständlichkeit achten

Es ist leichter, jemandem zuzuhören, der deutlich spricht. Auch die Inhalte werden besser aufgenommen als bei einem Vortragenden, der nuschelt oder ganze Worte verschluckt. Sprechen Sie in kurzen verständlichen Sätzen und achten Sie auf eine klare Aussprache. Die eigene Lippenbewegung kann das hervorragend unterstützen - sie wird auch begleitend zur Gebärdensprache bei Taubstummen eingesetzt: Mitunter können Worte förmlich von den Lippen abgelesen werden.

Konkret bleiben

Verwenden Sie möglichst immer positive Formulierungen und seien Sie konkret. Abstrakte Konstruktionen sollten durch plastische, anschauliche Beispiele ersetzt, wichtige Fachbegriffe und Fremdwörter erklärt werden - am besten unter Einsatz von Lernhilfen:
„Terpentinöl ist ein sensibilisierender Gefahrstoff. Das bedeutet, es kann bei Hautkontakt Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, und das sieht dann so aus…“ (Hier bietet es sich an, zum Beispiel Fotos von Hautreizungen zur Veranschaulichung zu zeigen).

Persönliche Ansprache steigert die Aufmerksamkeit

Auch die Ausdrucksweise spielt eine große Rolle. Sprechen Sie Ihr Publikum immer persönlich an, das steigert die Aufmerksamkeit und schafft Vertraulichkeit. Vermeiden Sie allgemeine Floskeln wie „Man sollte immer…“, besser ist es, persönlich zu bleiben:
„Ich verwende immer Kartonmesser mit automatischer Klingensicherung, und ich verrate Ihnen jetzt, warum das auch für Sie wichtig ist“.

Reizwörter rütteln wach

Wenn Sie an passenden Stellen Reiz- und Schlüsselwerterwörter einsetzen, rütteln Sie Ihre Zuhörer wach und betonen besonders wichtige Aspekte:

  • „Und JETZT zeige ich Ihnen, wie der Mechanismus funktioniert“
  • „ACHTUNG, nun sage ich Ihnen, worauf es bei der Auswahl ankommt“
  • „HIER sehen Sie nochmal die Fünf Sicherheitsregeln auf einem Blick“


Die Bedeutung der Körpersprache

Damit das Gesamtbild stimmt, sollten Ihre Körperbewegungen zu dem passen, was Sie sagen, das gilt vor allem für die Handbewegungen: Ein fahriges Herumfuchteln vermittelt Unsicherheit, verschränkte Arme signalisieren Ablehnung, und so weiter. Idealerweise unterstreichen Sie mit Ihren Bewegungen wichtige Aussagen. Das können Sie zum Beispiel bei politischen Rednern im Fernsehen beobachten. Noch ein paar Tipps:

  • Vermeiden Sie es, ziellos im Raum herum zu laufen. Besser: Immer direkt zu dem Platz gehen, der gerade für den Inhalt relevant ist, zum Beispiel vom Redepult zur Tafel, von der Tafel zum Publikum…
  • Achten Sie auf eine aufrechte, offene und dem Publikum zugewandte Haltung, auch wenn Sie an einer Tafel etwas erklären. Stellen Sie sich immer so hin, dass sowohl das Angeschriebene als auch Sie selbst gut zu sehen sind.
  • Wenn Sie Tafel, Flipchart & Co. schon vor der Unterweisung so weit wie möglich beschriften und vorbereiten, vermeiden Sie es, den Zuhörern den Rücken zuzuwenden.
  • Ein freundliches Gesicht und möglichst viel Blickkontakt machen Ihren Vortrag noch sympathischer und binden das Publikum.

Fazit: Üben, üben, üben

Mit ein paar rhetorischen Kniffen wird jeder gut vorbereitete Vortrag zu einer motivierenden Sache. Meist kommt in der Praxis allerdings noch das Lampenfieber hinzu. Damit die Methoden nicht aufgesetzt wirken oder in der Aufregung vergessen werden, sollten Sie Ihre Präsentation vorher gründlich üben, am besten unter ähnlichen oder den gleichen akustischen und räumlichen Bedingungen.

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Frau Lendt ist freie Fachjournalistin

Veröffentlicht:
2009-05-16

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