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Psychische Belastungen

Burn-out: Ausgebrannte Arbeitnehmer kosten ein Vermögen

Burn-out kostet deutsche Unternehmen viel Geld: Während die Anzahl der geleisteten Überstunden 2009 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten, stieg auch der Burn-out-bedingte Krankenstand an.

Abgekaut

Abgekaut

Der Arbeitsalltag ist immer stärker von Leistungsdruck, Terminstress und der Angst um den Job geprägt. Die Ansprüche an die Arbeitnehmer steigen und viele gehen bis an ihr Limit. So sind die bezahlten Überstunden 2009 in Deutschland auf 1,91 Milliarden angestiegen – ein Höchststand seit 1995. Doch das ist weder gesund noch nützlich, denn jeder Mensch ist in seiner Leistungsfähigkeit begrenzt.

Unternehmen, die dies akzeptieren und in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren, profitieren von höherer Motivation und Produktivität. Geschieht dies jedoch nicht, kann sich der enorme Stress schnell zu einem Burn-out-Syndrom auswachsen, was hohe Kosten für den Arbeitgeber mit sich bringt.

Burn-out nicht auf die leichte Schulter nehmen

Laut einer Umfrage des Online-Stellenmarktes StepStone hatte 2007 etwa ein Viertel der deutschen Fach- und Führungskräfte körperliche und seelische Erschöpfungssymptome, die sich zu einem Burn-out-Syndrom entwickeln und den unternehmerischen Erfolg negativ beeinflussen können. Durch die Wirtschaftskrise und dem damit gewachsenen Druck wird sich die Zahl der Betroffenen seitdem sicher noch erhöht haben.

Arbeitgeber sollten das jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Burn-out ist ein ernst zu nehmendes Leiden und kostet sie viel Geld: Schon in den Vorstufen sinken Motivation und auch Leistung der Betroffenen stark ab. Fällt ein ausgebrannter Arbeitnehmer letztlich aus, fehlt er durchschnittlich 22,5 Tage. Jeder Fehltag kostete ein Unternehmen im Schnitt zwischen 400 und 500 Euro.

„Burn-out lässt sich zwar behandeln, aber sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer sollten sich besser auf eine sinnvolle und wirksame Prävention konzentrieren“, rät Diplom-Psychologin Kerstin Reviol, Leiterin der Arbeitspsychologie bei der TÜV SÜD Life Service GmbH. „Diese sollte bereits zwei bis drei Jahre im Voraus ansetzen und ein Bewusstsein für Burn-out schaffen, denn gerät ein Mitarbeiter einmal in die Abwärtsspirale, dauert es lange, bis er wieder sein ursprüngliches Leistungsniveau erreichen kann.“

Burn-out-Prävention muss bei Führungskräften anfangen

Um dem Ausbrennen einer Belegschaft vorzubeugen, ist es für Führungskräfte wichtig, dass sie zum einen selbst gut mit Druck und Stress umgehen können und zum anderen ihre wesentlichen Führungsaufgaben wie Mitarbeitermotivation, Teamführung und offene Kommunikation wahrnehmen. Denn zu große Arbeitsbelastung, fehlende Wertschätzung, schlechtes Betriebsklima sowie fehlende oder schlechte Kommunikation sind häufige Auslöser für Stress und können auf Dauer zu Burn-out führen.

Doch auch persönliche Faktoren verstärken das Risiko, auszubrennen. Dazu zählen Perfektionismus, sehr großer Ehrgeiz und ein ausgeprägtes Helfersyndrom. Burn-out-gefährdet sind außerdem Menschen, die nicht Nein sagen können und Probleme mit der Stressbewältigung sowie mit dem Zeitmanagement haben.

Für Unternehmen ist es daher ratsam, Schulungen sowohl für Führungskräfte als auch für die übrige Belegschaft anzubieten. So können sie lernen, mit Stress umzugehen und ihre Work-Life-Balance ins Gleichgewicht zu bringen. Außerdem ist es sinnvoll, die Mitarbeiter an Entscheidungen, die ihre Arbeit betreffen, teilhaben zu lassen. So fühlen sie sich nicht wie ein Spielball und können ihre Stärken optimal einbringen.

Quelle: TÜV Süd

Veröffentlicht:
2010-05-24

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