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Bewerbung

Jobsuche mit Vitamin B: Kontakte sind alles

Die meisten Jobs, nämlich rund ein Viertel, wurden 2010 über persönliche Kontakte vergeben, fand das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Studie heraus.

Netzwerke: neue Jobs durch Vitamin B

Netzwerke: neue Jobs durch Vitamin B

Doch wie bauen Sie diese Kontakte auf und wie können Sie das berühmte „Vitamin B“ für die Jobsuche nützen? Das verraten Ihnen die folgenden Tipps.

Bei kleinen Firmen am erfolgreichsten

Vor allem Kleinstbetriebe setzen bei der Jobvergabe auf persönliche Kontakte: Beinahe jede zweite Stelle wird dort sozusagen „unter der Hand“ vergeben. Bei Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern beträgt dieser Anteil dagegen nur etwa 10 Prozent.

Das liegt vor allem daran, dass hier unterschiedliche Stellen im Unternehmen an der Auswahl der Bewerber beteiligt sind, zum Beispiel die Personalabteilung und der Abteilungsleiter. Auch ist das Bewerbungsverfahren in großen Unternehmen oft formaler als bei Kleinbetrieben.

Gute Chancen mit abgeschlossener Ausbildung

Wer eine abgeschlossene Ausbildung mit sich bringt, findet zu ca. 20 Prozent eine Stelle über persönliche Kontakte. Noch höher ist diese Zahl bei den Ungelernten – hier profitiert jeder Dritte von seinen Beziehungen. Hochqualifizierte mit Hochschulabschluss werden dagegen übers Internet am besten fündig.

Warum ist Vitamin B so nützlich?

Nicht alle freien Stellen werden sofort öffentlich ausgeschrieben. Oft wird zunächst intern nach einem passenden Kandidaten gesucht. Wer also durch einen Bekannten im Unternehmen frühzeitig von der offenen Stelle erfährt, kommt der allgemeinen Bewerbungsflut zuvor. So hat Ihre Bewerbung bessere Chancen, gelesen zu werden. Der Personalverantwortliche freut sich, denn er kann sich viel Arbeit sparen. Auch bei einer Initiativbewerbung haben Sie Vorteile, wenn Sie bereits einen Fuß im Unternehmen haben. Reicht ein Freund Ihre Bewerbung weiter, so erhält sie mehr Aufmerksamkeit – vorausgesetzt, der Freund genießt in seiner Firma einen guten Ruf.

Welche Kontakte können Ihnen helfen?

 „Aber ich kenne doch gar niemanden, der mir weiterhelfen kann“, mögen Sie jetzt einwenden, Wetten, dass Sie mehr Menschen kennen, als Sie glauben? Alte Studien- oder Arbeitskollegen zum Beispiel. Mit sozialen Netzwerken wie XING oder Facebook ist es ein Leichtes, diese aufzuspüren, falls Sie sie aus den Augen verloren haben. Auch Nachbarn, Vereinskollegen oder Freunde von Freunden können Ihnen weiterhelfen. Geben Sie bekannt, dass Sie auf Jobsuche sind, auch wenn Ihnen das vielleicht peinlich ist.

Netzwerken wie die Profis

Neben diesen bereits existierenden Kontakten können Sie sich auch ein neues Netzwerk aufbauen. Besuchen Sie branchenspezifische Veranstaltungen, gehen Sie zu Vorträgen und unterhalten Sie sich dort mit den Leuten. Fangen Sie nicht zu spät damit an – am besten baut man sich ein Netzwerk dann auf, wenn man es gerade nicht braucht. Denken Sie auch an den alten Netzwerk-Grundsatz „Erst geben, dann nehmen“ und bringen Sie sich selbst in das Netzwerk ein. Zeigen Sie Interesse an anderen und sagen Sie auch, was Sie suchen – unterlassen Sie dabei aber platte Eigenwerbung, denn das wird in Netzwerken nicht gerne gesehen.

XING, LinkedIn & Co.: Jobsuche in sozialen Netzwerken

Nicht nur in der realen Welt, auch im Internet können Sie sich ein Netzwerk aufbauen. Zwei Netzwerke, die hauptsächlich berufliche Kontakte zum Ziel haben, sind XING und LinkedIn. LinkedIN ist dabei hauptsächlich für Menschen interessant, die internationale Kontakte knüpfen wollen. Bei XING schalten zum einen Unternehmen selbst Stellenanzeigen. Klicken Sie eine dieser Anzeigen an, wird Ihnen der Verbindungspfad zu diesem Unternehmen gezeigt – Sie erkennen also, ob einer Ihrer Kontakte bereits Kontakte zu dieser Firma hat.

Zum anderen können Sie dort auch Ihr Netzwerk erweitern und neue Kontakte knüpfen oder sich in den vielen Gruppen einbringen und so durch Ihre Fachkenntnisse auf sich aufmerksam machen. Immer mehr Unternehmen sind inzwischen auch auf Facebook oder Twitter vertreten – hier erfahren Sie aktuelle Nachrichten aus den Unternehmen, darunter auch ausgeschriebene Stellen.

Qualität statt Quantität

Viele Menschen machen beim Netzwerken den Fehler, wahllos Visitenkarten – oder bei XING: Kontakte – zu sammeln. Doch es kommt nicht so sehr darauf an, mit wie vielen Visitenkarten Sie nach einer Veranstaltung nach Hause kommen, sondern wem diese Visitenarten gehören. Das heißt: Konzentrieren Sie sich beim Kontakteknüpfen vor allem auf diejenigen Menschen, die Ihnen wirklich weiterhelfen können. Beschäftigen Sie sich lieber mit wenigen Personen, dafür aber ausführlich. So gewinnen Ihre Kontakte einen guten Eindruck von Ihnen und werden Sie eher weiterempfehlen, als wenn sie nur Ihren Namen auf einer Visitenkarte gelesen haben.

Überzeugen müssen Sie trotzdem

Wer bei der Jobsuche auf persönliche Kontakte setzt, bekommt leichter einen Fuß in die Tür. Doch damit ist es noch nicht getan. Überzeugen müssen Sie Ihren potenziellen Arbeitgeber trotzdem: mit Ihren Bewerbungsunterlagen, im Vorstellungsgespräch und in der Probezeit. Gehen Sie also bei einer Bewerbung über persönliche Kontakte genauso sorgfältig vor wie bei einer „normalen“ Bewerbung. So verspielen Sie den Vertrauensvorschuss, den Ihnen ein Unternehmen entgegenbringt, nicht sofort wieder.

 

Autorin: Birgit Adam

Veröffentlicht:
2012-02-21

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