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Betriebsklima

Mein Arbeitskollege - die Nervensäge

Unsere Kollegen können wir uns nicht aussuchen – trotzdem müssen wir acht und mehr Stunden am Tag mit ihnen verbringen. Wer teamfähig sein will, sollte außerdem gut mit diesen Kollegen zusammenarbeiten. Wie geht man souverän mit nervenden Kollegen um?

Nervende Kollegen können einem ganz schön auf den Wecker gehen. (Bild: thinkstock)

Nervende Kollegen können einem ganz schön auf den Wecker gehen. (Bild: thinkstock)

Warum nerven Kollegen überhaupt?

Ob wir eine Person als nervig oder schwierig empfinden, hängt von unserer eigenen Einstellung und unseren Erwartungen ab. Ein optimistischer Mensch, der vor Ideen sprüht, wird sich von einem ewigen Schwarzseher genervt fühlen. Wer dagegen selbst eher pessimistisch ist, freut sich, dass endlich jemand auf der gleichen Wellenlänge liegt. Wenn Sie ein Kollege oder eine Kollegin gehörig auf die Palme bringt, sollten Sie also immer auch Ihre eigenen Erwartungen überprüfen und eventuell auch ändern.

Schwarzseher und Jammerlappen nerven mit Pessimismus

Sie sitzen in einem Meeting zusammen und Kollege XY hat eine wirklich gute Idee. Doch sofort meldet sich der Schwarzseher zu Wort: „Ja, aber …“, bricht es aus ihm heraus und sofort hat er tausend Einwände, warum diese Idee niemals klappen kann. Der Schwarzseher ist immer kritisch und pessimistisch und hat ständig etwas zu meckern. Mit dieser Einstellung demotiviert er andere Teammitglieder. Versuchen Sie nicht, einen solchen Schwarzseher in einen Optimisten umzuwandeln. Damit verstärken Sie sein Gefühl, alle anderen seien realitätsferne Traumtänzer, nur noch.

Binden Sie ihn lieber frühzeitig ein und bitten Sie ihn, seine Kritik schriftlich auszuarbeiten – dann können Sie sich auf seine Einwände vorbereiten. Ein enger Verwandter des Schwarzsehers ist der Jammerlappen, dessen Jammerei sich auf Privates beschränkt: Hier zwickt es, da drückt es, er hat kein Geld und seine Frau liebt ihn auch nicht mehr. Lassen Sie sich hier am besten gar nicht erst auf Diskussionen ein.

Kollegen auf Kuschelkurs: Warum Harmoniesüchtige nerven

Harmoniesüchtige Kollegen sagen zu allen Vorschlägen Ja und Amen. Sie haben keine eigene Meinung und wollen von allen geliebt werden. „Da schließe ich mich der Mehrheit an“ oder „Ich sehe das ganz genauso“ sind Sätze, die man von ihnen immer wieder zu hören bekommt. Doch sie stehen nicht zu ihrer Unfähigkeit, ihre Meinung zu äußern, sondern projizieren sie auf andere: „Der Müller hat mir einfach seine Meinung aufgedrängt“, heißt es im Nachhinein dann oft. Stellen Sie einem solchen Kollegen klare Entscheidungsfragen: „Sind Sie für Plan A oder B?“ Versucht er, sich aus der Affäre zu ziehen („Was meinen denn die anderen?“), geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie seine Meinung hören wollen: „Ich habe Sie gefragt und nicht die anderen.“

Ich muss dir was erzählen: Wenn die Klatschbase nervt …

„Hast du schon das Neueste gehört?“ Klatsch und Tratsch am Arbeitsplatz stört laut einer Umfrage des Arbeitsplatzgestalters Regus rund 15 Prozent aller Arbeitnehmer. Will Ihnen eine solche Klatschbase die neuesten Gerüchte über den Kollegen XY erzählen, können Sie ihr klipp und klar zu verstehen geben, dass Sie das nicht interessiert. Und natürlich sollten Sie sich davor hüten, ihr eigene Geheimnisse anzuvertrauen.

Der Moralapostel nervt mit hohen Ansprüchen

Ohne ihn würden die Sitten in der Firma komplett verfallen: Der Moralapostel hat hohe Ansprüche an sich und seine Kollegen. Nur zu gerne lässt er sich zu Moralpredigten hinreißen und wiederholt sich dabei ständig. Sein Ziel ist klar: Er will dem Chef zeigen, dass er der einzige „Anständige“ in diesem Haufen von Faulpelzen und Schlampern ist. Versuchen Sie, diese Moralpredigten so gut wie möglich zu ignorieren. Wenn Sie ihn auf sein Verhalten ansprechen, so trennen Sie zwischen einer Sache und Ihren Gefühlen: Sagen Sie nicht, dass Sie sein Verhalten nervt, sondern lediglich, dass Sie eine Sache anders sehen.

Nervensägen im Doppelpack: die Turteltäubchen

Rund 30 Prozent aller Paare lernen sich am Arbeitsplatz kennen. Doch die aufkeimenden Gefühle können die Kollegen nerven – nämlich dann wenn die Frischverliebten nur noch Augen füreinander haben. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die es im Job „erwischt“ hat, sollten Sie Privat- und Arbeitsleben klar trennen. Zärtlichkeiten sind selbstverständlich tabu. Auch Ihre Mittagspause sollten Sie nicht immer nur zu zweit verbringen, damit sich die anderen Kollegen nicht ausgeschlossen fühlen.

Kommt es zu einer Trennung, sollte im Büro keine Schlammschlacht stattfinden. Als Kollege eines verliebten Pärchens sollten Sie den Beziehungsstatus der beiden Turteltäubchen aus der täglichen Arbeit heraushalten. Behandeln Sie die Verliebten weiterhin als zwei Einzelpersonen, von denen auch jeder seine eigene Meinung hat.

Der Umgang mit nervigen Kollegen: Ich-Botschaften statt Vorwürfe

Treibt Sie ein Kollege regelmäßig in den Wahnsinn mit seinem Verhalten, so sprechen Sie das Problem rechtzeitig an – und zwar noch bevor es eskaliert und Sie sich nur noch anschreien. Vermeiden Sie aber Vorwürfe („Du führst ständig Privatgespräche, mich interessiert dein Liebesleben nicht!“), sondern formulieren Sie Ich-Botschaften: „Ich kann mich schlecht konzentrieren, wenn du nebenbei telefonierst. Das lenkt mich ab.“

 

Autorin: Birgit Adam

Veröffentlicht:
2012-07-24

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