Veränderungsprozesse
Suchen Sie nach dem Positiven
In vielen Unternehmen wurden und werden auf Grund der globalen Wirtschaftskrise Veränderungen eingeleitet: Firmen fusionieren, Aufgaben werden umverteilt, neue Prozesse initiiert. Viele Arbeitnehmer reagieren darauf mit Ablehnung – schließlich kommt auf sie etwas Neues zu, das sie nicht einschätzen können.
Neues stößt bei vielen erst einmal auf Ablehnung
Dabei ist es ganz normal, wenn Sie nicht sofort „Juhu“ schreien. Jeder Mensch durchlebt nämlich – mehr oder weniger intensiv 6 Phasen, wenn er mit einer Veränderung in seinem Leben konfrontiert wird:
1. Phase: Schock
Gewohnheiten geben Sicherheit. Teilt Ihnen Ihr Chef mit, dass eine Veränderung ansteht, löst dies zunächst bei den meisten Menschen mindestens Überraschung – aber auch Panik – aus.
2. Phase: Ablehnung
Natürlich möchten Sie wahrscheinlich dass alles so bleibt, wie Sie es gewohnt sind. Es ist daher ganz natürlich, wenn Sie nun vor allem Argumente sehen, die gegen die Veränderung sprechen (z. B.: „Was soll das denn bringen – außer Mehrarbeit?“/“Wieder so ein modischer Trend. Die anderen haben doch auch nichts gebracht.“)
3. Phase: Rationale Einsicht
Gelingt es Ihrem Chef, Ihnen und Ihren Kollegen nachvollziehbar zu erläutern, warum die Veränderung notwendig ist, beginnt in der Regel ein Umdenkprozess: Die emotionalen Gründen werden nach und nach in den Hintergrund geschoben. Dafür finden Sie nun Verständnis für die rationalen Gründe der Entscheidung (z. B.: „Wenn es uns gelingt, die Synergien zwischen ... auszunutzen, werden wir in diesem Jahr auch wieder wettbewerbsfähiger. Dadurch wird mein Arbeitsplatz natürlich sicherer.“)
4. Phase: Emotionale Akzeptanz
Sind Sie erst einmal rational überzeugt, fühlen Sie sich auch emotional aufgeschlossener: Sie beginnen nun, verstärkt nach Vorteilen zu suchen – und finden diese auch (z. B.: „Dass wir jetzt mit ... zusammenarbeiten, ist wirklich sinnvoll – und macht Spaß“).
5. Phase: Der Test
Da noch nicht alle Ihre Zweifel am Sinn der Veränderungen beseitigt sind, stellen Sie immer wieder gedanklich die bisher erkannten Vorteile den von Ihnen zuvor gesehenen Nachteilen gegenüber (z. B.: „Am Ende des Monats werden uns ja die Zahlen zeigen, ob sich der Aufwand gelohnt hat.“).
6. Phase: Integration im Arbeitsalltag
Haben Sie für sich nachweisliche Erkenntnisse gefunden, dass die Veränderung tatsächlich Sinn macht, akzeptieren Sie sie endgültig. Die alte Variante ist nun für Sie Vergangenheit. Der Gewohnheitsprozess an die veränderte Situation beginnt.
Dr. Jutta Gröschl ist Chefredakteurin der Monatspublikationen „Coaching“ und „Sekretärinnen SERVICE“, die im WEKA-Tochterunternehmen GWI erscheinen.


